Ein Bote bringt Holmes einen geheimnisvollen Brief, den er nur persönlich übergeben darf. Überraschenderweise kommt der von der Polizei in Boston, USA. Dort verschwinden seit einiger Zeit immer wieder Frauen spurlos. Meist stammen diese aus wohlhabenden Familien. Natürlich zögern Holmes und Watson nicht, sich schnellstmöglich auf die andere Seite des Atlantiks zu begeben.
Dieser Band um Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs gehört auch wieder zu denen, die mir schon von der Hörspiel-Veröffentlichung bekannt waren. Wie bereits bei anderen Ausgaben der Buch- und eBook-Veröffentlichung fällt auch hier wieder auf, dass es sich um einen Fall handelt, der bei den Hörspielen erst deutlich später, nämlich als Folge 66, erschien, dort aber zu denen gehört, die mich besonders überzeugen konnten. Damit bestätigt sich meine Vermutung, dass vor allem die Hörspiele in Buchform veröffentlicht werden, die als Hörspiel bei den Hörern besonders gut ankamen. (Das setzt natürlich die Vermutung voraus, dass viele andere Hörer beziehungsweise Rezensenten meinen Geschmack teilten.)
Zum Fall an sich: Hier nimmt der von Sherlock Holmes und Dr. Watson untersuchte Fall eine unerwartete Wendung, auch wenn man die Lösung bei der Erwähnung eines bestimmten Lebensmittels schon vorherahnen kann. Aber selbst da folgt noch eine Überraschung, wenn der Leser schon zu denken beginnt, Kommissar Zufall hätte vielleicht etwas zu bereitwillig mitgeholfen. Insgesamt ist dieser Band von allen mir bisher (in beiden Veröffentlichungsformen) bekannten Fällen dieser Reihe der überzeugendste. Diese Neo-Holmes-Reihe kommt stilistisch relativ nah an Arthur Conan Doyles Original-Holmes heran.