Der Gentleman mit der Feuerhand von derek Landy

Reihe: Skulduggery Pleasant 1

gekürzte Lesung von Rainer Strecker

 

Rezension von Chris Schlicht

 

Der Schriftsteller Gordon Edgley stirbt unerwartet und seine seltsame Familie findet sich bei Rechtsanwalt Steepe zur Testamentseröffnung ein. Zu aller Überraschung bekommt seine Lieblingsnichte Stephanie sein Haus und sein Vermögen, ihre Eltern das Haus in Frankreich und sein Bruder Fergus und die ungeliebte Schwägerin nur den Wagen, das Boot und eine seltsame Brosche.

 

Zur Testamentseröffnung kommt auch ein Freund des Toten, der „nur“ ein paar gute Ratschläge erbt. Er ist so vermummt, dass man sein Gesicht nicht erkennen kann. Als Stephanie die Nacht in „ihrem“ neuen Haus verbringt, wird sie von einem Mann angegriffen. Der seltsame Freund rettet sie. Dabei muss sie erkennen, dass der Fremde ... ein Skelett ist. Skulduggery Pleasant ist ein Zauberer und Ideenlieferant des Schriftstellers. Er scheint ein echt netter Kerl zu sein und hat einen ziemlich staubtrockenen Humor. In der 12-jährigen Stephanie findet er einen zumindest im Eigensinn und Mundwerk ebenbürtigen Gefährten.

 

Von Skulduggery erfährt sie eine seltsame Geschichte und sie hängt sich an ihn wie eine Klette. Er zeigt ihr eine ganz andere Welt. Oder besser: Eine Welt die parallel neben der ihren her läuft, unerkannt. Sie suchen nach einer Begründung für den Angriff auf Stephanie. Skulduggery hat eine Vermutung, doch niemand will ihm glauben, da er annimmt, dass der Hexer Nefarian Serpine nach dem Szepter der Alten sucht und die Weltherrschaft anstrebt. Doch die Ältesten der Magier halten das Szepter für eine Legende und glauben fest daran, dass der Waffenstillstand zwischen den Zaubererfraktionen nicht von Serpine gebrochen wurde, obwohl zwei Leute, die ihn beobachten sollten, qualvoll starben. Langsam wird Stephanie klar, dass ihr Onkel ermordet wurde, damit man an etwas kommen kann, das ihm nur nach seinem Ableben genommen werden konnte.

 

Mit Stephanie, die er trotz der Gefahr nicht mehr loswird, versucht Skulduggery selbst hinter das Geheimnis zu kommen, doch von allen werden ihm nur Knüppel vor die Beine geworfen. Stephanie erweist sich als gute Hilfe, selbst als er einen Einbruch verübt, um an Informationen zu kommen. Dass Vampire in der Nacht Dienst tun, stört sie dabei wenig. Sie erfahren, dass das Szepter keine Legende ist, sondern ein real existierendes, sehr mächtiges Objekt. Auf dem Rückweg werden sie erwischt, Stephanie kann dank Skulduggery entkommen, er selbst jedoch wird gefasst.

 

Stephanie will ihn retten, doch sie wendet sich an die Falsche. China Sorrows bindet sie an sich, denn sie kennt Stephanies Namen. Stephanie kann den Bann aber brechen und zu Skulduggeries wahrem Freund fliehen. Der nimmt sie mit zum Ältestenrat, doch die halten nichts von überstürzten Befreiungsaktionen, obwohl der Detektiv währenddessen gefoltert wird. Immerhin stellen sie ihnen zwei Sensenträger und eine Kämpferin, Tanith, zur Verfügung, um sich nichts vorwerfen lassen zu müssen.

 

Die Befreiung Skulduggeries gelingt, die beiden Sensenträger jedoch bleiben zurück, die Freunde nehmen an, dass sie ihr Leben lassen mussten. Einer jedoch wird von Serpine für ein perfides Experiment verwendet: Er tötet ihn, um ihn danach als treuen Kämpfer für seine Sache wieder zu beleben.

 

Von jetzt an geht es Schlag auf Schlag. Endlich begreift der Rat der Ältesten, dass die Gefahr eines neuen Krieges groß ist. Skulduggery und Stepahnie versuchen, selbst an das Szepter heran zu kommen, da sie den Schlüssel kennen und wissen, wo es versteckt sein muss, doch Serpine kommt ihnen zuvor. Er ist in Besitz des Szepters und will die Gesichtslosen wieder auf die Erde zurückholen.

 

Bei der Untersuchung eines Lagerhauses, das Serpine unter falschem Namen angemietet hatte, finden sie seltsame Operationsutensilien. Als sie von den Hohlen (seltsame Geschöpfe mit einer Haut wie Papier, die mit grässlich stinkenden Gasen gefüllt sind) angegriffen werden und auch von einem Weißen Sensenträger, bleibt den Freunden nichts als die Flucht. Skuls Freund Grässlich Schneider wird von dem Sensenträger fast enthauptet doch er kann sich retten, indem er Erdmagie anwendet – er wird zu einer Statue. Das allerdings ist ein kleines Problem, denn niemand weiß, wann er wieder lebendig werden kann.

 

Wieder gelingt den Anderen die Flucht. Alldieweil werden die Ältesten von einem der Ihren in die Falle gelockt. Im Sanktuarium richtet Serpine ein Blutbad an, denn er will etwas, das ihm Macht über die ganze Welt gibt: Das Buch der Namen.

 

Stephanie, in der Skulduggery einen Nachfahren der alten Götter erkennt, schließlich wird das Szepter nur an ihr nicht zum Verräter, muss mit Tanith und Skulduggery verhindern, dass es Serpine gelingt, an das Buch der Namen zu kommen...

 

 

Wer hat behauptet, dies sei ein Jugendbuch / - hörspiel? Irgendwo kam das zur Sprache... Verzeihung, aber da stellt sich der Hörer auf das Falsche ein. Normalerweise kann man vom Alter des Protagonisten auf das Alter der angepeilten Leserschaft schließen, aber einem / einer Zwölfjährigen sollte man das nicht zu hören geben. Es knacken zu viele Knochen, es spritzt zu viel Blut und es wird zu viel gefoltert.

 

Gut, aber abgesehen davon, dass es eine FSK 16-Kennzeichnung haben sollte, ist es trotzdem ein phantastischer Hörgenuss. Eine spannende, rasante, skurrile, überraschende, komische, gelegentlich lustige (sofern man mit dem schwarzen englischen Humor etwas anfangen kann, der ohnehin in der Übersetzung wohl vor die Hunde geht) und vielseitige Geschichte. Man sollte sich nur eben darauf einstellen, dann kann man es auch genießen.

 

Allerdings – So gut Rainer Strecker als Schauspieler oder auch Vorleser sein mag, er hat einen kleinen Makel. Manchmal gelingt es ihm einfach nicht, seine Stimme so zu verändern, oder sich einen anderen Dialekt zuzulegen, dass man genau heraus hören kann, wer in einem Dialog gerade spricht. Besonders die weiblichen Charaktere unterscheiden sich bestenfalls in Nuancen und die hört man nicht immer heraus, sodass manchem Dialog schwer zu folgen ist. Auch wäre statt der Kapitelüberschriften eine kurze Melodie als Trennung der einzelnen Szenen besser gewesen. Dadurch gäbe es eine klarere Abgrenzung und es lockert einfach etwas auf. Man muss nicht über 7 Stunden lang auf eine einzige Stimme lauschen. So kann es doch etwas ermüdend werden.

 

Trotz dieser kleinen Mängel könnte Skulduggery ein echter Publikumsliebling werden, denn auch ohne einen Körper scheint er echt ein sympathischer Kerl zu sein, mit nur allzu menschlichen Gefühlsregungen.

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Eure Meinung:

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dumm
Donnerstag, 20. Dezember 2007 11:14 Uhr
toll

Laura
Freitag, 05. Oktober 2007 10:12 Uhr
Dieses Buch ist einfach nur genial !!! Da auf dem Buchrücken eine 1 abgebildet ist, kann man nur auf weitere Abenteuer hoffen ( was ich auf jeden fall tun werde). Sollte das Buch je verfilmt werden, wird es wohl FSK: 16 bekommen, wenn man mal an das nette Blutbad im Finale denkt...andererseits wird die Zielgruppe Leute im Alter von 12-100 (oder mehr) Jahren sein, und wie man schon bei Herr der Ringe gesehen hat, lässt sich auch eine Riesenschlacht ab 12 gestalten. Zum Schluss noch ein RIESENLOB an den Autor, dem wahrlich ein MEISTERWERK des skurrilen und morbiden Witz gelungen ist.

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Hörbuch:

Der Gentleman mit der Feuerhand

Reihe: Skulduggery Pleasant 1

Autor: Derek Landy

gekürzte Hörbuchfassung

Sprecher: Rainer Strecker

Hörcompany Schaack und Herzog, 2007

6 CDs

Laufzeit 7 Stunden 39 Minuten

Alter: ab 16

ISBN-13: 9783939375241

ASIN: 3939375241

Erhältlich bei Amazon

Weitere Infos:


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zuletzt aktualisiert: 02.05.2019 15:03 | Users Online
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