Livia, die sich lieber nur Liv nennt, wächst großteils auf dem Rummel auf, denn ihre Eltern sind Schausteller. Ständig wechselt sie von Schule zu Schule, nur im Winter kann sie mal längere Zeit am Stück ihre Stammschule besuchen. Als auf dem Rummelplatz plötzlich wiederholt von Diebstählen berichtet wird, entdeckt sie einen Jungen, der merkwürdige, altmodische Kleidung trägt. Als sie ihn verfolgt, landet sie plötzlich rund 100 Jahre in der Vergangenheit, in der Zeit des Jungen.
Eine Kombination aus Urban Fantasy, Jugend-Abenteuer und Zeitreise ist natürlich nichts prinzipiell Neues. In anderen Büchern dieser Genre-Kombination, die ich kenne, fanden die Protagonisten das Zeitportal allerdings meist schon unter eher abenteuerlichen Bedingungen. Lena Hach lässt ihre junge Protagonistin dagegen in einer ihr vertrauten Umgebung ›hindurch stolpern‹, als sie einen Jungen verfolgt, der ihre Zeit auf diesem Weg schon mehrfach besucht hat. Wie er es fand und wer es – wie aus den Zusammenhängen klar wird eindeutig bewusst – in eine alte Jahrmarkts-Attraktion eingebaut hat, bleibt in diesem Band noch vollständig unklar.
Zu Beginn der Handlung thematisiert die Autorin zunächst die Probleme eines Schausteller-Kindes, quasi auf der Reise aufzuwachsen. Das Zeitreise-Element kommt erst später ins Spiel. Livs Alter bleibt genau wie das des Jungen aus der Vergangenheit, Jaro, offen. Zumindest sind beide alt genug, dass sich eine beginnende Liebe entwickelt, also eher Jugendliche als Kinder. Dass dieser Band in einem Cliffhanger endet, überrascht beim Auftaktband eines Mehrteilers natürlich wenig. Aber auch ohne ihn würden die offenen Fragen das Interesse wecken, die Geschichte weiterzuverfolgen.
Die Autorin überlässt es ihrer Protagonistin, die Geschichte in der Ich-Form zu berichten.