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Der große Aufbruch – Die Pioniere Amerikas

Rezension von Christel Scheja

 

Die vereinigten Staaten von Amerika mögen vielleicht keine so lange Geschichte haben wie die Länder Europas, dafür nehmen sie die zweieinhalb Jahrhunderte ihrer Existenz aber immer genau unter die Lupe und gehen ins Detail. Dabei schwingt nicht selten Nationalstolz mit, auch wenn die Entwicklungen durchaus ihre Schattenzeiten für viele Menschen der einfachen Bevölkerung hatten, gerade in den Jahren nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Diese stehen im Zeichen von „Der große Aufbruch – Die Pioniere Amerikas“.

 

Der Bürgerkrieg hat die Vereinigten Staaten mit großen Verlusten an Gütern und vor allem Menschenleben zurückgelassen, aber genau diese Lücken ermöglichen es jetzt auch, dass neue Technologien die Lücken füllen. Gerade in den Jahren nach dem Krieg gewinnen die Eisenbahnlinien an Bedeutung. Sie verbinden die bereits besiedelten Küstenregionen miteinander und helfen auch dabei, den noch weitestgehend unerforschten Westen zu erschließen.

Einer der Pioniere ist Cornielius Vanderbilt, der es sich zum Ziel gemacht hat, seine Gesellschaft nicht nur zur größten des Landes zu machen, sondern auch alle anderen Konkurrenten zu beherrschen.

In eine ähnliche Kerbe schlägt John D. Rockefeller, der aus einfachen Verhältnissen kommt und durch einen klugen Kopf und geschicktes Taktieren schon bald Reichtum gewinnt. Er erkennt als erster die Bedeutung von raffiniertem Öl und geht einen Pakt mit Vanderbilt ein, um dieses an den Verbraucher zu bringen und damit jeden Haushalt in Amerika zu beleuchten.

Ähnliche Pioniere sind Andrew Carnegie und J. P. Morgan, die den Geist der Zeit erkennen und ebenfalls auf neue Technologien setzen. Sie schaffen es mit skrupellosem Ergeiz und Entschlossenheit, wenn auch auf Kosten ihrer Arbeiter zu den mächtigsten Männern des Landes zu werden und am Ende sogar einen ihnen genehmen Präsidenten an die Macht zu bringen.

Doch um die Jahrhundertwende zeichnet sich eine Wende ab, denn als der von den Unternehmern kontrollierte Präsident durch ein Attentat stirbt, kommt ausgerechnet der Mann an die Macht, der ihrem Treiben Einhalt gebieten will. Durch die Präsidentschaft von Teddy Roosevelt setzt ein Umdenken ein, die riesigen Konzerne und Monopole werden zerschlagen und neue Unternehmer rücken mit innovativen Ideen nach, die nun auch erstmals Waren produzieren, die auch für die Masse bezahlbar sind – wie das Model T von Ford.

 

Die Dokumentationen des History-Channels haben immer etwas uramerikanisch-theatralisches an sich, da macht auch „Der große Aufbruch – Die Pioniere Amerikas“ keine Ausnahme, die achtteilige Dokumentation, die den Aufstieg der USA zur bedeutendsten Wirtschaftsmacht in Szene setzt. Spielszenen stellen dar, wie es einige visionäre Männer, die zudem mit dem passenden Ehrgeiz und der nötigen Skrupellosigkeit ausgestattet waren, den technologischen Fortschritt vorangetrieben haben.

Auch hier ist ein Krieg der Auslöser – hat er doch die alten und festgefahrenen Strukturen zerstört, die einen Großteil des Landes in den Klauen hielt und dabei nicht nur Lücken hinterlassen, sondern auch viel Potential freigegeben. Arbeitskraft ist billig, und das nutzen die ersten Unternehmer schamlos aus, auch wenn sie ein paar Jahre später mit Aufständen und Streiks Ärger bekommen, die sie aber auch mit genügend Geld aus dem Weg räumen können.

Natürlich lässt die Dokumentation die negativen Begleiterscheinungen nicht außer Acht, stellt aber ihre Auswirkungen auf die Natur und natürlich auch die einfache Bevölkerung ziemlich hintenan. Stattdessen feiert man den Ideenreichtum und das Geschick der Männer, die den amerikanischen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär teilweise sogar gelebt haben und so zu großen Vorbildern für andere geworden sind.

Allerdings muss der Zuschauer auch mit einer Menge Wiederholungen leben. Schon in den einzelnen Folgen merkt man genau, wo in Amerika die Werbeblöcke geschaltet werden und auch in den einzelnen Episoden selbst, werden Teile aus früheren verwendet, um den Zusammenhang noch einmal deutlicher klar zu machen.

Daher sollte man vermeiden, sich alle Episoden am Stück anzusehen – man merkt so recht schnell, dass sie eigentlich nicht so viel Informationsgehalt haben, wie man sich eigentlich erhoffte. Die Spielszenen sind dagegen einwandfrei, sie fangen die Atmosphäre der Zeit und die Persönlichkeit der Personen sehr gut ein und versetzen einen regelrecht in die Zeit.

Allerdings stößt es bitter auf, dass die Dokumentation so einseitig gewichtet ist und stellenweise eher wie von Nationalstolz durchtränkte Propaganda wirkt. Letztendlich muss man sich schon auf den Erzählstil einlassen können, um die Serie wirklich zu genießen – was bedeutet, dass man die extrem vielen Wiederholungen ignorieren und auch die Informationen sehr kritisch begutachten sollten – auch wenn die Episoden an sich sehr unterhaltsam und vor allem stimmungsvoll gestaltet wurden. Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit. Man kann zwischen englischer und deutscher Tonspur wählen. Auch bei den Extras lassen sich die DVDs nicht lumpen, es gibt ergänzende Informationen zu den einzelnen Folgen, die teilweise sogar informativer sind als die eigentlichen Episoden.

 

 

Fazit:

 

„Der grosse Aufbruch – Die Pioniere Amerikas“ ist eine durch und durch amerikanische Dokumentation, die zwar vom ernsthaften und kritischen Informationsgehalt nicht gerade punkten kann, aber zumindest einen ersten Überblick über das Thema gibt, der auch noch atmosphärisch und unterhaltsam gestaltet wurde, so dass man sich nicht all zu sehr langweilt, auch wenn insgesamt zu viele Wiederholungen vorhanden sind.

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DVD:

Der große Aufbruch – Die Pioniere Amerikas

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 3 DVDs

FSK: 12

Polyband/WVG, 29. August 2014

Produktionsjahr: 2012

Spieldauer: 360 Minuten

 

ASIN: B00KIA1D8K

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 06.10.2014, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01