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Der Händler des Todes von D.J. MacHale

Reihe: Pendragon Bd.1

Rezension von Christoph Weidler

 

Bobby Pendragon ist der perfekte Highschoolschüler, ein guter Schüler, ein Star im Basketball, das heißeste Mädchen der Schule scheint auf ihn zu stehen, und seine Freunde lieben ihn. Wäre da nicht dieser verflixte Tag gewesen an dem sein Onkel Press bei ihm auftauchte und ihn mitnahm um eine Welt zu retten. Oh nein, nicht die Erde - sondern die Welt Denduron! Denn Onkel Press ist ein Weltenreisender, und Bobby erfährt, dass das ganze ihm bekannte Universum völlig anders gestaltet ist als er dachte. Es, das Halla, ist das wahre Universum in dem mehrere Welten räumlich und teilweise auch zeitlich parallel existieren. Und das gilt es als Weltenreisender zu bewahren, denn ist eine Welt verloren so steht der Untergang des Halla nahe, welches auch verheerende Folgen für alle Welten untereinander hat. Natürlich ist Bobby von dieser Neugestaltung seines bisherigen Wissens mehr als nur verwirrt, dennoch nützt kein Zaudern und er findet sich, nach einer Reise mit Hilfe eines "Flume" (Wurmloch), zusammen mit seinem Onkel in Denduron wieder. Denduron ist eine mittelalterlichen Welt, in dem die beiden Volksgruppierungen Milago und den Bedoowan leben. Die Milago werden seit Generationen von den Bedoowan beherrscht und unterdrückt. Doch mittlerweile haben die Bedoowan den Druck so stark erhöht, dass sich immer größerer Wiederstand der Milago im Untergrund bildet. Und die haben nur ein Ziel, die Vorherrschaft der Bedoowan zu vernichten, mit allen Mitteln und Wegen. Ein Bürgerkrieg, welcher ganz Denduron zu zerstören droht ist greifbar nahe. Press vermutet, dass aber diese Bedrohung für Dendaron nicht alleine aus dem bevorstehenden Krieg zwischen den beiden Völkern besteht, sondern das hier auch Saint Dane, der Gegenspieler der Weltreisenden, seine Finger im Spiel hat um mit der Zerstörung von Dendaron das Ende des Halla einzuläuten. Eine schwere kaum zu bewältigende Mission voller Gefahren stehen Press und Bobby bevor, und obwohl sie Hilfe von anderen Weltenreisenden bekommen, ist sie kaum zu bewältigen.

 

Beeindruckend, selten habe ich ein Jugendbuch in der Hand gehalten, welches es schafft die Spannungskurve von Anfang bis Ende so kontinuierlich aufrecht zu halten und es auch noch schafft diese dabei immer wieder zu steigern. D.J. MacHale geht in dem ersten Band seiner Reihe "Pentragon" mit einem atemberaubenden Tempo an die Sache, die nur in den Rückblendungen zu Bobbys Freunden auf der realen Erde Zeit zum Luft holen lässt.

Nach dem man als Leser die heile Welt von Bobby Pendragon kennen gelernt hat, ist sie auch schon wieder weg, denn Bobby ist kein Junge wie tausend andere - er hat einen Onkel der sein Leben als Weltenreisender bestreitet um alle Welten in einem Gleichgewicht zu halten. Jede Welt hat ihren eigenen Zeitreisenden, und gemeinsam haben sie die Aufgabe helfend einzugreifen, und auch Bobby ist einer von ihnen. Die Welt von Bobby Pendragon nimmt ganz plötzlich neue Dimensionen an, welche auch er selber erst nach und nach realisiert. Dem entsprechend findet man am Anfang der Mission in Bobby einen durch Flapsigkeit sich selbst schützenden Jungen wieder, der erst im Laufe der Ereignisse sein neues Leben akzeptiert und entsprechend ernsthafter an die Sache rangeht. Und das ist ein schweres Leben, denn der düstere Gegenspieler der Weltreisenden, Saint Dane, hat sich das Ziel gesetzt die Halla, und somit alle Welten, zu zerstören.

Dabei wirkt Bobby nicht soapmäßig super, auch wenn er ein As im Sport ist, sehr beliebt und alles was den perfekten Highschoolschüler aus diversen TV-Serien ausmacht. Nein, er bleibt dabei bodenständig, weiß ehrliche Freundschaft zu schätzen, kennt seine Schwächen und wirkt durch die Bank real sympathisch.

Neben dem atemberaubenden Tempo und spannenden Erzählweise kann D.J. MacHale in "Der Händler des Todes" aber auch durch seine erstklassigen Weltenaufbau und Beschreibung überzeugen, und vermittelt dem Leser ein überzeugendes Bildnis der Welt Dendaron. Einzig die teilweise flapsigen Dialoge seitens Bobby brechen etwas aus dem Gesamtbild raus, wobei sie hier durchaus gewollt sind, denn dadurch überspielt Bobby erkennbar seine Unsicherheit. Rundherum ein Roman der sowohl jungen wie auch älteren Fantasyfreunden Spaß machen wird. Man darf gespannt sein, ob D.J. MacHale dieses rasante Erzähltempo und hohe Spannung auch zukünftig aufrecht halten kann, denn wie man auf seiner Homepage lesen kann sind hier von ihm zehn Bände geplant. Ein Ziel, wo schon vielen Autoren vor ihm dabei der Atem ausgegangen ist. Vier Bände der Pentagron-Saga sind bisher in deutsch erschienen, und man kann nur hoffen das, wenn es in diesem Stil weitergeht, auch die noch fehlenden sechs Bände ihren Weg zu uns finden werden.

 

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Buch:

Der Händler des Todes

Reihe: Pendragon Bd.1

Autor: D.J. MacHale

Gebundene Ausgabe - 396 Seiten - Ueberreuter

Erscheinungsdatum: Januar 2004

ISBN: 380005079X

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 23.06.2006, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06