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Der Judasfluch von Scott McBain

Rezension von Martin Hammerschmidt

 

Scott McBain hat sich mit seinen Bestsellern „Der Mastercode“ und „Die Geheimloge“ bereits einen bekannten Namen gemacht. Spannung, Hintergrundwissen und eine actionreiche Handlung machen seine Bücher zu einem interessanten Erlebnis. Sein Thriller „Der Judasfluch“ ist im März diesen Jahres in der zweiten Auflage erschienen und ist der Vorgänger zum bald erscheinen Buch „Das Judasgift“, welches ebenfalls vom Droemer/Knaur-Verlag publiziert wird.

 

 

Dreißig Silberlinge waren einst der Lohn, der Judas für seinen Verrat an Jesus erhalten hat. Doch nur siebenundzwanzig Münzen liegen sicher verwahrt in den Gräbern der Päpste Petrus und Silvester II. Die letzten drei sind verschollen und konnten im Laufe der Jahrhunderte von niemandem gefunden werden. Sollte ein solcher Silberling im Vatikan in falsche Hände gelangen, so heißt es, wird die heilige römische Kirche fallen.

Paul Stauffer, bekannter und erfolgreicher Kriminalpsychiater hilft einem Serienkiller bei seiner Gerichtsverhandlung. Durch sein Ansehen und sein Gutachten schafft er es, den Angeklagten in allen Punkten vor einer Verurteilung zu schützen. Allerdings achtet Paul bei dem Verfahren lediglich auf seinen Ruf und verschließt seine Augen vor der Realität. Denn als Paul mit seinen Studenten ins Gefängnis fährt, wo der Angeklagte einen Mord absitzen muss, bringt dieser eine von Pauls Studentinnen in seine Gewalt. In dem ganzen Aufruhr erscheint eine Gestalt, Helen, die anscheinenden nur Kramer, der Serienkiller und Paul sehen können. Sie veranlasst Kramer die Studentin freizugeben. Spätestens hier müsste Paul auffallen, dass er sich mit seinem Gutachten getäuscht hatte. Aber ihm ist sein Ruf wichtiger als Gerechtigkeit.

Als dann bei einer Dinnerparty Helen auftaucht, ist Paul völlig perplex. Bei einer Wette gewinnt er einen Kuss und eine Silbermünze, die sich als eine der Silberlinge des Judas entpuppt. Plötzlich geschehen seltsame Dinge mit Paul. Helen klärt ihn über die Machte der Münze auf und zeigt ihm, wie man sie einzusetzen weiß. Paul ist in der Lage an mehreren Orten gleichzeitig aufzutauchen, die Gedanken von Menschen zu steuern und seinen Willen jedem aufzuzwingen. Mit Hilfe des Silberlings. Was er nicht weiß. Helen, die Hüterin der Münze verfolgt ganz andere Pläne mit ihm, als sie ihm offenbart. Ihr Ziel ist es, den Engel der Finsternis ins Reich der Menschen zurückzuholen, damit er die heilige römische Kirche endgültig vernichten kann.

 

Vorneweg muss gesagt werden, dass sich bei diesem Buch die Gemüter weit, weit auseinander gehen werden. Es handelt sich hier nicht um einen gewöhnlichen Kirchenthriller. Vielmehr liegt hier ein Mysterythriller, mit einer ganz dicken Portion Fantasie vor.

Da ist zum einen Helen, die Hüterin der Münze, die mittlerweile schon seit über 2000 Jahren auf der Erde wandelt und sich immer wieder einen neuen Körper sucht, in dem sie für durchschnittlich zwanzig Jahre wohnt. Zu dem kommen Engel, Dämonen, der Satan, Gott, Erzengel und noch viele weitere mystische Geschöpfe, die allesamt in einen Zusammenhang gebracht werden.

Die Hauptfigur Paul, ist gut ausgearbeitet und die Gründe seiner Handlungen sind leicht zu durchschauen und zu verstehen. Die Story findet rasch seine Richtung und verspricht spannend zu werden. Bis zu dem Moment, in dem die Astralebenen ins Spiel kommen, werden Freunde des Thrillers die Handlung gespannt verfolgt haben. Allerdings entwickelt sich die Story in eine Richtung, die nicht jedem gefallen wird. Die verschiedenen Astralebenen machen die Glaubwürdigkeit des Buches zunichte und lassen „Der Judasfluch“ in ein Fantasiebuch abdriften.

Wer sich mit dem Punkt abfinden kann, ein Thriller gekauft zu haben, aber im Eigentlichen ein Fantasiebuch in den Händen hält bekommt dennoch eine gute Geschichte geboten. Zwar zieht sich das Buch in der Mitte etwas hin und die ständigen Versuche Helens, Paul endlich für sich zu gewinnen, erscheinen dem Leser manchmal öde. Im Endeffekt kann sich jeder Leser, der aufmerksam war, denken, wie sich die Geschichte zum Ende hin entwickelt. Aber dennoch ist am Schluss der Spannungsbogen gut gezogen und lässt einen nicht mehr los.

Die Geschichte von knapp 500 Seiten, hätte man allerdings getrost um 50-100 Seiten kürzen können, ohne den Aspekt des Spannungsaufbaus zu vernachlässigen

 

Trotz dieser ganzen negativen Punkte ist die Geschichte spannend und gut geschrieben; sofern Sie Fan von Mysterybücher sind. Unter dieser Vorraussetzung ist „Der Judasfluch“ ein klarer Kauftipp meinerseits!

Falls Sie allerdings einen wirklichen schlüssigen Thriller lesen wollen, sollten Sie sich die anderen beiden Bücher Scott McBains zu Gemüte führen. Da wird die Logik bis zum Ende hin beibehalten.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Der Judasfluch

Original: The Coins of Judas, 2001

Autor: Scott McBain

Taschenbuch, 519 Seiten

Droemer/Knaur, März 2007

Übersetzer: Michael Benthack

 

ISBN-10: 3426635879

ISBN-13: 978-3426635872

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.07.2007, zuletzt aktualisiert: 31.05.2019 18:27