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Der Kampf des Rabenprinzen von Cecilia Dart-Thronton

Reihe: Die Feenland-Chroniken, Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Es ist schon eine Weile her, dass die ersten beiden Romane der „Feenland-Chroniken“ bei Piper erschienen. Sie gehörten mit zu den ersten Büchern der neu gestarteten Fantasy-Reihe im Hardcover. Dass allerdings der dritte Teil nicht erschien lag weniger an der Autorin als an der Tatsache, dass man sich dazu entschied, diesen nicht mehr in gebundener Form heraus zu geben, sondern nur noch als Taschenbuch. Dafür mussten „Im Bann der Sturmreiter“ und „Das Geheimnis der schönen Fremden“ erst einmal neu aufgelegt werden. Immerhin beginnt „Der Kampf des Rabenprinzen“ mit einer Zusammenfassung der beiden ersten Bände, so dass der Einstieg nicht all zu schwer ist.

 

Erith ist eine magische Welt. Die Menschen beherrschen die Lüfte nicht nur mit Hilfe von zwei besonderen Metallen und den geflügelten Eotauren, sie teilen sich das Land auch mit zahlreichen Wesen der Anderswelt, die selten Freunde der Sterblichen sind und meistens eine große Gefahr. Und sie müssen sich mit Netzkapuzen vor den gefährlichen Traumwinden schützen, die nicht nur Regen sondern auch Visionen und Wahnvorstellungen bringen.

Durch diese Welt irrte eine junge Frau mit vielen Namen aber ohne Vergangenheit. Imrhien ist zunächst entstellt und wird von den Bewohnern einer Burg nur als Prügelknabe benutzt, als es ihr aber gelingt zu fliehen, beginnt sie sich nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich zu verändern. Als Rohain und Tahquil hinterlässt sie ihre Spuren, weil sie noch immer einem leisen inneren Ruf folgt. Durch den überraschenden Fund eines alten Armreifs aus Gold gewinnt sie dann endlich ihre Erinnerung wieder.

Sie ist enger mit der Feenwelt verbunden als sie zunächst vermutet hat. Denn vor langer Zeit war sie als Ashalind eine der wenigen Menschen, die sich zwischen den magischen Geschöpfen und ihren Herrschern – den Faeran – bewegen durften und war sogar zur Geliebten des Hochkönigs Angavar geworden.

Sie besitzt als einzige die Gabe und den Schlüssel, das Tor zwischen den Welten zu öffnen, jetzt da sich die Pforten geschlossen haben. Genau das ist es, was Morragan, der aus seiner Heimat verbannte Kronprinz der Faeran begehrt. Zerfressen von Hass und Rachegelüsten will er an seinem Bruder Angavar Vergeltung üben und ihn gleich mehrfach strafen.

Deshalb verfolgt er sie unerbittlich als Anführer der Wilden Jagd. Begleitet von zwei treuen Gefährtinnen versucht Tahquil ihm zu entkommen und wird dabei immer wieder auch von magischen Wesen wie zum Beispiel einem Wasserpferd unterstützt, die inzwischen zu ihren Freunden geworden sind.

Doch Morragan ahnt nicht, dass die junge Frau auch nicht ganz wehrlos ist, und ein Geheimnis zusammen mit Angavar hütet, dass ihm den Untergang bringen wird...

 

Wie auch schon die Vorgängerromane ist „Der Kampf des Rabenprinzen“ eher der poetisch-lyrischen Fantasy zuzurechnen, in der Spannung durch die komplex ineinander verwobene Handlung, viele Dialoge und die Enthüllung von Geheimnissen erzeugt wird und weniger durch Action und Abenteuer. Allerdings übertreibt es Cecilia Dart-Thornton diesmal mit den Beschreibungen. Zwar wird die märchenhafte Atmosphäre der Geschichte dadurch noch vertieft, die Handlung kommt dabei aber zum völligen Stillstand und wird gerade im Mittelteil sehr langweilig, so dass man sich regelrecht zwingen muss, die Geschichte weiter zu lesen. Die exakten Schilderungen von dem, was die Heldin und ihre Begleiter anziehen, zu sich nehmen oder um sich herum sehen, sorgt zwar für Ambiente, behindert allerdings zunehmend den Lesefluss.

Das ist bedauerlich, denn sonst stimmt eigentlich alles an der Geschichte. Die Figuren sind sehr lebendig, die Autorin verknüpft Mythen und Realität in dem märchenhaft-phantasievollen Hintergrund geschickt miteinander und definiert altvertrautes Wissen über Feenwesen und Feen neu.

 

„Der Kampf des Rabenprinzen“ ist zwar ein solider Abschluss des Zyklus, aber auch eine Herausforderung an den Leser, da es gilt sehr viele langweilige Passagen zu überwinden, um wieder an interessante Szenen zu kommen. Das Buch kann daher nicht wirklich überzeugen und sei deshalb auch als Beispiel genannt, wie man eine spannende Geschichte auch mit zu viel Ambiente erschlagen kann.

 

Eure Meinung:


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Der Kampf des Rabenprinzen

Reihe: Die Feenland-Chroniken, Bd. 3

Autorin: Cecilia Dart-Thornton

broschiert, 576 Seiten

Piper, erschienen im Dezember 2008

Übersetzung aus dem Englischen von Birgit Reß-Bohusch

Titelbild von Jason Engle & Rudolf Herczog

ISBN-10: 3492266797

ISBN-13: 978-3492266796

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.02.2009, zuletzt aktualisiert: 14.07.2019 10:22