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Der Kuss des Jägers von Sarah Lukas

Rezension von Christel Scheja

 

Im letzten Jahr debütierte Sarah Lukas mit „Der Kuss des Engels“, einer Saga, die sie nun mit „Der Kuss des Jägers“ fortsetzt. Ihre Heldin Sophie Bachmann ist nach Paris gefahren, um Abstand von dem Tod ihres Verlobten zu gewinnen, den sie immer noch liebt und nicht vergessen kann. Doch die Sehnsucht, mit dem Geliebten vereint zu sein, erweckt in ihr immer mehr den Wunsch, selbst zu sterben.

Als sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzen will, entdeckt sie auf einem Ausflugsschiff, das just unter der Brücke herfährt, einen jungen Mann, der ihrem Freund bis aufs Haar gleicht. Das hält sie davon ab, zu springen. Doch ihr Leben nimmt auch eine überraschende Wendung, mit der sie so nicht gerechnet hat...

 

Der Fremde sieht nicht nur so aus wie der Verstorbene, er trägt auch dessen Namen: Rafael. Und durch Jean Maric, der sich mit der Welt des Übersinnlichen beschäftigt, erfährt sie, dass sie es nicht mit einem Menschen zu tun hat, sondern einem gefallenen Engel, vor dem sie sich hüten soll.

Doch Sophie kann nicht von Rafael lassen und gerät so auch in den Fokus der dunklen Mächte, gegen die er den Kampf aufgenommen hat, um Erlösung zu erlangen. Tatsächlich gelingt ihm dies, als er sich als Opfer eines satanistischen Zirkels anbietet, um die junge Frau zu retten, die schon auf deren Altar liegt und ausblutet.

Da das alles Spuren hinterlassen hat, gerät Sophie in den Fokus der Polizei, als sie im Krankenhaus wieder zu sich kommt. Neben ihren Eltern muss sie auch noch einem aufmerksamen Kommissar Rede und Antwort stehen und erfährt so, dass Jean wegen der ganzen Vorfälle im Gefängnis sitzt.

Rafael ist zwar wieder ein Engel, weilt aber immer noch an ihrer Seite, denn es stellt sich heraus, dass der finstere Kafziel, der durch das Ritual gerufen wurde, immer noch anwesend ist und erwartet, dass Sophie dennoch ihr Leben hingeben wird...

So gerät die junge Frau in eine Zwickmühle – will sie doch einerseits Jean helfen, andererseits macht der Dämon deutlich, dass ihre Umgebung leiden wird, wenn sie sich ihm nicht stellt...

 

Obwohl „Der Kuss des Engels“ in sich geschlossen war, hatte sich die Autorin noch einige kleine Schlupflöcher offen gelassen, die sie nun konsequent aufgreift und fortsetzt. So machen auch die Gefühle von Sophie eine Entwicklung durch. Die Geborgenheit, die sie noch vor kurzem in Rafaels Armen gespürt hat, schwindet langsam. Die Gründe werden ihr und dem Leser erst im Verlauf des Buches klar, und das gibt auch der Romanze eine angenehm logisch nachvollziehbare und damit interessante Wendung.

Die Bedrohung ist nun viel näher als zuvor, da nicht mehr nur Menschen involviert sind und zieht auch noch mehr Leute in ihren Bann. Leider ist das auch einer der Schwachpunkte des Buches, da die Autorin gerade im Mittelteil von einem Handlungsstrang zum anderen springt und nicht wirklich Verbindungen knüpft. Tatsächlich plätschert die Geschichte mehr vor sich hin als dass sie auf einen Höhepunkt hin arbeitet, da niemand wirklich in Gefahr gerät und auch die Heldin keinen gezielten Ansatz findet, um etwas zu tun.

Wieder ist Sophie dazu verdammt mehr zu reagieren als zu handeln, und das Gleiche trifft auch fast auf Jean und Rafael zu, die etwas mehr tun dürfen. Am Ende wird es zwar noch einmal sehr dramatisch, aber die Lösung ist nicht sehr überraschend.

Alles in allem erweist sich das Buch ansonsten als atmosphärisch, da die Autorin genau weiß, wie sie das Flair von Paris zum Leben erwecken muss, stilistisch ist ebenfalls nichts auszusetzen, da sich der Text flüssig lesen lässt und auf Kitsch und Übertreibungen verzichtet. Allerdings bleibt der Spannungsbogen wieder mäßig. Und vielleicht mag es den ein oder anderen stören, dass das Ende überraschend viel offen lässt und so auf eine weitere Fortsetzung hindeutet.

Phantastikfreunde kommen diesmal übrigens mehr auf ihre Kosten, da wesentlich mehr übersinnliche Elemente eingebunden sind, was nicht zuletzt an Rafael und Kafziel liegt.

 

„Der Kuss des Jägers“ dürfte wie „Der Kuss des Engels“ Leserinnen ansprechen, die romantische Geschichten mit Ambiente lieben, in denen das Abenteuer zugunsten der Beziehungsgefüge zurücktreten und Gefahren nicht wirklich bedrohlich werden. Auch diesmal werden Fantasy-Fans eher enttäuscht sein.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Der Kuss des Jägers

Autorin: Sarah Lukas

gebunden, 376 Seiten

Piper, April 2011

Cover: A. Koopmann

 

ISBN-10: 3492702252

ISBN-13: 978-3492702256

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 25.06.2011, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18