Das Drehbuch des Remakes hält sich recht eng an die Vorlage und weicht nur in einigen Punkten davon ab. Der Auslöser für das Schrumpfen wird nicht mehr in einer eventuell atomaren oder chemischen Wolke gefunden, sondern bleibt rätselhaft nebulös: Als die Hauptfigur Paul beim Schwimmen im Meer ist, öffnet sich der Himmel kreisrund über ihm wie das Auge einer göttlichen Macht und somit erscheint sein Schrumpfen mehr als Auswirkung des Schicksals denn Auswirkung menschlicher Hybris.
Sehr intensiv wird die mit der Schrumpfung einhergehende Entmenschlichung und der Machtverlust von Paul gezeigt. Seine Frau und die Tochter werden mehr und mehr übermächtig und geradezu zu einer Bedrohung, was durch die Auswirkung deren Lautstärke auf das geschrumpfte Gehör von Paul verdeutlicht wird.
Doch Zwischentöne sind möglich: In einer berührenden Szene kommt der auf Bleistiftgröße geschrumpfte Paul ins nächtliche Schlafzimmer zurück und in einer zärtlichen Geste legt seine Frau ihre Hand zu Boden, damit er darauf steigen und sie ihn ins Bett holen kann.
Der Film arbeitet mit erstaunlich wenig Dialog. Viel wird über Kameraeinstellungen und Blicke verdeutlicht. Auch der Schnitt ist erfrischend klassisch unaufgeregt und mit langen Einstellungen geradezu poetisch.
Die Sequenz mit der anderen Lebenswelt der Zirkusleute, die in der Vorlage von 1957 noch beinhaltet war, wird im Remake nur einmal kurz durch Pauls verzweifelte Antwort auf die Frage seiner Frau, wohin er einen Ausflug machen wolle, aufgegriffen. Damit entfällt leider ein reizvoller Blick auf die Anderswelt, die man der bürgerlichen Welt von Paul hätte entgegenstellen können. Auf der positiven Seite ist zu erwähnen, dass das Streichen der Sequenz den Fortgang der Handlung stringenter macht und das Tempo sowie den Fokus auf Pauls Schrumpferfahrung nicht rausnimmt.
Als Paul im Keller landet, kommen die Special Effects zur Geltung. Die Frauen und Männer der Designabteilung durften sich mit überdimensionalen Sets und Gegenständen austoben und hatten sichtlich Freude daran. Akribisch wurden die Größenverhältnisse in mehreren Stadien des Schrumpfungsprozesses abgebildet. Der Kampf mit Insekten und der Hausspinne wird heutzutage selbstverständlich nicht mit den angestaubten Effekten der 50er Jahre, sondern mit CGI realisiert. Allerdings sind diese Szenen nicht zu vergleichen mit billigen Computergrafiken anderer Produktionen, sondern halten den Vergleich mit guten Hollywoodfilmen durchaus Stand.
Auch die Sequenz mit dem Aquarium ist neu und wird mit CGI aufgewertet. Hier wäre allerdings noch mehr Intensität im Kontakt mit dem Goldfisch möglich gewesen, mehr das Sich-Bewusst-Werden von Paul, dass er gleichwertiges Leben vor sich hat in Form des Fisches beispielsweise.
Wenn Paul am Ende einen Weg in die Weite des Gartens findet, endet der Film mit langen Einstellungen, welche die Schönheit des Universums durch Sternbilder und kosmische Phänomene zeigen. Diese Sequenz ist zwar wunderschön, aber in ihrer Länge etwas zu sehr gestreckt. Damit geht die Botschaft des Films leider etwas unter, die dem Zuschauer immer wieder auch durch Kommentare aus dem Off mitgeteilt wird.