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Der Menschen dunkles Sehnen von Susan Hill

Rezension von Christel Scheja

 

In den letzten Jahren geht der Trend in der Krimi-Szene neben den allseits beliebten Mystery-Thrillern, die düstere und gesellschaftsverändernde Geheimnisse ans Licht der Öffentlichkeit bringen könnten, sondern auch zu Romanen über mehrfache Mörder, die - haben sie einmal Blut geleckt - nicht mehr aufhören können.

Sehr beliebt sind dabei auch Bücher, die unter anderem auch aus der Sicht der Täter geschrieben werden. Es macht den Autoren offensichtlich Spaß, die Psyche der Killer genauer zu beleuchten.

 

Zu diesem Romanen gehört auch „Der Menschen dunkles Sehnen“ von Susan Hill. Schon der Prolog verrät, worum es hier gehen wird. Ein Unbekannter findet schon in der Kindheit morbide Faszination am Tod und kann nicht damit aufhören immer wieder in einen Schaukasten zu blicken, in dem eine Hinrichtung gezeigt wird.

Er ist tief betrübt, als man das makabere Stück abmontiert und sucht in den kommenden Jahren andere Wege, um mit dem Tod in Berührung zu kommen, schlägt dabei ein Medizinstudium ein und geht, unbemerkt von allen Bekannten, Verwandten und Freunden auch einen anderen dunklen Weg. Doch erst jetzt ist er bereit, seinem Drang den Tod anderer zu erleben, freien Lauf zu lassen.

Die junge Kommissarin Freya Graffham wird dazu abgestellt, im kleinen und verschlafenen Örtchen Lafferton dem Verschwinden von Menschen nachzugehen. Innerhalb weniger Tage haben dort Männer und Frauen verschiedenen Alters ihr Haus verlassen und sind nicht mehr zurückgekehrt. Sind sie entführt oder gar ermordet worden?

Freya beginnt ihnen nachzuspüren, die letzten Wege der Verschollenen nach zu verfolgen und schließlich auch Verbindungen zwischen den Personen zu suchen. Das Misstrauen der Einwohner schwindet durch ihre freundliche und behutsame Art. Denn als die ersten wieder als Leichen auftauchen, erkennen sie den Ernst der Lage.

Zunächst scheint es keinen wirklichen Zusammenhang zwischen den Männern und Frauen zu geben, dann aber entdeckt sie eine ganz vage Spur, die sie stutzig macht. Allerdings ahnt sie nicht, dass sie den Mörder damit aufschreckt und sich damit selbst in große Gefahr bringt.

 

Susan Hill gelingt es durch die Äußerungen des Täters zunächst eine beklemmende und düstere Atmosphäre aufzubauen, denn man fragt sich wirklich, wer hinter den Aufzeichnungen und Monologen steckt, und wie er seine Morde ausführt.

Das ist das einzige Positive an diesem Buch, denn die Ermittlungen der jungen Kommissarin erweisen sich als sehr zähflüssig. Die Autorin versucht zwar den Figuren durch kleine Details Leben zu geben, übertreibt es dabei allerdings ein wenig zu sehr, das die Handlung ins stocken gerät und gehörige Längen auftritt.

Mehr als einmal gleiten die Geschehnisse in einen Bereich ab, der nicht mehr viel mit einem Krimi zu tun hat. Das führt dazu, dass die Spannung gerade in der Mitte des Buches ziemlich am Boden liegt. Da es nicht einmal vage Hinweise auf den Mörder gibt, tippt man gehörig im Dunklen.

Es genügt also nicht nur, einen interessanten Täter zu erschaffen, auch die Jagd auf ihn sollte spannend und unterhaltsam geschildert werden.

 

Das macht „Des Menschen dunkles Sehnen“ insgesamt zu einem Buch, in dem die interessanten Ideen leider größtenteils verschenkt werden und das eher langweilig als spannend ist. Man muss es also nicht unbedingt kennen.

Eure Meinung:


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Der Menschen dunkles Sehnen

Autorin: Susan Hill

broschiert, 559 Seiten

Knaur, erschienen Januar 2007

ISBN 978-3-426-63459-2

Übersetzung aus dem Englischen von Susanne Aeckerle

Titelbild von Corbis

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 10.06.2007, zuletzt aktualisiert: 10.08.2020 18:25