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Der Neandertaler in uns

Filmkritik von Christel Scheja

 

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Bild des Neandertalers stark gewandelt. Viele wissen inzwischen, dass er nicht mehr der affenähnliche Urmensch ist, der es zwar geschafft hat, in den kalten Regionen Europas zu überleben, aber ansonsten kein bisschen Kultur entwickelt hat. Inzwischen ist auch unbestritten, dass die modernen Menschen sein Erbe in sich tragen. Dass es Vermischungen gegeben hat, die lange geleugnet wurde. „Der Neandertaler in uns“ fasst all diese Erkenntnisse noch einmal in einer spannenden Dokumentation zusammen.


Wissenschaftler und Forscher verschiedener Fachrichtungen haben sich ein Bild über diese Art der Urmenschen gemacht, die sie jetzt auch dem einfachen Zuschauer vorstellen wollen. Eine ganze Folge beschäftigt sich damit, aus Funden und daraus gewonnenen Erkenntnissen ein glaubwürdiges Bild der Neandertaler zu schaffen. Wie haben sie ausgesehen und was haben sie getragen. Wie haben sie sich bewegt? Und was hat sie dazu prädestiniert in der Kälte zu überleben? Letztendlich wird auch die Frage beantwortet, warum sie eines Tages von der Bildfläche verschwanden und vor allem wie …


In zwei Folgen versucht die BBC-Dokumentation dieser Frage nach zu gehen und auch einem breiten Publikum verständlich zu machen. So kommen nicht nur die Forscher zu Wort, man holt auch Andy Serkis und sein Team ins Boot, um computeranimierte Neandertaler zu erschaffen. Damit werden dann auch die letzten Vorurteile aus der Welt geräumt. Denn zum Erstaunen aller, waren sie gar nicht so hässlich und grobschlächtig wie immer angenommen.

Und auch mit einem anderen Vorurteil räumen die Forscher ein für alle mal auf, macht es moderne Genetik doch möglich, die Spuren dieser Menschenart auch in unseren Körpern wiederzufinden. Denn es hat Vermischungen zwischen ihnen und dem Homo Sapiens gegeben, die bis heute in unseren Genomen zu finden sind und manchen Vorteil bieten.

Das ganze wird unterhaltsam und kurzweilig vorgestellt – die Wissenschaftler reden nicht nur, sondern zeigen auch – so testet man Bewegungsabläufe bei der Jagd mit verschiedenen Sportlern Sportlern aus – der eine groß und athletisch, der andere klein und gedrungen.

Zwar kann auch diese Dokumentation nicht ganz beantworten, warum und wie die Neandertaler schließlich ganz von der Bildfläche verschwanden, aber es wird ein interessantes und sehr lebendiges Bild der Urmenschen geschaffen und daran erinnert, dass auch sie Kunst und Kultur kannten, nicht weniger intelligent als die aus dem Süden kommenden Menschen waren und wir vielleicht die besten ihrer Gene geerbt haben.

 

Fazit:

„Der Neandertaler in uns“ ist eine zweiteilige Dokumentation, die genau den richtigen Ton findet, um auch unwissenden Zuschauern jeden Alters zu vermitteln, das gerade diese Menschenart absolut nicht den Vorurteilen entspricht, die man ihnen aufgedrückt hat und mehr in uns weiterleben als viele bisher geahnt haben – und das eher im positiven als im negativen Sinn.

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DVD:

Der Neandertaler in uns

Regisseure: Vikram Jayanti

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 1 DVD

Polyband/WVG, 26. Oktober 2018

Produktionsjahr: 2018

Spieldauer: 100 Minuten

 

ASIN: B07G28Y3WN

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 19.11.2018, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01