Auch wenn König Leonard sie recht formlos zu seiner Verlobten erklärt hat, ist Rahel nicht wirklich böse auf ihn. Außerdem gibt es viel drängendere Probleme. Der alte König und sein Berater haben anscheinend über längere Zeit alle neugeborenen Kinder des Reiches dämonisch verseucht. Rahel und Rieke gehören offensichtlich zu den Wenigen ihrer Generation, die dem entgangen sind. Zudem scheint es jemand auf Rahels Leben abgesehen zu haben. Selbst handverlesene Leibgardisten können sie nicht ausreichend schützen.
Der 2. Band der Schattenthron-Dilogie führt Rahels Geschichte praktisch nahtlos weiter. Angelika Diem stellt ihrer Protagonistin und dem neugekrönten König noch zahlreiche Hürden in den Weg. Erfreulicherweise konzentriert sie sich dabei auf den Fantasy-Aspekt, der sehr viel stärker als beim Vorgänger in Erscheinung tritt, und lässt die Romantasy-Einflüsse ganz an den Rand treten. Eigentlich ist es eine einzige Szene, die zudem für die Handlung unbedeutend ist, die man diesem Subgenre zuordnen muss. Abenteuer-Elemente spielen dagegen eine erheblich größere Rolle. Auch etwas gruseligere Szenen sind diesmal stärker vertreten.
Wie bereits bei Band 1 lässt die Autorin die Geschichte überwiegend von ihrer Protagonistin in der Ich-Form erzählen. Ausnahmen stellen lediglich kurze Perspektivwechsel zum ehemaligen Berater des alten Königs dar. Beide Bände bilden zusammen ein abgerundetes, stilistisch gut lesbares Ganzes.