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Der Quell der Finsternis von Margaret Weis und Tracy Hickman

Reihe:Der Stein der Könige, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Durch ihre Romane zur Drachenlanze-Saga sind Margaret Weis und Tracy Hickmann weltbekannt geworden. So ist es kein Wunder, dass sie ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fortgesetzt und unermüdlich weitere Fantasy-Zyklen produziert haben, einige davon auf selbsterfundenen Welten, andere wieder zu weniger bekannten Rollenspielsystemn von guten Bekannten.

So beruht auch die Saga um den „Stein der Könige“ auf einem Hintergrund, den sich Larry Elmore und andere geschaffen haben. Dort versuchen die Kräfte des Guten und Bösen an die vier Teile des Steins der Könige zu gelangen, um die Welt nach ihren Wünschen neu zu formen...

„Der Quell der Finsternis“ erzählt die Vorgeschichte der Saga - also wie es eigentlich erst dazu kam. Der erste Band der Trilogie ist wie seine Folgebände bereits als Paperback bei Blanvalet erschienen. Dies ist die preisgünstigere Taschenbuchausgabe.

 

Seit Jahrzehnten regiert der weise und gerechte König Tamaros über das Reich. Seine Gesetze haben für Wohlstand gesorgt, seine Politik für Frieden mit den Elfen, Zwergen und Orks, zu denen man seit einigen Jahren Kontakt durch magische Portale hält. Der Monarch hat seine Entscheidungen ganz in die Hände der Götter gelegt und lenkt die Menschen in ihrem Sinne. Doch nun hat er den Abend seines Lebens erreicht.

Er denkt daran, sich zur Ruhe zu legen, zögert aber noch, weil ihm etwas Sorgen macht. Zwar ist sein erster Sohn, Kronprinz Helmos, ganz nach seinem Geschmack und eifert ihm in vielen nach, aber er kann sich nicht über seinen jüngeren Sproß freuen. Prinz Dagnarus, der Sohn seiner zweiten Frau Emmilia, ist zwar ein hübsches Kind, besitzt aber einen fragwürdigen Charakter. Er ist verwöhnt, eigensinnig und egoistisch.

Auf den Vorschlag eines seiner Berater hin, erlaubt er dem Prinzen einen Prügelknaben zu haben, damit er so vielleicht besser Verantwortung lernt und einen gleichaltrigen Spielkameraden hat.

Ausgewählt wird der Sohn einer der Hofdamen der Königin. Gareth, der durch ein Feuermal in seinem Gesicht entstellt ist, ist ein schüchternes und ängstliches Kind. Zunächst scheint die Saat aufzugehen, denn die beiden Jungen freunden sich schnell an und Dangnarius scheint freundlicher und verantwortungsbewusster geworden zu sein.

Tatsächlich aber hat er Gareth durch sein Charisma in den Bann geschlagen und lenkt ihn nach seinem Willen. Auch als der entstellte Junge in den kommenden Jahren die Magierlaufbahn einschlägt dient er ganz den Wünschen seines prinzlichen Herrn.

Und dazu gehört es auch, dem jungen Mann im Laufe der Jahre die Macht zu verschaffen, seinen Bruder Helmos zu übertrumpfen und vielleicht sogar zu stürzen. Um das zu erreichen weihen sich beide der Magie der Leere und verschreiben sich damit einem dunklen Pfad.

 

Anders als sonst widmen sich Weis und Hickman diesmal nicht dem Werdegang eines Helden sondern eines Bösewichts, der durch persönliche Gelüste und Machtgier einen dunklen Pfad einschlägt und am Ende nicht nur sich selbst, sondern auch seine Umgebung mit sich in den Untergang reißt.

Davon merkt man am Anfang allerdings nichts, da der Fokus mehr auf den jungen Gareth gerichtet ist, aus dessen Sicht der Leser erstmals den späteren Protagonisten kennenlernt und schon früh merken kann, wes‘ Geistes Kind er ist.

Dagnarius ist kein liebenswerter Charakter, auch wenn man es zunächst hofft. Und seine negativen Charaktereigenschaften werden durch Intrigen von außen noch geschürt, während er selbst auf die Willensschwächeren in seiner Umgebung abfärbt.. Und das wird von den beiden Autoren stellenweise wirklich sehr überzeugend beschrieben. Leider können die beiden das nette Wechselspiel nicht über den ganzen Roman beibehalten.

Zum Ende hin verflacht die Geschichte zusehends und konzentriert sich mehr auf die Action. Dunkle Magie wird beschworen, Untote geschaffen und das Chaos wirft die Welt aus dem Bahn. Und natürlich weiß man gerade als erfahrener Leser auf was die Handlung hinsteuert und wird nicht enttäuscht.

Dass die Autoren die Möglichkeiten ihres Plots voll ausschöpfen und den Charakteren ein wenig mehr Tiefe geben, sollte man nicht erwarten. „Der Quell der Finsternis“ ist und bleibt spannende Unterhaltung auf einem seichten Niveau, wenn auch mit einem etwas anderen Inhalt als sonst, der sich ein wenig aus der Dutzendware hervorhebt.

 

Margaret Weis und Tracy Hickman beweisen auch diesmal, das sie routiniert schreiben können und legen einen sauberen und an Action reichen Abenteuer-Fantasy-Roman vor, der jedes Rollenspieler-Herz erfreuen dürfte.

 

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Der Quell der Finsternis

Reihe: Der Stein der Könige, Bd. 1

Autoren: Margaret Weis und Tracy Hickman

Broschiert, 638 Seiten

Blanvalet, erschienen Dezember 2007

ISBN: 978-3-442-24492-8

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Regina Winter

Titelbild von Lubos deGerardo Suzin

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 11.01.2008, zuletzt aktualisiert: 06.11.2019 08:21