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Der Rache süßer Klang von Karen Rose

Rezension von Christel Scheja

 

Frauenhäuser sind eigentlich dazu da, um von ihren Männern gequälten Frauen eine Zuflucht zu bieten, und ihnen einen Neuanfang zu ermöglichen. Zwar sind sie von staatlichen Stellen gerne gesehen, aber nicht immer erhalten sie die Unterstützung, die sie bräuchten...

 

Das weiß auch Dana Dupinsky, die in Chicago selbst eine solche Einrichtung leitet und manchmal zu nicht ganz legalen Mitteln greift, um den Frauen zu helfen. Sie ist mit Leib und Seele Sozialarbeiterin, kämpft für die Mädchen und Frauen so gut sie kann und versucht ihnen auch seelisch eine Freundin zu sein. Die meisten sind ihr im Nachhinein dankbar, nur wenige zeigen keine Gefühle. Aber das kann sie hinnehmen.

Doch selbst sie ahnt nicht, dass manche von ihnen zwei Gesichter haben können.

Zu den aktuellen Neuankömmlingen gehört auch Sue Conway, die mit ihrem kranken und verschüchterten Sohn von irgendwoher gekommen ist und verzweifelt nach Hilfe sucht. Dana gewährt sie der Geschlagenen und Gequälten gerne und tut für sie, was sie kann.

Was die Sozialarbeiterin aber nicht ahnt ist, das sich unter der Leidensmiene eine eiskalte Killerin versteckt, die nur eines im Sinn hat: Alle zu erledigen, die sie verraten haben und dafür sorgten, dass sie wegen Drogenhandels im Gefängnis landete.

Allerdings müssen auch Männer und Frauen daran glauben, die ihr im Weg sind und unter Umständen sogar unter ihre Maske schauen könnten. Das Kind in ihrem Schlepptau ist auch nicht ihr eigener Sohn sondern ein taubstummer Junge, den sie als Rückversicherung entführt hat, und dessen Vormünder sie jetzt zu erpressen versucht.

Derweil lernt Dana durch Zufall den Privatermittler Ethan Buchanan kennen, in den sie sich auf Anhieb verliebt und in einen Gewissenskonflikt gerät. Einerseits möchte sie ihre Pinzipien nicht verraten, andererseits aber auf helfen, sein vermisstes Patenkind wieder zu finden.

Die beiden ahnen nicht, dass sie im Prinzip das selbe Ziel haben, da der Junge im Frauenhaus genau dieses Kind ist.

Als sie die Verbindung erkennen ist es schon fast zu spät, denn Sue Conway hat inzwischen beschlossen, die lästige Dana aus dem Weg zu räumen...

 

Es genügt nicht, eine leidlich spannende Handlung zu erfinden in der die Ermittler ziemlich schlicht an der Nase herum geführt werden und das ganze dann mit einigen deftigen Liebesszenen und Brutalitäten zu würzen.

Was an „Der Rache süßer Klang“ besonders negativ auffällt ist die schlicht gestrickte Handlung in der hölzerne, zweidimensionale Charaktere agieren. Das fällt vor allem bei Sue Conway auf, die von Seite zu Seite immer negativer und platter dargestellt wird, während Ethan und Dana von der Autorin umhätschelt werden. Die Auflösung des Thrillers ist ähnlich einfach wie die ganze Geschichte.

Die dabei angesprochenen Probleme eines Frauenhauses werden nur mit ein paar plakativen Anmerkungen angerissen. Nicht zuletzt wirken die psychologischen Entwicklungen zum größten Teil aufgesetzt - mehr Sorgfalt legt die Autorin auf die Liebesgeschichte, die zum Ende hin einen immer größeren Raum einnimmt.

 

Es ist letztendlich schade, dass sie das Potential ihres Romans verschenkt. Aus den angeschnittenen Themen hätte man wesentlich mehr machen können als nur ein plattes Liebesdrama, das gerne als Thriller durchgehen möchte.

Eure Meinung:


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Der Rache süßer Klang

Autorin: Karen Rose

Broschiert - 640 Seiten

Knaur, erschienen Februar 2007

ISBN: 978-3-426-63464-6

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Kerstin Winter

Titelbildgestaltung von Mauritius Images

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 12.10.2007, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18