Panini hat etwas für alle Fans, die die nächste Staffel der Netflix-Serie The Witcher gar nicht erwarten können. Mit Der Rand der Welt gibt es nämlich ein neues Comic aus dem Universum des Hexers Geralt von Riva. Basis ist dabei eine Kurzgeschichte, die aus der Feder des Witcher-Schöpfers Andrzey Sapkowski stammt. Allerdings handelt es sich um eine recht frühe Erzählung, die die Fantasy-Autorin Magdalena Salik als Graphic Novel adaptiert hat.
Die ungleichen Reisegefährten Geralt und Rittersporn hat es an den Rand der Welt verschlagen. Doch auch an dem wunderschönen Fleckchen, wo Menschen und Elfen in unmittelbarer Nähe leben, gibt es Arbeit für den Hexer. Der soll sich nämlich eines Teufels annehmen, der angeblich hier sein Unwesen treibt. Doch bald muss der Monsterjäger erkennen, dass sich die Dinge etwas anders als gedacht verhalten.
Magdalena Salik gelingt im großen und ganzen eine stimmige und ansprechende Adaption des Werks von Andrzey Sapkowski. Allerdings ist diesem anzumerken, dass es sich um ein kurzes Frühwerk mit einer eher kompakten Story handelt. Dementsprechend fehlt es an epischen Ereignissen oder Tiefe. Auch packende Kämpfe sind eher Mangelware. Zudem es ist natürlich auch keine Frage, dass sowohl Hexer als auch Barde unbeschadet aus dem Schlamassel herauskommen, was der Spannung einen gewissen Abbruch tut. Dafür eignet sich die Graphic Novel gut als Einstieg in die Welt des Geralt von Riva, weil sie zahlreiche zentrale Motive – etwa die Konflikte zwischen den Völkern oder die Ausgestaltung von »Monstern« – bereits andeutet. Dank der Figur des Rittersporn ist zudem immer wieder für eine Portion Comic Relief gesorgt.
Verantwortlich für die Zeichnungen ist Tommaso Bennato. Der Italiener gestaltet mit feiner Feder Gebäude und lässt die Panels auch immer wieder durch Details lebendig werden. Bei ihm erinnert der Barde Rittersporn optisch an einen kecken Robin Hood, was ganz gut zum Charakter passt. Die meisten anderen Figuren sind ihm ebenfalls gut gelungen, was auch für die Nicht-Humanoiden gilt. An einigen Stellen übertreibt es Bennato allerdings mit der Mimik seiner Charaktere und überzeichnet diese. Dadurch wirken hier Gesichter eher wie Grimassen. Da hätte der Italiener nuancierter arbeiten dürfen.
Die Farbgebung durch Chris O’Halloran geht grundsätzlich in Ordnung. Es gibt auch mal einen schönen Sonnenuntergang zu bewundern, der den idyllischen Charakter der Umgebung betont. An einigen Stellen ist das Farbspektrum jedoch etwas zu schmal ausgefallen. So hätte besonders den Wäldern eine größere Vielfalt an unterschiedlichen Grün- und Brauntönen – sowie vielleicht ein paar bunte Früchte – gut getan.