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Der Rivale

Reihe: Die Korsaren der Alkibiades, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Die französischen Künstler Denis-Pierre Filippi und Eric Liberge haben ihre vierbändige Saga „Die Korsaren der Alkibiades“ nicht im Viktorianischen Zeitalter angesiedelt wie so viele andere Geschichten mit Steampunk-Einflüssen, sondern bereits etwas früher – irgendwann zwischen den Jahren 1820 und 1850, in denen das „Empire“ seine Vormachtstellung in der Welt sicherte.

 

Curtis, Maryline, Mike, Lydia und Peter wurden vor nicht all zu langer Zeit aus ihrem bisherigen Leben gerissen und von einer geheimnisvollen Organisation, die sich „Alkibiades“ nennt, rekrutiert. Sie sind die Talente, die nach einem harten Auswahlverfahren übrig blieben, um als sich Geheimagenten für das Empire zu bewähren.

Dabei ist es nicht darauf angekommen, aus welcher gesellschaftlichen Schicht sie stammten, allein die Tatsache, dass sie für etwas besondere Begabung zeigten, haben sie zusammen geführt.

Schon in den ersten Stadien ihrer Ausbildung haben die fünf Gefährten wider Willen feststellen müssen, dass die Organisation nicht ganz ohne Feinde ist, denn es gibt immer wieder Überfälle und Angriffe, nicht zuletzt werden Geheimnisse verraten, die besser verborgen geblieben werden.

Doch noch sind sie nicht in alles eingeweiht. Eine letzte Prüfung wartet auf sie. Sie werden auf eine kleine Flotte von Schiffen gebracht, auf denen sich außergewöhnliche Technik befindet. Das Ziel ist die Karibik. Dort sollen sie einen legendären Schatz aufspüren und auch Bergen.

Doch schon die Reise wird zu einem gefährlichen Abenteuer, denn der Feind erhält erstmals einen Gesicht und einen Namen. Ganz offensichtlich handelt es sich um Abtrünnige, die sich von der Organisation los gesagt haben, um die Erfindungen und Entdeckungen für eigene Zwecke und nicht zum Wohl der Menschheit zu nutzen.

Auf einer einsamen Insel in den Tropen kommt es so zu einer ersten heftigen Konfrontation und die fünf Helden werden sich um so sicherer, dass der Verräter ganz in ihrer Nähe ist, der ihnen schon einmal so viel Ärger bereitete.

 

Leider geht es in „Der Rivale“ ähnlich kryptisch weiter wie es in „Geheime Eliten“ begonnen hat. Zwar erfahren Leser und Helden einige Dinge, aber wirklich viele Fragen werden damit nicht beantwortet. Die Ziele und Ausrichtung der Organisation „Alkibiades“ bleiben weiterhin sehr schwammig.

Anstatt mehr in die Struktur der neuen Welt, zu der sie jetzt gehören, einzutauchen und mehr über sich preiszugeben, werden die Helden im Verlauf der Handlung immer wieder von einem Ort zum anderen getrieben. Sie haben eigentlich keine Chance gegen die Feinde, die sie zwar gewähren lassen, aber auch immer wieder Steine in den Weg legen, wenn es nötig ist.

Zwar bekommen die Gegenspieler jetzt ein Gesicht, aber das ganze ist nicht wirklich erhellend, da viele Motive und Absichten weiterhin im Dunklen bleiben und neue Fragen aufwerfen.

Das einzige Positive ist die Entwicklung der Helden, die ein wenig zielstrebiger als im ersten Band ist. Das Geschlecht spielt überraschenderweise keine Rolle, Maryline und Lydia werde genau so ernst genommen wie die anderen Auserwählten männlichen Geschlechts und haben einen ähnlichen Anteil an der Handlung. Nur die Vergangenheit aller bleibt weiterhin verborgen.

Wie im ersten Band wahren Szenarist und Künstler die Atmosphäre der Zeit und bauen die Anachronismen geschickt ein, so dass einerseits der Flair der Zeit nach Napoleon gewahrt ist, andererseits aber auch ein Hauch von Jules Verne aufkommt, selbst bei ihrem Abenteuer auf der karibischen Insel. Nur ist der rote Faden immer noch sehr bruchstückhaft.

Zeichnerisch bleibt der zweite Band auf dem Niveau, den der erste hatte.

 

Alles in allem bietet „Der Rivale“ ein spannendes, wenn auch sehr vordergründiges Abenteuer. Der Hintergrund bleibt allerdings auch weiterhin sehr kryptisch, da mit jeder Antwort eine neue Frage aufgeworfen wird – nun da die Gegenspieler ein Gesicht haben, mehr denn je. So kommt neben der Neugier auf die kommenden Bände beim Leser unter Umständen auch Enttäuschung auf, da er im Grunde immer noch nicht mehr weiß als am Anfang.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Der Rivale

Reihe: Die Korsaren der Alkibiades, Bd. 2

Autor: Denis-Pierre Filippi

Zeichner und Farben: Eric Liberge

Original: Les Corsaires d’Alcibiade: Le Rival, FR 2006

Übersetzerin: Katrin Tempel

Hardcover-Album, 48 Seiten

Ehapa Comic Collection, erschienen im November 2010

ISBN-10: 3770433610

ISBN-13: 978-3770433612

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 12.12.2010, zuletzt aktualisiert: 17.11.2019 13:35