Die Rivalität zwischen Snehild und Ragnfried nimmt neue Dimensionen an und zwingt Snehild zu einer beschwerlichen Reise in die Welt der Toten. Unterdessen reagiert und regiert König Aslak immer paranoider. Die Todesstrafe ist schon bald ein alltägliches Mittel. Unter diesen Umständen brodelt es immer stärker in der Stadt. Eine Entscheidung steht an.
Im 2. Band ihres in der nordischen Mythologie angesiedelten Fantasy-Mehrteilers setzt Anne-Marie Vedsø Olesen natürlich die Geschichte ihrer Titelheldin fort.
Dabei steht diese jedoch keinesfalls ständig im Fokus der Geschichte. Neben Snehilds ›Ausflug‹ in die Unterwelt, von wo sich die Rückkehr naturgemäß als nicht ganz trivial erweist, folgt die Handlung auch immer wieder einer Reihe anderer Charaktere. Erst insgesamt gesehen ergeben die Teilhandlungen ein zusammenhängendes Bild der Entwicklungen. Dabei verkomplizieren sich die Ereignisse zunehmend. Am Ende dieses Bandes bildet sich dann erneut eine Situation heraus, die für den Folgeband fast alles offen lässt. … und damit Lust auf Band 3 macht.
Was diesem Band in meinen Augen fehlt, ist ein »Was bisher geschah«. Ohne Kenntnis des 1. Bandes (Die Seherin von Midgard) dürft das Verständnis der Handlungswelt und der Handlung selbst nahezu unmöglich sein. Auch hielte ich ein Glossar der Wesen der nordischen Mythologie für ratsam. Wer hier keine Vorkenntnisse aufzuweisen hat, dürfte sich mit den Zusammenhängen schwertun, die zum wirklichen Verständnis der Story praktisch unverzichtbar sind. Im Buch finden sich in dieser Richtung so gut wie keine Erklärungen.
Die Autorin lässt den erzählerischen Fokus erneut zwischen einer ganzen Reihe an Charakteren und Handlungsorten pendeln.