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Der Ruf des Blutes von J. K. Beck alias Julie Kenner

Reihe: Allianz der Schatten, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Hinter J. K. Beck steckt eigentlich die Autorin Julie Kenner, die sich bereits mit anderen Romanen aus dem Bereich der paranormalen Romanzen einen Namen gemacht hat und es eigentlich nicht nötig hätte, sich hinter einem anderen Namen zu verstecken. In ihrem Leben hat sich ansonsten nichts verändert, sie lebt immer noch mit ihrer Familie in Texas und trinkt zu viel Kaffee, wenn sie nicht gerade schreibt. „Der Ruf des Blutes“ ist jedenfalls der Auftakt zu einer neuen Serie um die „Allianz der Schatten“.

 

Sara Constantine ist sehr karrierebewusst und freut sich natürlich sehr über die Beförderung zur führenden Staatsanwältin. Doch ihre Begeisterung ist etwas getrübt, weil sie erfährt, dass sie nun Werwölfen und Vampiren den Prozess machen muss. Das weckt alte Erinnerungen in ihr und ruft ein Trauma wach, dass sie lange verdrängt hat – denn sie hat ihren eigenen Vater durch einen Vampir verloren.

Sie erkennt aber auch die Chancen, die ihr diese neue Aufgabe bietet und beschließt, die Blutsauger und Gestaltwandler besonders hart zu verfolgen und für die Höchststrafen zu plädieren, die es geben kann.

Doch schon der erste Fall wird zu einem Problem. Angeklagt ist ausgerechnet Lucius Dragos, den sie als Luke kennt. Der Mann, mit dem sie erst kürzlich einen heißen One-Night-Stand verbracht hat, soll mehrere Menschen brutal ausgesaugt haben. Da sie nicht wusste, was er ist, kommt Wut in ihr hoch, und sie setzt alles daran, ihn zu überführen, auch wenn ihre Gefühle etwas anderes sagen und dadurch in einen heftigen Widerstreit geraten. Denn trotz allem spürt sie eine enge Seelenverwandtschaft zu dem Mann, den sie auch nach der Nacht nicht vergessen konnte.

Lucius geht es ähnlich. Eigentlich hatte er sich keine Gedanken über die Frau mehr machen wollen, die er nur als Ablenkungsmanöver benutzt hat, doch nun versucht er ihr zu beweisen, dass er nur dann tötet, wenn es absolut notwendig ist und schon gar nicht die Unschuldigen. Doch kann er ihr wirklich klar machen, dass er nicht das Monster ist, das sie unbedingt in ihm sehen will?

 

Die Konstellation Gesetzeshüter gegen schuldig scheinenden Blutsauger ist ein gerne benutztes Thema im paranomalen Liebesroman, da es die Möglichkeit bietet, neben der Beziehung auch noch ein wenig Action einzubringen. So ahnt der erfahrene Leser natürlich von Anfang an, auf was das ganze hinauslaufen wird – es kommt nur darauf an, wie unterhaltsam die Autorin das ganze zu verpacken weiß.

Tatsächlich schafft es Julie Keller alias J. K. Beck die Klischees ein wenig zu umschiffen und der ganzen Geschichte noch ein paar neue Facetten abzugewinnen. Das liegt daran, dass der Fall schnell undurchsichtig wird und nun auch Lucius darauf erpicht ist, den Mörder zu finden. Die traurige Ahnung, die er schon früh hat, bewahrheitet sich leider und weitet sich zu einer persönlichen Tragödie aus.

Immerhin stehen die Figuren zu ihren Berufen. Der Hintergrund ist nicht nur Staffage sondern wird fest in die Handlung eingebunden. Auch wenn Sara Schwächen zeigt, wenn es um den Mann ihrer Liebe geht, so ist sie doch in ihrem Beruf eine starke und selbstbewusste Frau, die genau weiß was sie will.

Lucius entspricht hingegen dem klassischen Vampirbild – ein Mann, der nur gutes wollte, aber sich dem Bösen verschrieb und lange Jahre gegen seinen inneren Dämon kämpfte. Da besitzt seine „Ziehtochter“ noch interessantere Züge.

Alles in allem lässt sich das Buch gut lesen, es bietet eine gute Mischung an Beziehung und Abenteuer, garniert mit einer ordentlichen Prise Sex auf.

 

Letztendlich aber wird „Der Ruf des Blutes“ wieder nur Leserinnen ansprechen, die bei stattlichen Vampiren immer noch nicht „nein“ sagen können und nach einer kurzweiligen Lektüre für den Sommer suchen. Mit dem Roman von Julie Kenner werden sie jedenfalls nicht enttäuscht werden.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Der Ruf des Blutes

Reihe: Allianz der Schatten Band 1

Autor: J. K. Beck alias Julie Kenner

Taschenbuch, 429 Seiten

Ubooks/U-Line, Mai 2012

Übersezterin: Katrin Reichart

Titelbild: Agnieszka Szuba

 

ISBN-10: 3939239283

ISBN-13: 978-3939239284

 

Erhältlich bei Amazon

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Erstellt: 01.06.2012, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18