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Der schwarze Pirat

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Rezension von Ralf Steinberg

 

Spielziel:

Jeder Spieler versucht, mit Hilfe eines Blasebalgs sein Schiff so zu steuern, dass es Häfen mit Gold erreicht. Aber auch ein Piratenschiff kann gesteuert werden und so den anderen Spieler Gold abgenommen werden. Wer die meisten Goldstücke eingesackt hat, gewinnt.



 

Ausstattung:

Das Spielfeld ist hübsch gestaltet, allerdings hätte man das Spielfeld in mehr als vier Puzzlestücke teilen und somit die überdimensionierte Schachtel kleiner halten können.

Die Schiffe sind lustig anzuschauen und auch die Würfel sind wieder kindgerecht groß. Einige Inseln sind etwas klein geraten, hier purzeln die Goldstücke schnell herunter, insgesamt aber ist die Ausstattung sehr stimmungsvoll geraten.


Spielregeln:

Die Spielregeln sind kurz und einfach, Kinder haben keine Probleme damit, sie sich zu merken. Nach dem ersten Lesen der Anleitung gab es keine weiteren Fragen.

 

Spielverlauf:

Das Spielfeld besteht aus vier Puzzleteilen, die zunächst zusammengesetzt werden müssen. Anschließend wird auf jede der Schatzinseln ein Goldstück gelegt, das Piratenschiff wird in die Piratenbucht gesetzt und alle Schiffe der Mitspieler auf die Startfelder in der Mitte. Jeder Mitspieler erhält noch einen kleinen farbigen Beutel für die Beute und schon kann es losgehen.

Solange wie im Vorrat noch Goldstücke sind, wird mit zwei Würfeln gewürfelt.

Der Fahnenwürfel bestimmt dabei, auf welche Inseln Goldstücke zu legen sind und somit den dortigen Schatz vermehren. Dabei können jeweils ein bis zwei farbige Fahnen auf dem Würfel sein und entsprechend verteilt der Spieler das Gold. Sobald alles Gold verteilt ist, legt man diesen Würfel beiseite und es wird nur noch mit dem Windwürfel gespielt.

Dieser zeigt entweder eine Drei oder eine Vier neben einem Schiff. Diese Zahl gibt an, wie oft mit dem kleinen Blasebalg auf das Schiff gepustet werden darf um es in Richtung Schatz zu bugsieren.

Sollte auf dem Würfel das Piratenschiff erscheinen, so muss der Spieler anstelle seines Schiffes das Piratenschiff anpusten. Er kann so auch einen Hafen plündern, oder aber ein anderes Schiff entern. Der betroffene Spieler verteilt hinter seinem Rücker drei Goldstücke und lässt dann den Piraten eine der geschlossenen Fäuste wählen. Die so gefundenen Goldstücke heimst er ein. Anschließend eilt das Piratenschiff in seine Bucht zurück.

Wessen Schiff beim Pusten umkippt, muss es auf das Startfeld zurückstellen, das gilt für den Piraten ebenso.

Je nach Geschick im Pusten und nach Häufigkeit der Piratenüberfälle dauert ein Spiel zwischen 30 und 40 Minuten, die vom Verlag angegebene kürzere Spielzeit könnte mit geübten Spielern bestimmt erreicht werden, in unseren Testspielen zeigte sich jedoch eine Tendenz zu längeren Partien.



Spielspaß:

Das große Problem des Spiels ist seine hohe Motivationsschwelle bedingt durch das Benutzen des Blasebalgs. Hier hilft nur einiges Üben vor dem ersten Spiel und auch dann ist es kein Zuckerschlecken, den nicht sehr großen Punkt an den Schiffchen zu treffen, wo der Luftstrom in Bewegung mündet. Drückt man die Gummikapsel zu schwach, was besonders bei vorsichtigen oder schwächeren Spielern passiert, bleiben die Schiffe stehen, bläst es zu doll, fällt das Boot leicht um und muss an die Ausgangsposition zurückgesetzt werden und damit direkt vor den Piraten. So wird schnell ein Fehler doppelt bestraft.

Es dauert einfach zu lange, bis aus Glück durch Übung geschicktes Manövrieren wird. Sicher macht es auch einen Riesenspaß, anderen ihr Gold abzuknüpfen oder im Wettlauf um die ertragreichste Insel Erster zu sein, bis dahin ist aber einiges an Frustration abzuarbeiten. Eltern sollten hier unbedingt lenkend mitspielen.

Das Zuordnen der Goldstücke zu farbigen Inseln und auch das Zählen der Windstöße ist eine schöne Lernidee für Vorschulkinder.

Den Rollenspielaspekt kann das Spiel hingegen nicht abdecken, zuwenig ist das Spielkonzept mit einer Handlung oder einer Rolle verknüpft.

Allerdings weist das Spiel eine hohe Wiederspielbarkeit auf, da durch den Blasebalg und den Piraten ausreichend Zufälle integriert wurden, die zu einem hohen Abwechslungsreichtum der Partien führen. Ist der kindliche Ehrgeiz erst einmal angestachelt führt es zu immer neuen Versuchen. Die Anzahl der Spieler verkürzt lediglich die Spieldauer und macht es für den Piraten einfacher, Beute zu erzielen, ansonsten bleibt das Spiel gleich.

 

Fazit:

Der schwarze Pirat wurde wahrscheinlich durch den hohen pädagogischen Anspruch zum Kinderspiel des Jahres 2006 gewählt, unsere Testspieler hatten allerdings wenig Freude damit, zu sehr bestimmt der geschickte Umgang mit dem Blasebalg das Spielgeschehen. Damit hängt es sehr von den Eltern ab, ihre Zöglinge zum Weiterprobieren zu animieren.

Der Knackpunkt: Pusten!

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Eure Meinung:


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Brettspiel:

Der schwarze Pirat

Spielidee & Illustration: Guido Hoffmann

HABA, 2006

Spieler: 2-4

Alter: ab 5

Spieldauer: 30-40 Minuten

ASIN: B000FWGUW0

Erhältlich bei: Amazon

 

Dieses Spiel fördert:

 

  • Auge-Hand-Koordination
  • Vorausschauendes Denken
  • Rollenspiel

 

 

Inhalt:

 

  • Vierteiliger Spielplan
  • 1 Blasebalg
  • 1 Piratenschiff
  • 4 farbige Schiffe
  • 36 Goldmünzen
  • 1 weißer Fahnenwürfel
  • 1 naturfarbener Windwürfel
  • 4 Säckchen
  • 1 Spielanleitung

 

 

Die Spielanleitung kann man sich auch bei HABA herunterladen.

 


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Erstellt: 03.09.2007, zuletzt aktualisiert: 04.04.2018 19:36