Als einziger Sohn des Herrschers ist es für Nandovain schon immer klar, dass er einmal der nächste Chef seines Clans wird. Als sein Vater jedoch unerwartet stirbt, putscht sein Onkel und will die Machtverhältnisse ändern. Selbst vor einem Mordversuch an ihm schreckt er nicht zurück. Zusammen mit seinem besten Freund muss Nando fliehen, um andernorts Verbündete zu gewinnen.
Mit seinem Mehrteiler Jenseits der Dunkellande führt uns Tim J. Radde in eine eher ungewöhnliche Fantasy-Welt. Statt eines Europas vergangener Zeiten, wie es im Genre meist üblich ist, dient hier eher eine Kultur, die sich auf Stammesverbänden aufbaut, als Vorlage. Allerdings haben sich mir die Herrschaftsverhältnisse unter den verbündeten Clans bis zum Ende dieses Bandes nicht vollständig erschlossen. Trotzdem fand ich den Aufbau der Gesellschaft durchaus interessant.
Demgegenüber stehen für mich nicht nachvollziehbare Handlungen und Entscheidungen des Protagonisten und anderer Charaktere. Glück und Zufall spielen eine überproportional große Rolle an den Entwicklungen. Auch ist die Charakterzeichnung in meinen Augen teilweise etwas konfus. Beispielsweise spielt ein Mädchen eine Nebenrolle, das ich wegen ihrer Äußerungen und Handlungen auf etwa 13 geschätzt hatte – bis sich herausstellte, dass es erst etwa 6 sein soll! Das alles führt dazu, dass es mit recht schwerfällt, für dieses Buch ein Gesamturteil zu fällen. Da die Geschichte gut lesbar und auch unterhaltsam ist, komme ich insgesamt auf ein doch relativ positives Urteil. Wohin sich die Gesamthandlung in den kommenden Bänden weiterentwickelt, ist im gegenwärtigen (relativ abgeschlossenen) Stadium kaum zu erahnen.