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Der Setzerjunge von Lloyd Alexander

Reihe: Westmark-Trilogie Bd.1

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Als Theo, der Setzerjunge, zustimmt, für den hochtrabenden Dr. Absalom eine Flugschrift aufzusetzen, ahnt er nicht, welchen Ärger er sich damit einhandelt. Westmark ist ein gefährliches Pflaster geworden, seit der skrupellose Premierminister Cabbarus an die Macht gelangt ist. Theos Druckhaus wird zerstört, er selbst kann nur mit knapper Not dem Tod entkommen. Nun ist er ein Ausgestoßener, und was bleibt ihm da anderes übrig, als sich dem schurkischen Dr. Absalom und seinem Diener, dem Zwergen Musket, anzuschließen? Zusammen machen sie sich auf eine gefährliche Abenteuerreise, die so manche Überraschung bereit hält ...

 

Inhalt:

Theo hätte es schlimmer treffen können als Waise. So aber, nach einigen gescheiterten Versuchen, landet er bei dem Drucker Anton und wird dessen Lehrling. Die beiden verbindet sehr viel miteinander, nicht zuletzt die Liebe zum gedruckten Wort. Doch dann werden vom Premierminister Cabbarus neue Gesetze erlassen. Gesetze, die Antons Druckmaschine Rost ansetzen lassen. Als dann der Zwerg Muskete plötzlich in der Druckerei auftaucht, denkt Theo gar nicht weiter darüber nach, als er dessen Auftrag, für einen gewissen Doktor Absalom eine Flugschrift zu drucken, annimmt. Und damit nimmt das Unglück seinen Lauf und Theo wird zum Flüchtling ...

 

Rezension:

Lloyd Alexander ist spätestens seit seinem Taran-Zyklus ein Begriff in der Fantasy. In seiner Westmark-Trilogie geht der Autor aber einmal etwas andere Wege. Diese Geschichte ist ... nennen wir sie erst einmal politisch. Auf den ersten Blick verbindet Theo vieles mit Taran. Doch Westmark ist ein völlig anderer Stoff als das märchenhafte Land, das der Autor für seinen Vorzeigezyklus erschaffen hat. Westmark ist moderner, härter, grausamer zu seinen Figuren. Dennoch aber bleibt Alexander sich selbst treu. Er ist schließlich ein Jugendbuchautor, und so soll es auch bleiben. Dennoch schlägt er, trotz seines märchenhaften Erzählstils, der wirklich zum Träumen einlädt, eine härtere Gangart ein als ich bisher von ihm kannte. Alexanders Bücher sind lehrreich, und er benutzt Parabeln und einen geschickt eingesetzten „mahnenden Zeigefinger“, um zu erreichen, was er eigentlich will. Worum es geht ist Politik, Korruption und das Leid der einfachen und adligen Menschen. Alexander benutzt weitestgehend Archetypen, um eben diese Welt entstehen zu lassen: den jungen, aber dennoch zaudernden Helden in der Figur des Theo, den gutmütigen, weltfremden Scharlatan für den Absalom, den kranken, trauernden König. Und gerade durch diese Verquickung wirkt das Buch lesens- und liebenswert. Theo, der gegen seinen Willen immer weiter in die Machenschaften der Rebellen um Florian hineingezogen wird, der immer noch zu blauäugig ist, um die Gefahr zu erkennen, auf die er sich eingelassen hat. Die ganze Situation wirkt dramatiscch, spitzt sich immer mehr zu. Und Theo stößt an seine Grenzen und kann nicht aus seiner Haut. Warum sollen es immer die starken und rücksichtslosen Helden sein, die am Schluß gewinnen? Theo ist so wie er ist liebenswert, er ist das Gewissen des ganzen Romans, dabei behält er aber bis zum Schluß noch seine ganz eigene Naivität, die ihn erst zu dem Helden macht, der er ist.

 

Lloyd Alexanders Westmark-Zyklus wurde mehrfach ausgezeichnet. Ich kann verstehen, warum. Ein Buch wie dieses hätte ich mir während meiner Schulzeit wirklich einmal im Unterricht gewünscht, einen Roman mit märchenhafter, doch dramatischer Szenerie, einen Roman mit wirklich liebenswerten Figuren, die so herrlich naiv und doch völlig treffend gezeichnet sind.

 

Mein Fazit: Ein gelungener Auftakt zur neuen Reihe. Ein Schmankerl für Taran-Fans, ein wirklich hervorragendes Jugendbuch.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Der Setzerjunge

Autor: Lloyd Alexander

Reihe: Westmark-Zyklus

Verlag: Lübbe

Format: broschiert

ISBN: 3404204948

Erscheinungsdatum: September 2004

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 14.08.2005, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06