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Der Sommer, der uns trennte von Cat Jordan

Rezension von Christel Scheja

 

Rezension:

Cat Jordan wurde zwar in Europa geboren, wuchs aber in Amerika auf und arbeitete schon als Performance-Künstlerin, Malerin, Tänzerin und Filmemacherin, ehe sie das Schreiben für sich entdeckte. Der Sommer, der uns trennte ist ihr Debüt und der erste Roman, der auch in Deutschland erscheint.

 

Middie und Nate sind schon seit Jahren das ideale Paar und ihr Weg scheint vorherbestimmt zu sein, auch wenn sie ein Jahr trennt. Damit sie gemeinsam aufs Collge gehen könnte, beschließt Nate ein Jahr als Freiwilliger in Lateinamerika zu arbeiten. Derweit sieht Middie zu, dass sie ihr letztes Highschool-Jahr gut über die Bühne bringt und gute Noten abliefert, damit dem gewünschten College nichts mehr im Weg steht. Danach steht dem gemeinsamen Glück nichts mehr im Weg, denn auch die Familien sehen sie schon als verheiratetes Paar.

Einige Wochen später aber erreichen die Angehörigen schreckliche Nachrichten. Das Camp in dem Nate gearbeitet hat, ist angegriffen worden, viele sind umgekommen und nicht wenige Leichen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Auch der junge Mann könnte unter ihnen sein.

Für Middie bricht eine Welt zusammen und sie weiß vor Trauer nicht, wo ihr der Kopf steht. Doch genau in dieser Zeit ist Lee plötzlich für sie da, Nates bester Freund, der ihre Trauer genau nachvollziehen kann. Beide freunden sich an, entwickeln sogar deutlich Gefühle zueinander … doch dann geschieht das Unerwartete – der Totgeglaubte kehrt zurück!

 

»Der Sommer, der uns trennte« mag zwar erfunden sein, fühlt sich aber trotzdem sehr lebensnah und glaubwürdig an, vor allem, wenn man etwa im selben Alter ist und vor ähnlichen Schritten steht. Middie ist ein kluges und lebenslustiges Mädchen, aber auch sehr in Gewohnheiten und einem vorherbestimmten Alltag gefangen. Denn so wie es aussieht, liegt ihr Leben im Erwachsenenalter schon fest.

Die Beziehung zwischen ihr und Nate scheint perfekt zu sein – aber ist sie das wirklich? Als sie glauben muss, dass er tot ist, lernt Middie durch Lee Alternativen kennen und jemand kommt ihr nahe, der sie als sie selbst liebt und nichts von ihr erwartet, der ihre Kreativität und Abenteuerlust weckt – und damit auf Alternativen aufmerksam macht, die sie sonst niemals gesehen hätte.

Daher scheint die Katastrophe vorprogrammiert zu sein, als Nate nun doch zurückkehrt und mehr denn je Middies Unterstützung und Liebe braucht.

Das Mädchen steht nun zwischen Erwartungen anderer, Pflichtgefühl und dem Wunsch nach Freiheit und dem Leben, das sie an Lees Seite genießen könnte – und so muss sie eine Entscheidung treffen, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt, und sowohl falsch wie auch richtig sein kann – die ihr jedoch auch keiner abnimmt.

In der Hinsicht wird sie erwachsen und das ist es auch, was die Geschichte ein wenig aus der Masse heraus hebt. Die Autorin mag Klischees bedienen, gerade was die Charaktere und ihr Verhalten angeht, aber sie übertreibt nicht und beschönigt noch weniger. Und sie lässt die Leser an dem Chaos im Kopf ihrer Heldin so glaubwürdig teilnehmen, dass man mit ihr fühlt und niemals durch eine weniger nachvollziebare Wendung abgeschreckt wird.

 

Fazit:

Das macht »Der Sommer, der uns trennte« zu einem lesenswerten Coming-of-Age-Roman, in dem sich vor allem junge Leserinnen wiederfinden werden, die vor ähnlichen Entscheidungen stehen, gerade was Jungs betrifft. Denn wer will nicht Abenteuer und Freiheit erleben, anstatt schon jetzt zu wissen, wo man in fünf Jahren stehen wird?

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Eure Meinung:

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Buch:

Der Sommer, der uns trennte

Autorin: Cat Jordan

Taschenbuch, 304 Seiten

Ya!/Harper Collins Germany, August 2016

Übersetzerin: Ivonne Senn

 

ISBN-10: 3959670370

ISBN-13: 978-3959670371

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B0198GYAW0

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.09.2016, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49