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Der Spiegel von Feuer und Eis von Alex Morrin

Rezension von Christel Scheja

 

Zwar lebte und studierte Alex Morrin einige Jahre in Edinburgh Komparatistik und Theaterwissenschaft, aber geboren und aufgewachsen ist sie in der Eifel, in die sie inzwischen auch wieder zurückgekehrt ist und dort an ihrem zweiten Roman schreibt. „Der Spiegel von Feuer und Eis“ ist ihr Debüt.

 

Cassim besitzt eine besondere Gabe, die sie zu einer besonders talentierten Edelsteinschneiderin machen. Sie kann das Flüstern der Juwelen hören und deren Sprünge heilen. So setzt sie auch ein kostbares Amulett wieder zusammen, das in ihrer Familie seit Generationen von Mutter zu Tochter vererbt wird, nicht ahnend, was sie damit auslöst. Kurze Zeit später sterben ihre Eltern bei einem Brand im Zunfthaus und ein Fremder, der behauptet, mit ihrer Mutter verwandt zu sein, wird zu ihrem Vormund.

Cassim lässt dies zunächst mit sich geschehen – auch als der Mann sie in die Sklaverei und damit an den Hof der Eiskönigin verkauft. Dort erfährt sie, dass die grausame Königin einiges mit ihr vorhat. Cassim soll für sie den „Spiegel von Feuer und Eis wieder zusammenfügen und heilen, damit sie endlich den Lord des Feuers vernichten kann. Als das Menschenmädchen sich weigert, wird sie in den Kerker geschleppt, um ihren Willen zu brechen. Doch schon kurze Zeit später befreit sie auf das Geheiß des geheimnisvollen Morgwen der Faun Jornas aus ihrem kalten Gefängnis.

Eine wilde Hetzjagd durch das winterliche Land beginnt, bei der Cassim nicht nur mehr über die Hintergründe erfährt, sondern auch dem Eisprinzen Kaylen begegnet, der Splitter des Spiegels in seinem Herzen trägt, und seiner Gemahlin Gerdan hilft, ihn zu retten.

Bei allem wird niemals klar, auf welcher Seite Morgwen eigentlich steht. Ist er ein Spion der Eiskönigin, dient er dem Lord des Feuers, oder im Grunde nur sich selbst?

Schließlich gerät Cassim wieder in Gefangenschaft und damit gänzlich zwischen die Fronten, so dass sie eine schwerwiegende Entscheidung treffen muss.

 

Man nehme Elemente und Figuren aus „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen, vermische sie mit einer durch Faune und Dryaden an „Narnia“ von C. S. Lewis erinnernde Atmosphäre und wähle als Hintergrund den Konflikt aus Mozarts Zauberflöte – gebe dazu eine relativ zurückhaltende Heldin, die sich in erster Linie von dem schönen, geheimnisvollen und auch gefährlichen Mann an ihrer Seite führen lässt und stelle sie am Ende vor eine schwere aber selbstaufopfernde Entscheidung. Das macht letztendlich die Geschichte von „Der Spiegel von Feuer und Eis“ aus.

Alex Morrin schreibt durchaus unterhaltsam und spricht mit ihrem gefühlvollen Stil vor allem die jungen Leserinnen an, aber sie bleibt trotz üppiger Landschaftsbeschreibungen doch sehr schwammig, was den Hintergrund angeht. So erfährt man nicht wirklich, was die „Eiskönigin“ und „Der Lord des Feuers“ eigentlich sind. über welche Macht sie gebieten und warum sie die Menschen in Schach halten, und wie die Natur ihres Konfliktes sich überhaupt erst entwickeln konnte.

Auch die Figuren prägen sich einem nicht wirklich ein, da sie nur oberflächlich charakterisiert und nicht einmal richtig in ihrem Aussehen beschrieben werden. Ebenso wenig kann die Heldin überzeugen, da sie so gut wie nie etwas selbst in die Hand nimmt, sondern sich immer nur von ihren Begleiterin gängeln und herumschubsen lässt. Letztendlich ist sie nur das Medium, das dabei hilft den mysteriös-düsteren Morgwen anzuhimmeln und die Welt aus ihren Augen kennen zu lernen, aber keine Identifikationsfigur Das mag nicht stören, wenn es einem in erster Linie auf die Beziehungen der Figuren untereinander und die melodramatische Liebesgeschichte ankommt, wer allerdings mehr als das erwartet, wird eher enttäuscht.

 

Alles in allem erweist sich „Der Spiegel von Feuer und Eis“ wirklich als Fantasy, die vor allem jungen Mädchen gefallen dürfte die im romantischen Alter angelangt sind und denen es nicht mehr um die Abenteuer einer selbstbewussten und starken Heldin geht, sondern mehr um eine melodramatische Liebesgeschichte.

 

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Eure Meinung:

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Yelan
Sonntag, 15. August 2010 11:17 Uhr
Das Buch ist wirklich gut! Alex Morrin kommt direkt zur Sache, sodass man das Buch recht gut durchlesen kann. Auch die Nebenfiguren wie z.B. Gaeth finde ich total gelungen.

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Buch:

Der Spiegel von Feuer und Eis

Autorin : Alex Morrin

Taschenbuch, 384 Seiten

cbt, Mai 2009

 

ISBN-10: 3570305023

ISBN-13: 978-3570305027

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 12.09.2009, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06