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Der Steppenwolf von Herman Hesse

Hörspiel

Rezension von Tanja Thome

 

Im Januar 2008 erschien Hermann Hesses Klassiker Der Steppenwolf als Hörspiel. Veröffentlicht vom Hörverlag, handelt es sich bei der eindringlichen Hörspielfassung mit 200 Minuten Laufzeit nach einer Bearbeitung von Valerie Stiegele und der Regie von Christiane Ohaus um eine Produktion von hr2 und Radio Bremen.

 

Harry Haller ist höchst unzufrieden mit sich, vor allem aber auch mit seinem Umfeld. Ein griesgrämiger, einsamer Steppenwolf ist er, der seiner Wege zieht und dem nichts recht und richtig ist. Die Bekanntschaft mit der Kurtisane Hermine verändert ihn nachhaltig. Sie zeigt ihm neue Perspektiven und nicht zuletzt das „Magische Theater“, das die Welt Harry Hallers zu einer anderen macht.

 

Hesses „Steppenwolf“ ist sehr bekannt und beliebte Schullektüre, so dass die Konzeption des Werkes an sich eher müßig erscheint. Viel interessanter ist: Was hat man daraus gemacht?

 

Mit Manfred Zapatka als Harry Haller und Anna Thalbach als Hermine hat man schon einmal zwei Namen, die man nicht nur kennt oder zumindest schon mal gelesen hat, sondern zugleich einen Hinweis auf die Qualität der Hörspielumsetzung. Der Wortteil „spiel“ trifft es dabei ziemlich genau, denn es ist nicht einfach vor- oder abgelesen, was dem Hörer hier präsentiert wird, sondern es handelt sich um echtes Hörtheater, nur ohne die überbordende Dramatik der Bühne, dafür vielmehr mit authentisch wirkenden Emotionen präsentiert.

 

Doch nicht allein die Sprecherleistung, bei der neben den vorgenannten Sprechern noch einige mehr auftreten (beispielsweise Dieter Mann, Witta Pohl, Hermann Lause und Cornelia Schramm), macht „Der Steppenwolf“ zu einem atmosphärisch sehr dichten Hörspiel, sondern Sounds und Musik haben ebenfalls einen sehr maßgeblichen Anteil daran. Die Musik von Michael Riessler setzt vor allem auf wiederkehrende Disharmonien, die zwar den Hörgenuss an sich deutlich schmälern, dafür thematisch jedoch wunderbar passen. Ohnehin ist „Der Steppenwolf“ nichts für das Hören zwischen Tür und Angel, und lässt man sich nicht nur auf den Text, sondern auch auf die ihn begleitende Musik ein, so erhält man ein kleines Kunstwerk für sich.

 

Auch hinsichtlich der Aufmachung hat man sich nicht lumpen lassen. Ganze 22 Seiten umfasst das Booklet, das eine Liste der Sprecher beinhaltet, aber auch jede Menge Hintergrundinformationen über den Roman „Der Steppenwolf“, Hermann Hesse, die Hörspielbearbeitung, Macher und einzelne Sprecher. Sogar mit Schwarzweißfotografien wurden die einzelnen Booklet-Anteile hervorgehoben. Ein solch umfangreiches, interessantes und zugleich lehrreiches Booklet, das sogar dem Auge etwas bietet und einen durch Fotografien von den Aufnahmen einen kleinen Blick hinter die Kulissen werfen lässt, sollte es wirklich öfter geben. Bei dieser Veröffentlichung hier hat man nicht nur grundlegende Informationen aufgenommen, sondern das ganze Register gezogen. Wem das noch immer nicht reicht, findet weitere Informationen auf den einzelnen Seiten des Cases aufgedruckt.

 

Fazit:

„Der Steppenwolf“ ist als Hörspielbearbeitung gänzlich gelungen und bietet Interessierten einmal einen ganz anderen Einstieg in einen Klassiker und einen ganz anderen Zugang zu Hesses Text. Aufmachung und vor allem Booklet stechen deutlich aus der Masse der Hörbücher und –spiele heraus, so dass hier nur noch gesagt werden kann: zugreifen!

 

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Eure Meinung:

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Hörspiel:

Der Steppenwolf

Autor: Hermann Hesse

Hörspielbearbeitung: Valerie Stiegele

Regie: Christiane Ohaus

Musik: Michael Riessler

Umfang: 3 CD

ca. 200 min. Laufzeit

Produktion: hr2, Radio Bremen

Der Hörverlag, Januar 2008

 

ISBN-10: 3867172226

ISBN-13: 978-3867172226

 

Erhältlich bei Amazon

 

Sprecher:

Manfred Zapatka

Anna Thalbach

Witta Pohl

Dieter Mann

Hermann Lause

Cornelia Schramm

 

Weitere Infos:

Biographie, Bibliographie, Rezensionen und mehr zu Herman Hesse

 


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Erstellt: 04.04.2008, zuletzt aktualisiert: 18.02.2016 10:25