Als ihr Onkel unerwartet stirbt, erbt Frederike von Cranich den familiären Bauernhof, auf dem sie als Kind und Jugendliche viele Ferien verbrachte. Hier begegnet sie vielen Freunden aus Jugendtagen wieder, zu denen sie kaum noch Kontakt hatte. Zufällig kehrt auch Bärbel, die bei der Kriminalpolizei Karriere gemacht hat, zurück, um die örtliche Wache zu übernehmen. Doch dann entdeckt Frederikes Hund ein Skelett, und das bleibt schon bald nicht die einzige Leiche.
Cosy Crime auf einem Dorf – dieses Muster wird in Reihen dieses Genres gerne und oft genutzt. Amateur-Detektive, in den allermeisten Fällen weiblich, funktionieren immer wieder. Auch Nina Holldorf nutzt diese Grundlage für ihre in der norddeutschen Provinz angesiedelte Reihe um die Hoferbin Frederike von Cranich.
Allerdings funktioniert die Konstellation hier nicht wirklich. Das Wiedersehen mit dem alten Freundeskreis und Beschreibungen des Dorflebens dominieren die Krimi-Handlung über den größten Teil der Geschichte. Wie der Hof funktioniert, erschließt sich mir nicht. Außer der neuen Besitzerin, einer Haushälterin und einem Arbeiter scheint es niemanden zu geben. Dabei wirkt die Protagonistin nicht so, als würde sie eigenhändig landwirtschaftlich arbeiten oder davon auch nur etwas verstehen. Nach dem Fund des Skeletts, das sich schnell als mehrere Jahrzehnte alt herausstellt, und einem aktuellen Mord ohne erkennbares Motiv dauert es noch recht lange, bis zumindest etwas Spannung aufkommt. Nach meinem Geschmack ist dieses Cosy-Crime-Abenteuer doch etwas zu beschaulich. Verglichen mit diesem Krimi sind die alten Miss-Marple-Geschichten die reinsten Thriller.
Die Autorin lässt die erzählerische Perspektive zwischen der eigentlichen Protagonistin und mehreren anderen Charakteren wechseln.