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Der Ultimative Iron Man

Rezension von Christian Endres

 

Tony Stark, der Comic-lesenden Welt besser bekannt als Iron Man, bekam im Zuge der »Ultimativisierung« des Marvel-Universums zwischen Mai 2005 und Februar 2006 ebenfalls eine neue Origin von Science-Fiction-Altmeister Orson Scott Card auf den Leib geschrieben, als dieser sich in einer fünfbändigen Miniserie und mit Hilfe der Zeichenstars Adam Kubert und Mark Bagley der Herkunft des ultimativen Iron Man annahm ...

 

Science-Fiction-Autor Orson Scott Card siedelt die Origin des ultimativen Iron Mans dort an, wo man sie auf Anhieb nicht unbedingt vermutet: Vor der Geburt des jungen Tony Stark. Im 616er Universum ist es Vietnam – hier, in der Ultimativen Version der Geburtsstunde des Stählernen, ist es ein verunglückter Biotest im Labor von Starks Vater Howard, der den kleinen Tony auch noch zu einem Halbwaisen macht ehe er auch nur das Licht der Welt ganz erblickt hat.

 

Die Pechsträhne des jungen Tony Stark findet aber damit kein Ende und setzt sich sogar noch immer weiter fort: Stets auf der Flucht, von dem Virus, den er im Mutterleib empfangen, gezeichnet und durch die Schutzmaßnahmen gegen das schmerzhafte Leiden daran gehindert, ein normales Leben unter Gleichaltrigen, in der Schule und mit Freunden zu führen, und dann auch noch von den Feinden und Neidern seines Vaters erbarmungslos gejagt, ja schlimmsten Falls sogar gefoltert und verstümmelt – das ist das Dasein, das in dem jungen Stark den Wunsch weckt, sich und seinen Körper durch eine hochtechnisierte Rüstung vor Feinden zu schützen.

 

Zum Glück hat selbst das Leben eines blauhäutigen Außenseiters, der sich stets auf der Flucht befindet, seine guten oder wenigstens erträglichen Seiten: Der junge Tony ist klüger als alle anderen Jungs und Mädchen in seinem Alter, ein wahres Technikgenie und früher Meister des logischen Denkens. Und er ist schon in jungen Jahren ehrgeizig, egozentrisch und davon besessen, sich einen, den perfekten Schutzanzug zu schmieden. Spätestens als er auf einer Schule nur haarscharf einem Mordanschlag entgeht, ist ihm und dem Leser klar: Auch das ultimative Universum braucht, ja wird seinen Stählernen, seinen unbesiegbaren Iron Man bekommen ...

 

Orson Scott Cards Story ist vor allem eines: Abwechslungsreich. Industrie-Spionage, ein bisschen Science Fiction und viel Technikkram, Schulterror, persönliche Feindschaften, Familienunglücke – da werden nicht bloß Klischees abgespult, sondern interessante Elemente in einem nicht weniger interessanten Mix zusammengesetzt und als homogene Einheit präsentiert.

 

Das Artwork der Geschichte (die ersten vier Kapitel wurden von Andy Kubert, das letzte von Mark Bagley gezeichnet) überzeugt durch ein solides, klassisches Konzept was Seitenaufteilung und auch die Zeichnungen als solche angeht. Da ich Kuberts Stil etwas besser leiden kann als den von Bagley, bin ich ehrlich gesagt froh, dass der Löwenanteil auf Kubert zurückgeht und der Band optisch damit an der Höchstnote kratzt. Er ist vielleicht nicht innovativ, und er ist wohl auch nicht sonderlich flippig – aber er passt vorzüglich zur Geschichte. Gerade in Sachen Gesichter und Mimik macht Kubert so leicht keiner etwas vor.

 

Wieder einmal liegt hier ein Paperback vor, das durch seine plakative Gestaltung, sein schönes Titelbild und seinen fairen Preis besticht. Wie alle ultimativen Serien, die Panini nach und nach in Tradepaperbacks sammelt, ist auch der vorliegende Band wieder ein tadellos produziertes und aufgemachtes Stück Comickunst, das den Einstieg ins Ultimative Universum ebenso leicht gestaltet wie die restlichen Titel aus dieser Ecke, egal ob nun die Ultimativen als solche oder der Ultimative Spider-Man.

 

Fazit: Richtig ausgebuffte Industriespionage, richtig clevere Kids, richtig gute Dialoge und richtig gute Charaktere und natürlich auch richtig gute Zeichnungen – das klingt alles vielversprechend, oder? Doch ab und an krankt die Story ein wenig an ihrer Detailgenauigkeit und steht sich fast ein wenig selbst im Weg, da das Augenmerk ab und an zu lange auf den Kids verweilt. Trotzdem ist sie ein guter, unterhaltsamer Comic, der allerdings nicht zu den besten Titeln des Ultimativen Universums gehört. Dennoch weckt er Interesse an der Fortsetzung, deren Script derzeit von Card in Mache ist ...

 

Reinschauen!

 

Eure Meinung:


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Comic:

Der Ultimative Iron Man 1

Autor: Orson Scott Card

Zeichner: Andy Kubert, Mark Bagley

Panini – 14,95 – 124 Seiten

ISBN: 3866071507– Juli 2006

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 26.07.2006, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:40