Banner und der Hulk befinden sich im Clinch. Doch viel wichtiger ist für die uralte Wesenheit, die sich die Älteste nennt, dass der Wüterich der Schlüssel für die Wiederbelebung der Mutter der Schrecken ist. Um die legendäre Kreatur ins Leben zurückzuholen, wendet die Älteste dieses Mal aber nicht nur rohe Gewalt an, sondern macht auch ein perfides Angebot. Bald befindet sich der Hulk in Ketten. Aber das ist nur das Vorspiel für ein furioses Finale.
Philip Kennedy Johnson (MARVEL ZOMBIES: AUFERSTEHUNG) bringt in „Der unglaubliche Hulk Bd. 4 – Die Legende der Monster“ seinen Hulk-Horror-Ansatz zu einem vorläufigen Ende. Wer es episch mag, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Zudem führt PKJ endlich die Geschichte von Hulks junger Begleiterin weiter und gibt ihr im Schlusskapitel eine wichtige Funktion. So kommt die Figur endgültig über die Rolle als schmückendes Beiwerk hinaus. Dann reist Philip Kennedy Johnson mit seiner Geschichte auch noch in die Vergangenheit und zeigt den Hulk Enkidu, der einst das Imperium der Ältesten erschütterte. So erhält seine Story nicht nur ein mythologisches, sondern auch ein (quasi-)historisches Fundament. Etwas schade ist allerdings, dass diese Ereignisse der Vergangenheit für die gegenwärtige Auseinandersetzung (bisher) folgenlos bleiben. So haben die ausführlich geschilderten Geschehnisse letztlich eher Anekdotencharakter.
Illustrator Nic Klein schwingt für Kennedys Horror-Hulk-Historie weiter die Zeichenfeder. Der Fan-Liebling tut das jedoch nur in einem einzigen Kapitel allein. Sonst arbeitet er zusammen mit Danny Earls, der teilweise auch allein für die Bebilderung verantwortlich ist. Zwar gelingen Nic Klein im direkten Vergleich weiterhin die stimmungsvollsten Panels. Aber Earls wird immer besser darin, die düstere Vision von PKJ visuell umzusetzen. Eigentlich kein Wunder, da der Zeichner spätestens bei ALIEN gezeigt hat, dass er furchteinflößende Kreaturen stimmig darstellen kann. Nur ein Beispiel dafür ist eine im Hochformat gestaltete Doppelseite, auf der selbst der gewaltige Hulk wie ein Winzling wirkt und hinter einer riesigen Bedrohung ein weiteres Monster lauert.
Doch das ist nicht alles, was der Band „Der unglaubliche Hulk Bd. 4 – Die Legende der Monster“ enthält. Nach dem düsteren und aufwühlenden Finale folgen noch die drei Storys „Freunde in der Not“, „Ewige Nacht“ und „Gefangen“. Mit Greg Pak ist für die erste Geschichte sogar eine echte Legende verantwortlich, der Meilensteine wie PLANET HULK und WORLD WAR HULK schuf. Die anderen Geschichten stammen von Torrunn Groenbekk und Benjamin Percy. Leider erreicht kein Werk aus dem Dreierpack das Niveau der Hauptstory. So passt „Freunde in der Not“ mit einem eher lock-flockigen Ton so gar nicht zum düsteren Hulk-Horror. „Ewige Nacht“ hat nicht einmal etwas mit dem klassischen Hulk zu tun, sondern zeigt mit einigen Längen eine Abenteuergeschichte von She-Hulk. Die dritte Story ist dann schließlich eine etwas platt-patriotisch geratene Abrechnung des Red Hulk.
Visuell weiß die dritte, von Geoff Shaw gezeichnete Geschichte noch am ehesten zu gefallen, weil der den Roten Hulk gut in Szene setzt. Dagegen verschenkt der zweite, von Lynne Yoshii illustrierte Beitrag auch visuell Potenziale. Mehr als ein paar langweilige Fangarme bekommen wir vom Monster nicht zu sehen. Gehobenes Mittelmaß ist da immerhin die Arbeit von Lan Medina, der in den ersten Bildern stellenweise an die Düsternis der Hauptgeschichte anknüpfen kann – bis wenig später ein gewisser Amadeus Cho auftaucht.