Nur auf den ersten Blick haben Hulk und Charlie im letzten Band den Kampf für sich entschieden. Denn durch die erbeutete Götterhaut ist die Ausreißerin in Monsterjäger nun selbst zu einem Monster geworden. Kann vielleicht Doctor Strange helfen? Doch Charlie möchte ihre neu gewonnene Kraft nur ungern aufgeben – auch wenn sie diese nicht immer kontrollieren kann. Zu allem Übel gerät sie in den Fokus eines weiteren uralten Wesens – des gigantischen Monsterwolfs Varcolac. Und dann gibt es auch noch ein folgenschweres Missverständnis mit dem Donnergott Thor.
Nach dem furiosen Finale im letzten Band lässt es Stammautor Philip Kennedy Johnson zunächst etwas ruhiger angehen. Langweilig wird es deshalb aber nicht und auch Fans des Horroransatzes des Autors kommen ein weiteres Mal auf ihre Kosten. Denn »PKJ« zeigt, was Macht macht – in diesem Fall mit einem kleinen Mädchen, das früher oft herumgeschubst wurde und kräftemäßig im Schatten der anderen stand. Dann greift er auch noch auf eine klassische Marvelfigur zurück, die zum Setting passt. Fans epischer Kämpfe zwischen übernatürlich starken Wesen kommen dann am Ende des Bandes wieder auf ihre Kosten. Dazwischen gibt es eine handfeste Überraschung, die funktioniert, weil eine wichtige Auseinandersetzung ausgespart bleibt. Viele Fans hätten diese aber – zumindest rückblickend – wohl lieber erlebt, statt nur eine kurze Beschreibung des entsprechenden Vorfalls zu lesen. Zudem funktioniert ein weiterer Konflikt letztlich nur, indem Philip Kennedy Johnson Thor als relativ tumben Donnergott auftreten lässt. Dafür deutet sich am Ende eine neue, reizvolle Plotentwicklung für den nächsten Band an.
»Monsterjäger« besteht aus sechs Einzelheften, die drei Zeichner gestalten. Für die ersten beiden Teile ist Danny Earls verantwortlich. Der Künstler hat – etwa durch seine Arbeit an Alien – nicht nur Erfahrung mit Horror-Settings. Er durfte auch schon im Band davor Hulk und Horrorwesen in Szene setzen, was ihm ein weiteres Mal bestens gelingt.
Wenn dann im dritten Heft Nic Klein (Deadpool: Greatest Hits) übernimmt, ist (natürlich) kein Qualitätsverlust zu sehen. Gleichzeitig ähnelt sich der Stil der beiden Top-Zeichner.
Allerdings springt im fünften Heft Kev Walker ein. Eigentlich eine logische Wahl, da er bereits Doctor Strange in Szene gesetzt hat und die Handlung ja in dessen Allerheiligstes wechselt. Allerdings gelingen ihm weniger ausdrucksstarke Panels als seinen beiden Kollegen und auch der visuelle Horroransatz bleibt etwas auf der Strecke. Gleichzeitig verschenkt er die Möglichkeiten, schaurige Ecken des legendären Sanctum Sanctorum zu zeigen. Zudem stellt er die Figuren nicht ganz so überzeugend dar.
Doch zum Glück darf Nic Klein am Ende wieder übernehmen. Dabei variiert er nicht nur schön seinen Zeichenstil, um Ereignisse aus Vergangenheit und Gegenwart abzugrenzen. Klein setzt auch die Kämpfe packend um.