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Der Untergang von Wolfgang Hohlbein

Reihe: Die Chronik der Unsterblichen Bd.4

Rezension von Christoph Fischer

 

Klappentext:

Osteuropa im 15. Jahrhundert

Noch immer auf der Suche nach der Puuri Dan, die Andrej über das Rätsel seiner Herkunft aufklären soll, geraten der Unsterbliche und sein Gefährte Abu Dun in einen gefährlichen Hinterhalt. Es sind Kinder, die den beiden auflauern und sie schwer verwunden.

Im einem Zigeunerlager erlangen Andrej und Abu Dun das Bewusstsein zurück.

Alles deutet darauf hin, dass der Unsterbliche endlich am Ziel seiner Reise angelangt ist.

Einer der Wagen beherbergt eine alte Frau, die sich als Puuri Dan zu erkennen gibt.

Doch das lang ersehnte Gespräch mit ihr lässt Andrej noch ratloser Zurück.

Und auch die Begegnung mit der rätelhaften Elena, die eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf ihn ausübt, wirft neue Fragen auf.

Andrejs übermenschliche Sinne wittern Gefahr...

 

Inhaltsangabe:

Der unsterbliche Andrej und sein Gefährte Abu Dun, ein ehemaliger Piratenkapitän, sind nun schon seit einem Jahr auf der Suche nach der Sinti- Sippe und ihrer weisen Frau, der Puuri Dan, von der die junge Zigeunerin Alessa kurz vor ihrem Tod erzählt hat. Von der Puuri Dan erhofft sich Andrej, dass sie ihn über das Rätsel seiner Herkunft aufklären kann.

Eines Tages treffen Andrej und Abu Dun an einem Flussufer zufällig auf ein junges Mädchen, in dem Andrej versehentlich Alessa zu erkennen glaubt. Doch das scheinbar harmlose Mädchen erweist sich als gefährlicher als die beiden Gefährten zunächst angenommen haben. Mit Hilfe seiner Brüder lockt es Andrej und Abu Dun in einen Hinterhalt, in dem sie von den Kindern lebensgefährlich verletzt werden. Als sie in einem Zigeunerlager wieder zu sich kommen, fehlt jede Spur von den unheimlichen Kindern, die über seltsame Kräfte zu verfügen scheinen. Doch genau in diesem Zigeunerlager scheint Andrej endlich am Ziel seiner Reise angelangt zu sein. Er trifft auf die Puuri Dan. Die lang ersehnte Begegnung mit ihr verläuft aber enttäuschend und lässt Andrej noch ratloser zurück, denn sie kann ihm keine Antworten auf seine Fragen geben. Aber sagt sie auch alles, was sie weiß? Und auch die Begegnung mit der rätselhaften Elena, die eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf ihn ausübt, wirft neue Fragen auf. Deshalb beschließen die beiden Gefährten, eine Weile bei der Sippe zu bleiben. Dabei lernen sie deren hartes Leben kennen und bekommen die Verachtung der einfachen Menschen gegenüber dem fahrenden Volk zu spüren. Aber sie machen auch Bekanntschaft mit den schönen Seiten des Zigeunerlebens, wie die ausgelassenen Feierlichkeiten und die herzliche Art der Sinti.

Leider wird das Leben bei der Sippe von tragischen Geschehnissen überschattet. Ein Mann aus der Stadt wird in der Nähe des Zigeunerlagers tödlich verletzt, und angeblich sind Tausende von Ratten über die Mehl- Vorräte einer Mühle hergefallen. Schnell machen Gerüchte und abergläubisches Geschwätz die Runde. Die Vorfälle spitzen sich soweit zu, dass sogar die heilige römische Inquisition gerufen wird. Einen Umstand, den gerade Andrej alles andere als begrüßt, hat er doch im Laufe seines Leben schon oft schlechte Erfahrungen mit den Vollstreckern der Kirche gemacht. Deswegen untersuchen Andrej und Abu Dun selbst die Mühle. Dort finden sie tatsächlich kein Mehl, aber auch keine einzige Spur von den Ratten. Sicher einen einfältigen Müller vor sich zu haben, der sich durch haltlose Lügen bereichern will, wollen die beiden gerade das Haus verlassen … um plötzlich erneut auf die unheimlichen Kinder zu stoßen.

 

Beurteilung:

„Der Untergang“ ist der vierte Roman in „Die Chronik der Unsterblichen“ vom bekannten Bestsellerautor Wolfgang Hohlbein. Bereits erschienen sind die Bände „Am Abgrund“, „Der Vampyr“ und „Der Todesstoss“. Der fünfte Band „Die Wiederkehr“ wird voraussichtlich im April 2003 erscheinen. Auch eine Comicadaption ist beim Egmont Ehapa Verlag in Vorbereitung. Der Münchner Zeichner Thomas von Kummant und sein Szenarist Benjamin von Eckartsberg haben dieses ambitionierte Projekt in Angriff genommen.

 

Auf der Vorderseite zeigt das schlichte Cover eine alte Burgruine auf einem schneebedeckten Berg. Das in blassen Farbtönen gehaltene Foto vermittelt dem Betrachter das Gefühl von eisiger Kälte. Dieses Bild hätte deutlich besser als der Treppenaufgang zum vorherigen Roman „Der Todesstoss“ gepasst, in dem Andrej genau an solchen Berghängen vorbeigekommen sein könnte. So hat das Cover aber wieder einmal keinen Bezug zum eigentlichen Inhalt des Romans.

Erfreulich ist der Klappentext, der von jemandem geschrieben zu sein scheint, der das Buch auch kennt. Die Kurzbeschreibung deckt sich mit dem tatsächlichen Inhalt des Romans und versucht nicht, durch Spannung beschwörende, aber total übertriebene Formulierungen, Leser zu locken.

Der Roman ist gebunden und die Schrift sehr gut lesbar. Bereits beim Aufschlagen des Buches fällt auf, dass sich das Seitenlayout geändert hat. Der Text nutzt nun die Seitenfläche besser aus, die verschwenderischen Seitenränder sind weg und der großzügige Platz zwischen den Kapitelwechseln ist einschließlich der Kapitelnummern selbst komplett weggefallen.

 

Leider widerspricht sich Hohlbein inhaltlich an ein paar Stellen im Buch. So heißt es zum Beispiel: „Niemand, der nicht unseres Blutes ist, darf mit der Puuri Dan reden oder ihr auch zu nahe kommen.“ Zum Zeitpunkt der Erklärung hat Andrej aber bereits zweimal mit ihr geredet, obwohl er kein Angehöriger der Familie ist. Ähnliche Unstimmigkeiten tauchen häufiger im Buch auf.

 

 

Fazit:

Besonders positiv an „Der Untergang“ fällt diesmal das Seitenlayout auf. Der Käufer der gebundenen Ausgabe hat nicht mehr das Gefühl, zuviel Geld für zu wenig „Inhalt“ ausgegeben zu haben. Natürlich ist die Geschichte bei weitem wichtiger als das Papier, auf das sie gedruckt wurde, aber irgendwie möchte man gerade beim Kauf der gebundenen Ausgabe auch sehen, für was man sein Geld ausgegeben hat. Und dazu gehört nicht unbedrucktes Papier.

Von kleinen Unstimmigkeiten mal abgesehen, ist es Hohlbein wieder einmal gelungen, eine durchweg spannende Geschichte zu schreiben. Es gelingt ihm vortrefflich, den Leser im Dunkeln tappen zu lassen und die Hilflosigkeit Andrejs angesichts der Tatsache, dass er nicht weiß, woher die Gefahr droht, darzustellen. Die Leser der Chronik, die bis zu diesem Band durchgehalten haben, werden auch den Roman „Der Untergang“ mögen. Endlich werden ein paar Antworten auf die Andrej und die Leser bewegenden Fragen gegeben. Doch sollte man nicht zu viel erwarten, viele Fragen bleiben weiterhin unbeantwortet.

Der Roman ist mit dem Vorwissen, aus zum Beispiel dieser Rezension, unabhängig von den bisher erschienenen Bänden lesbar. Trotzdem wird sich das volle Lesevergnügen erst bei Kenntnis der vorherigen Bände einstellen.

 

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Titel: Der Untergang

Autor: Wolfgang Hohlbein

Reihe: Die Chronik der Unsterblichen, Bd.4

geb. Ausgabe - 405 Seiten - VGS-Verlagsgesellschaft

ISBN: 3-8025-2798-4

Erscheinungsdatum: Mai 2002

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 11.11.2005, zuletzt aktualisiert: 22.10.2019 14:35