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Der Ursprung des Lebens

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

Schon seit vielen Jahren steht der Name „Sir David Attenborough“ für Dokumentation aus der Tierwelt und Evolutionsgeschichte, die hohe Qualität besitzen. Kein anderer vor ihm hat es verstanden, Wissenschaft und Unterhaltung so gut zu verbinden, so dass er damit jede Unterrichtsstunde ersetzen und Biologiemuffel fesseln kann.

 

Nun geht der gut achtzigjährige Filmemacher einer Frage nach, die ihn schon lange bewegt hat. Wie ist „Der Ursprung des Lebens“? Warum entstand auf unserer Erde überhaupt Leben und wie hat es sich überhaupt vom Einzeller zu der heutigen Artenvielfalt weiterentwickeln können.

In zwei Folgen reist er um die Welt und sucht nach den entsprechenden Antworten, die eigentlich nur noch stumme Zeugen der Vergangenheit geben können – Fossilien. Oft sind es nur Abdrücke, die von den Wesen aus der Frühzeit der Erde geblieben sind.

Viele Milliarden Jahren war die Erde ein unbelebter Gesteinsbrocken. Wie und wann sich das erste einzellige Leben regte, ist noch unklar. Attenborough lässt sich den aktuellen Wissenstand erläutern und setzt das ganze allgemeinverständlich um. Computeranimationen erwecken die Wesen zum Leben.

In der ersten Folge dreht sich alles um den ersten großen Evolutionssprung. Warum entwickelten sich aus Einzellern Wesen, die aus mehr bestanden? Wann begann sich das Leben in den Ozeanen zu bewegen? Was machte das nötig und welche Entwicklungen kamen dadurch in Gang.

Die zweite Episode zeigt dann, wie die Wesen des Meeres Sinnesorgane entwickelten, nachdem sie sich zu bewegen begannen und wie sie langsam aber sicher auch das Land eroberten.

 

David Attenborough gehört zu den Menschen, die ihre Zuhörer und Zuschauer auch mit den trockensten Themen fesseln können. Seine Leidenschaft reißt mit und zwingt einfach dazu, den Ausführungen zuzuhören, die nur auf den ersten Blick trocken wirken. Denn in seinen Händen wird auch die Evolutionsgeschichte zu einem spannenden Thriller.

Die Computeranimationen unterstützen seine Erläuterungen und drängen sich nicht all zu sehr in den Vordergrund. Bedeutsamer ist der persönliche Einsatz, der ihn auch heute noch dazu bringt in entlegene Ecken der Welt zu reisen und dort mit den Männern und Frauen zu sprechen, die die Urgeschichte der Erde erforschen und auch schon die einfachsten Spuren deuten können.

Attenborough geht dabei aber auch auf Fehlinterpretationen ein, die lange das Bild in Wissenschaft und Öffentlichkeit beherrschten und zeigt, wie und warum diese wiederlegt werden konnten.

Die als Fossilien beliebten Trilobiten, die zum Beispiel lange als friedliche Staubsauger der Meere betrachtet wurden, weil sie ihre Nahrung angeblich nur aus dem Schlamm des Meeresgrunds bezogen, sind so nach heutigen Erkenntnissen auch Räuber gewesen, die auch tierischer Nahrung nicht abgeneigt waren.

Zwar wird gelegentlich eine Aussage wiederholt, die Erkenntnisse prägen sich aber um so besser ein und machen Lust darauf, mehr zu erfahren.

Die DVD bietet neben den beiden Folgen auch eine untertitelte Dokumentation über die Reise von Sir David Attenborough und zeigt einmal hinter den Kulissen, wie dieser eigentlich arbeitet und was ihm wichtig ist. Hier kommt auch noch einmal die offene Neugier zu Tage, die ihn alles hinterfragen lässt. Er vermittelt auch heute noch eine Menge Informationen, ohne dabei wie ein Biologielehrer zu wirken, und das dürfte viel ausmachen.

 

 

Fazit:

Aus diesen Gründen gehört „Der Ursprung des Lebens“ vielleicht nicht zu den bildgewaltigen, aber dennoch zu den gut recherchierten und spannenden Dokumentationen der BBC, die man sich ansehen sollte.

Denn Attenborough besitzt auch noch heute die Leidenschaft, seine Zuschauer mitzureißen und auf Themen mitzunehmen, die auf den ersten Blick eher trocken und langweilig erscheinen, es aber nicht sein müssen, wenn man sie richtig anfasst.

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DVD:

Der Ursprung des Lebens

USA 2010

Regisseur: Martin Williams

Format: Dolby, PAL, Region 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: 0

Polyband/WVG, 27. Juli 2012

Spieldauer: 100 Minuten

ASIN: B00860VVM2

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

David Attenborough

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2023020518503131953694
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Erstellt: 31.08.2012, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01