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Der Winter der schwarzen Rosen von Nina Blazon

Rezension von Christel Scheja

 

Wenn man eines zu Nina Blazon sagen kann, dann ist es, dass sie als Schriftstellerin immer eine gute Mischung zwischen beliebten Themen und eigenen Ideen gefunden hat. Sie mag sich grob gesehen dem Trend anpassen – aber ihre Abenteuer laufen selten so ab, wie man es als Leser erwarten wird. Das ist auch bei ihrem Roman Der Winter der schwarzen Rosen wieder der Fall.

 

Liljann und Tajann sind zwar Zwillingsschwestern, aber von sehr unterschiedlichem Wesen. Erstere ist nachdenklich und umsichtig, handelt besonnen und fügt sich ihrem Vater, während Tajann eher impulsiv und leidenschaftlich für das eintritt, was ihr gerade am Herzen liegt.

Beide wachsen im Wald, am Rande der Zivilisation auf, in die sich ihr verbitterter adliger Vater als Hirschjäger zurückgezogen hat, der von Wohl und Wehe der Lady abhängig ist, die über das Gebiet herrscht.

Lange hat er die beiden Mädchen von der Herrin über das Land ferngehalten, doch nun muss er sie bei einem Fest präsentieren und schon bald nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Denn so sehr Tajann in Liebe zu dem Junglord entbrennt und sich in die Intrigen am Hofe verstrickt, desto mehr verrennt sich Liljann in die Gefühle zu einem Gestaltwandler, der allerdings erst nach der überhasteten Heirat sein wahres Gesicht zeigt und sie dazu zwingt die Flucht zu ergreifen. Und das ist nur der Beginn eines Abenteuers, das bald noch grausamere Wahrheiten ans Licht bringt.

 

Es ist schon ein interessanter Mix, denn Nina Blazon da zusammen gerührt hat. Zwei junge Frauen, die mit ihrem Vater nicht so recht wissen, wie sie gegen festgefügte Traditionen aufbegehren wollen, eine Herrscherin, die längst ihr Mitgefühl verloren hat und nur noch im Machterhalt Befriedigung findet. Junge Liebe, die immer wieder von Missverständnissen und Lügen geprägt sind, und nicht zuletzt ein uraltes magisches Geheimnis, dass ausgerechnet jetzt an die Oberfläche kommt.

Die Heldinnen gehen zwar einen recht unterschiedlichen Weg, am Ende führen die beiden Pfade sie aber auch wieder in einer alten Festung zusammen, in der sich ihr Schicksal erfüllt. Das ist epische Fantasy, die einerseits ganz ohne Schlachten auskommt, andererseits aber auch durch die ganzen Verstrickungen und Intrigen sehr spannend in Szene gesetzt wird und Leser durchaus in den Bann zu schlagen weiß.

Gerade weil im Wechsel aus Sicht der beiden Schwestern erzählt wird, bekommt man beide Seiten gleich gut mit, gerade die Figuren gewinnen dadurch immens an Profil.

Natürlich wird auch die Liebe nicht vergessen, aber Romantik selbst wird hier doch eher etwas kleiner geschrieben. Dafür passiert zwischen den vermeintlichen Gefährten einfach zu viel, was nicht den Klischees entspricht und gerade deswegen zu gefallen weiß.

Tatsächlich bietet die Autorin sehr viel, was auch dem Genrefan gefallen könnte, denn die Entwicklungen bieten einiges an Spannung, Grausamkeiten werden zwar sparsam eingesetzt, aber nicht heruntergespielt und gelegentlich sorgt auch Action für Rasanz in der Handlung. Auf der anderen Seite dürfen sich die Hauptfiguren entwickeln und von doch relativ behüteten Mädchen zu starken Frauen heran reifen.

 

Fazit:

»Der Winter der schwarzen Rosen« ist abenteuerliche Fantasy mit einem unterhaltsamen aber eigenwilligen Plot, der in eine interessante Welt zu entführen weiß, die auch dem Genrefan gefallen könnte, wenn er nicht gerade nur auf Schlachten, Gemetzel und kernige Kerle steht. Denn hier gibt es böse Intrigen und magische Geheimnisse, die es in sich haben und von vorne bis hinten für Spannung in dem in sich geschlossenen Buch sorgen.

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Eure Meinung:

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Buch:

Der Winter der schwarzen Rosen

Autorin: Nina Blazon

Taschenbuch, 542 Seiten

cbt, Oktober 2017

 

ISBN-10: 3570311775

ISBN-13: 978-3570311776

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00XSQDMBW

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 23.03.2018, zuletzt aktualisiert: 11.06.2019 19:38