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Die Abtei von Wyldcliffe von Gillian Shields

Reihe: Die Schwester der Dunkelheit, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Gillian Shields weiß durchaus wovon sie schreibt. Die britische Autorin hat in ihrer Jugend lange Spaziergänge durch die Moore ihrer Heimat Yorkshire unternommen und später als Lehrerin in einem Mädchen-Internat und an einer Schauspielschule gearbeitet, die in einem alten viktorianischen Gemäuer lag.

Dort erzählte man sich die Geistergeschichte um ein weinendes Mädchen. Das alles inspirierte sie offensichtlich zu „Die Abtei von Wyldcliffe“, dem Auftakt ihrer Reihe um „Die Schwestern der Dunkelheit“.

 

Da ihr Vater bei der Armee und ständig auf Auslandseinsätzen zu finden ist, wuchs Evie Johnson bisher bei ihrer Großmutter auf. Als diese aber in ein Pflegeheim muss, bleibt der Familie nichts anderes übrig als das Mädchen in ein Internat zu schicken. Da die „Wyldcliffe Abbey School“ Stipendien für die Töchter von Soldaten vergibt, ist die Schule für ihn die erste Wahl.

Schon die Ankunft an dem Ort macht Evie deutlich, dass sie sich in dem düsteren Gemäuer sicherlich nicht wohl fühlen wird, denn der Taxifahrer weigert sich regelrecht, sie weiter als bis ins Dorf zu fahren, auf dem Fußmarsch zu der Abtei wird sie fast von einem jungen Mann über den Haufen geritten und der Empfang ist auch eher frostig, da sie einen Platz einer erst kürzlich ertrunkenen Schülerin einnimmt. Diese hatte viele Freunde unter den Mädchen aus begüterten Familien, die in Evie einen Eindringling sehen.

Auch die Lehrerinnen scheinen aus einer anderen Welt und Zeit zu stammen, denn ihre Unterrichtsmethoden haben nicht viel mit der modernen Wirklichkeit zu tun.

Allein die Tatsache, dass sie ihrer Großmutter keine Sorgen bereiten will, lässt Evie durchhalten. Schon bald kommen andere Gründe dazu. Da sind einmal zwei Mädchen, mit denen sie sich langsam aber sicher anfreudet, und der junge Mann, der sie anfangs fast umgeritten hätte. Ausgerechnet Sebastian gibt ihr die Kraft zu bleiben und alle Widrigkeiten zu überstehen.

Schon bald fühlt sie Zuneigung zu ihm – spürt aber auch, dass ihn ein düsteres Geheimnis umgibt. Noch ahnt sie nicht, dass dieses auch schon bald sie und ihre Vergangenheit betreffen wird.

 

Eine junge Frau, ein altes Gemäuer und seltsame Geschehnisse, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen – das ist der Stoff für „Gaslicht“-Romane. Gillian Shields spielt mit den Bildern und Assoziationen, macht aber auch noch ein wenig mehr draus, als nur eine gängige Liebesgeschichte.

Darauf weisen schon die Tagebucheinträge einer jungen Dame aus dem 19. Jahrhundert hin, die dem Leser nach und nach nicht nur mehr über Sebastian verraten, sondern auch die Geheimnisse und Intrigen, die hinter den Kulissen ablaufen. So fügen sich beide Ebenen am Ende zu einem abgerundeten Bild zusammen.

Mit ein bisschen Erfahrung kommt man auf die ein oder andere Enthüllung schon ein wenig früher, aber das ist nicht enttäuschend, sondern eher inspirierend.

Bei den Figuren zollt die Autorin hingegen dem Geschmack der Leser Tribut. So gibt es die Oberzicke, die Meinung und Klassenstufe anführt, sich es aber auch nicht nehmen lässt, die Heldin zu quälen, ungerechte Lehrerin und nicht zuletzt die typischen Freundinnen, die Evie am Ende Beistand leisten und sie mit ihren Fähigkeiten ergänzen.

Dazu kommt ein ordentlicher Schuss Hexenmystik und Magie, der eher an klassische Vorbilder aus dem 18. und 19. Jahrhundert angelehnt ist, eine ganze Menge Atmosphäre und nicht zuletzt auch Romantik und Liebe.

 

Alles in allem ist „Die Abtei von Wyldcliffe“ ein solide verfasster, unterhaltsamer Mystery-Roman, der vor allem jüngere Leserinnen ansprechen dürfte, die von magischen Geschichten um Hexen und Liebe noch nicht genug bekommen können. Die Geschichte geht zwar nicht sonderlich in die Tiefe, hat aber nette Wendungen und eine rundum gelungene Atmosphäre, durch die auch erfahrenere Leser nicht enttäuscht werden.

Eure Meinung:


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Buch:

Die Abtei von Wyldcliffe

Autorin: Gillian Shields

Reihe: Die Schwester der Dunkelheit, Bd.1

Goldmann, erschienen Februar 2011

broschiert, 350 Seiten

Übersetzung aus dem Englischen von Susanne Gerold

Titelbild von gettyimages und Finepic

ISBN-10: 3442473241

ISBN-13: 978-3442473243

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 05.03.2011, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18