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Die Alpen von oben – Die komplette Serie

Rezension von Christel Scheja

 

In den letzten Jahren haben die Dokumentationen zugenommen, in denen Luftbildaufnahmen das verbindende Element geworden sind. Die Technik macht es heute unter anderen auch durch ferngesteuerte Drohnen oder Ballons möglich, ohne großen Aufwand und Kosten Aufnahmen aus der Vogelperspektive zu drehen und so an Orte zu gelangen, die kein Kamerateam erreichen könnte. Nachdem schon viele Teile der Welt aus dieser Perspektive aufgenommen wurden, sind nun auch die Alpen an der Reihe, das Europa prägende Hochgebirge. Insgesamt fünfzehn Folgen umfasst die komplette Serie „Die Alpen von oben“, jeweils fünf davon widmen sich einem bestimmten Bereich. Nachdem die drei DVD-Boxen erst einzeln erschienen, gibt es nun eine Komplettbox.

 

„Die Nordalpen“ beginnen mit der Reise in Salzburg, reisen zum Königssee, in Isar- und Inntal, betrachten Mittenwald und das Allgäu, bis sich die Macher in das Montafon begeben. Dabei bleiben sie nicht nur in der Luft, sonder bewegen sich auch durch die Täler, machen auf besondere Menschen, den Lebensstil der Einheimischen, historische Stätten oder prägende Industrien aufmerksam. Natürlich kommen auch Tier- und Pflanzenwelt nicht zu kurz, in diesem Blick auf diese besonderen Landschaften die Deutschland und Österreich nicht nur geografisch sondern auch kulturell verbinden.

„Die Südalpen bewegen sich von den Karavanken in Slowenien nach graz, weiter ins Ausseerland, streifen noch einmal das Inntal, um das Ötztal aufzusuchen, bewegen sich vom Vinschgau zum Gardasee und von Engadin zum Zürichsee. Östereich, die Schweiz und Südtirol stehen hier im Fokus der Dokumentationen. Dabei erinnert man natürlich an „Ötzi“ und stellt auch Bevölkerungsgruppen vor, die heute noch ihre besondere Sprache und Kultur pflegen, damit diese nicht ganz verloren geht.

„Die französischen Alpen“ widmen sich nun ganz dem Westen, bewegen sich vom Oberland zum Waadtland, vom Chablais zum Montblanc, vom Beaufontain in die Savoyer Alpen, vom Beauvontain in die Hochalpen und nicht zuletzt von Oueyras in die französischen Seealpen und stellen damit die höchsten Teile des Gebirges in der Schweiz und Frankreich vor, tauchen aber auch in Landschaften ein, die man so in den anderen Bereichen der Alpen nicht kennt – wie etwa die Ausläufer des Gebirges, die ans Mittelmeer reichen. Auch hier sieht man nicht nur die Landschaft, sondern lernt auch Land und Leute kennen.

 

„Die Alpen von Oben“ erweist sich somit als interessante Kulturreportage, als Reise durch das Gebirge im Herzen Europas, das so viele unterschiedliche und doch miteinander verwandte Länder miteinander verbindet. Landschaft, Flora und Flora werden zwar nicht vergessen, sind aber auch nicht der Mittelpunkt. Die Macher beschäftigen sich viel mehr damit, wie die Menschen im Laufe ihrer Geschichte die Alpen erschlossen haben, welche Wege sie gegangen sind, welche Fehler sie begingen, die noch heute spürbar sind und gelegentlich zu Katastrophen führen, aber auch, wie sie die Schäden einzudämmen versuchen. Brilliante Landschaftsaufnahmen mit Extremzooms und durchweg gutem Wetter wechseln sich mit Besuchen in kleinen Firmen, bei Künstlern, Handwerkern und anderen interessanten Leuten ab. Man bekommt einen kleinen Einblick in deren Leben und Liebe zur Region und der Arbeit, die sie verrichten. Dann wieder wird auf besondere historische Ereignisse, die die Landschaft prägten, hingewiesen.

Beschaulich, aber auch mit vielen Schauwerten werden die Informationen in gut dosierten Häppchen vermittelt und machen teilweise sogar Lust darauf, die Regionen, die man im Urlaub vielleicht schon einmal besucht hat, mit anderen Augen zu sehen und vielleicht sogar für sich neu wiederzuentdecken.

Alles in allem macht es sehr viel Spaß, der Dokumentation zu folgen und sich von den Bildern einfachen zu lassen, die so geschickt zusammengestellt wurden, dass man gar nicht umhin kann, ihrem Verlauf zu folgen.

Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, die technische Seite der Aufnahmen steht hinter denen anderer Filmemacher nicht zurück, die Erzählweise ist zwar insgesamt etwas ruhiger als man es gewohnt ist, aber auch nicht minder ansprechend gemacht.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem lernt man in „Die Alpen von oben“ die Region mit neuen Augen kennen, entdeckt Ecken, die man vielleicht als Tourist schlichtweg übersehen hat und wird auch ein wenig für Land und Leute sensibilisiert.

Dadurch das vieles unkommentiert präsentiert wird, kann man sich gut eine eigene Meinung bilden und so seine ganz persönlichen Eindrücke von dem Herzen Europas abspeichern und vielleicht später einmal für eine Reise nutzen.

Gerade weil sich die Macher dann auch noch vor allem den Menschen widmen, bringen sie neue Aspekte in diese Art der Dokumentation ein und unterscheiden sich damit doch gehörig von den vielen anderen Serien, die Landschaften erst von oben präsentieren, um dann gezielt ins Detail zu gehen, um auf besondere Tiere oder Pflanzen hinzuweisen, das Leben der Einheimischen aber nur am Rande streifen.

 

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DVD:

Die Alpen von oben – Die komplette Serie

RegisseurInnen: Klaus Steindl, Lisa Eder, Christian Stiefenhofer, Christian Schidlowski und Jean Afanassieff

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1

Umfang: 6 DVDs

Polyband/WVG, 30. August 2013

Produktionsjahr: 2012

Spieldauer: 750 Minuten

 

ASIN: B00COVV2BE

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 12.09.2013, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01