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Die Ankunft der Mönche von Caiseal Mor

Reihe: Die Wanderer Bd.1

Rezension von Karin Sittenauer

 

Klappentext:

An der Küste Irlands landet eine Gruppe schwarz vermummter Mönche - sie sind nicht gekommen, um christliche Nächstenliebe zu predigen, sondern um die grüne Insel mit dem Schwert zu missionieren. Der Rat der Druiden muss deshalb einen Weg finden, die magischen Traditionen des Landes zu bewahren: Sie wählen den jungen Mawn und die junge Sianan aus, um sie zu Wanderern auszubilden, jenen unsterblichen Bewahrern des Glaubens, die seit Jahrtausenden im Geheimen die Geschicke des Landes mitbestimmen.

 

Inhalt:

Irland im 4. Jahrhundert nach Christus: Sechs schwarz gewandete Mönche erreichen an einem stürmischen, düsteren Tag die Küste Irlands. Ihr kleines Boot zerschellt und mit Mühe können sie sich an Land retten. Sofort ernennt sich Palladius zum Bischof von Irland und diesen Anspruch will er nicht durch Gebete, sondern mit Gewalt durchsetzen. So beginnt sein rücksichtsloser Aufbau seiner Gemeinde und kaum ist dies geschafft macht er sich zum Königshof auf, wo er mit Intrigen Gefolgsleute um sich sammelt. Ein Bürgerkrieg wird entfesselt, Not und Leid bricht über das keltische Volk herein.

So beschließt der Rat der Druiden, dass es an der Zeit ist, die „Wanderer“ auszubilden. Ihre Wahl fällt auf Mawn, den verträumten Sohn eines Schmiedes, und die junge Sianan, Tochter eines Druiden. Diese beiden Kinder müssen um jeden Preis geschützt werden, denn sie sind es, die als Wanderer die alte Kultur, die Religion der Druiden und die Traditionen der Kelten bewahren sollen.

 

Beurteilung:

„Die Ankunft der Mönche“ als 1. Band der „Wanderer“ ist kein klassischer Fantasyroman. Vielmehr würde ich ihn den historischen Romanen zuordnen. Außer ein paar Visionen und Erzählungen über die Tuatha de Danaan gibt es keinerlei unerklärliche Phänomene. Selbst die Druiden sind nicht mehr als normale Menschen mit einem Talent zur Heilkunst oder Musik, allen Angriffen auf ihr Leben oder ihr Heimatland stehen sie wehrlos gegenüber. Hier ist nichts von den alten irischen Legenden spürbar, in denen Magie eine große Rolle spielt. Vielmehr wird man in eine historische Zeit zurückversetzt, in der friedliebende Bauern und Handwerker von einem Krieg überrannt werden. Dennoch soll das Fehlen der Fantasy in meiner Bewertung weniger eine Rolle spielen, es sollte nur erwähnt sein.

 

Dieser erste Band führt nun also einige Personen ein (leider ohne wirklich tiefer zu gehen), die unter dem von Palladius entfesselten Krieg zu leiden haben. Der junge Mawn verliert seine Familie, muss mitansehen, dass sein Bruder gekreuzigt wird. Dieser Part ist eine der Stellen, die großes gefühlsmäßiges Potential enthalten hätten. Denn die erste Lektion in Mawns Ausbildung zum Druiden ist ausgerechnet die, seine Gefühle nicht zeigen zu dürfen. Deshalb bleibt er mit seinem Kummer vollkommen alleine, was für einen Knaben seines Alters vermutlich eine zu schwere Bürde sein wird (aber davon merkt man in diesem Band weniger).

Dazu gibt es noch die Mönche, von denen ein paar gut und ein paar böse sind, einen Hochkönig, weitere Krieger und Caitlin, die kämpferische Druidin (von deren druidischem Können man leider auch nichts sehen darf).

 

Als historischer Roman gesehen ist dieses Buch durchaus gut ausgearbeitet. Es beschreibt Lebensumstände, möchte eine Differenz zwischen den Mönchen und den Kelten aufzeigen – wobei dies nach meinem Erachten nur halb gelungen ist. Die Härte der christlichen Invasoren wird gut dargestellt, die tiefe Religiosität der Kelten jedoch nicht. Ihr Leben wird nur oberflächlich beschrieben. Ein paar alte Sagen und idyllische Dörfer machen noch kein Lebensgefühl aus. Hier fehlte mir einiges. Geschichtliche Abläufe und Kämpfe hingegen werden gut beschrieben, auch das Entsetzen über die unnötigen Kreuzigungen.

 

Der Verlag hat aus dem ersten australischen Originalband zwei Bücher gemacht. Vielleicht ist diese Aufteilung schuld daran, dass mich „Die Ankunft der Mönche“ nicht wirklich gefesselt hat und ich am Ende kein Interesse an der Fortsetzung habe. Der Autor mag mehr ausgearbeitet haben, als in diesem halben Buch vorkommt. Vielleicht würde die zweite Hälfte des Originalbandes eine größere Verbundenheit mit den Protagonisten aufbauen, die bei mir bis jetzt nicht aufgekommen ist. Vermutlich sollte man die zwei ersten Bücher lesen, bevor man sich eine Meinung bildet, doch kommt es vor, dass man nach einem unbefriedigenden ersten Buch kein zweites mehr kauft. Die Zerstückelungspolitik des Verlages war hier sicherlich eine falsche Entscheidung.

 

Fazit:

nicht schlecht aber auch nicht überragend.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Titel: Die Ankunft der Mönche

Reihe: Die Wanderer Bd. 1

Autor: Caiseal Mor

Taschenbuch - 383 Seiten - Knaur

ISBN: 3-426-70253-3

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 21.08.2005, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35