Ava und ihr bester Freund Henry leben in Oxford. Als sie die altehrwürdige Uni-Bibliothek heimlich für ihr Leichtathletik-Training missbrauchen, bekommen sie eine Strafarbeit: Sie müssen für den Rest der Ferien in der Bibliothek helfen. Hier zu sein, ist für die beiden Büchernarren eigentlich nicht schlimm, nur müssen sie aufräumen statt zu lesen. Doch dann finden sie ein verstecktes, nicht inventarisiertes Buch. Und plötzlich landen sie durch ein Portal in Panlibris, einer Welt, wo sich alles um Bücher dreht. Sie werden zu Buchwächtern.
Mela Nagel schickt ihre 12-jährigen Protagonisten Ava und Henry in eine Welt, in der Bücher im Fokus stehen. Nahezu die gesamte Handlung findet in der Bibliothek in Oxford und in der Buch-Welt Panlibris statt. In ihr leben Wesen, die beispielsweise Bücher weben oder schmieden, darunter auch junge Nachwuchs-Weber und -Schmiede (etwa) im Alter der Protagonisten. Im erzählerischen Fokus stehen aber natürlich die beiden jungen Menschen, wobei Ava als Ich-Erzählerin wirkt.
Auch Avas und Henrys Probleme, ihre Ausflüge nach Panlibris vor ihren Familien verborgen zu halten, werden natürlich ausführlich thematisiert. Dass sie vor allem (aber nicht nur) Panlibris vor einer Gefahr retten müssen, versteht sich bei einem derartigen Jugend-Urban-Fantasy-Abenteuer fast von selbst. Obwohl offensichtlich weitere Ausflüge in Die Welt der Buchmagie geplant sind, bietet dieser Band ein Ende, das ihn auch als Solo-Buch tragfähig macht.
Aus Avas Rolle als Ich-Erzählerin folgt natürlich, dass der Leser alles aus ihrer Perspektive erlebt. Sprachlich fällt leider negativ auf, dass die Autorin immer wieder schreckliche Gender-Formen wie Webende und Schmiedende oder entsprechende Gender-Aufzählungen benutzt, obwohl schon aus der Handlung hervorgeht, dass es auch weibliche Weber, Schmiede, Schüler, … gibt.