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Die Dämonen des Feuers von M. F. W. Curran

Rezension von Christel Scheja

 

Der 1971 geborene englische Autor hat zuerst für eine Bank, die Regierung und ein Musikmagazin gearbeitet, ehe er sich ganz dem Schreiben zuwenden konnte. Heute lebt er als freier Autor mit seiner Frei in Sheffield.

Nach „Wächter der Schatten“ ist mit „Dämonen des Feuers“ nun der zweite Roman seiner Saga um William Saxon erschienen, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Kampf zwischen Engel, Dämonen und Menschen gezogen wird. Gemeinsam mit einem geheimen Mönchsorden, der dem Vatikan untersteht, und seinem Freund Kieran Harte bekämpft er Kultisten, Dämonen und Vampyre, wo immer er sie finden kann.

 

Nur wenig Pause ist Saxon vergönnt, nachdem er 1821 in Prag einen Vampyr nach langer Verfolgungsjagd stellen und töten kann. Kaum versucht er in der Nähe von Rom ein wenig Zeit mit seiner Geliebten Adriana zu verbringen und sich um seinen Adoptivneffen Marco zu kümmern, erreichen ihn schon wieder neue bedenkliche Nachrichten.

Graf Ordrane, sein unsterblicher Erzfeind, den er immer noch nicht fassen konnte, plant ganz offensichtlich den Schatz der Mhorrer an sich zu bringen, eines Volkes von Kultisten, die einen Bund mit dem Bösen eingingen. Wenn es dem Vampyr gelingt, die Macht zu entfesseln, ist alles verloren.

Zusammen mit seinen Kameraden aus dem Orden macht sich William auf den Weg in den Nahen Osten, um dort im Sand der Wüste nach Spuren zu suchen. Verärgert muss er feststellen, dass sich Marco entgegen seiner Wünsche auf die „Iberer“ geschlichen hat, nur weil er bei ihm sein und mit ihm kämpfen will. Da das Schiff schon zu weit auf dem Meer ist, gibt es keine Rückkehr mehr. Statt dessen bleibt Marco nun an seiner Seite.

Im Grenzgebiet zwischen Palästina und Ägypten angekommen, das immer noch von Unruhen erschüttert wird, muss Saxon feststellen, das sein Kontaktmann, der ihm die Informationen erst geliefert hat, verschwunden, wenn nicht sogar tot ist.

Allerdings gelang es Charles Greynell noch eine verschlüsselte Nachricht zu hinterlassen, dass ihn und seine Männer tiefer in die Wüste und in das Stammesgebiet der Ajada führt. Dort muss William erst das Vertrauen von Scheich Fahd gewinnen, eher er überhaupt weiter kommt. Doch die Zeit drängt, denn die Gefolgsleute Ordranes sind auch nicht untätig geblieben...

 

„Die Dämonen des Feuers“ hat viel von den historischen Abenteuerromanen, die nicht nur im 19. Jahrhundert spielen, sondern dort auch ihren literarischen Anfang nahmen. Die fast reine Männerwelt wird von Ehre und Verantwortung geprägt, von dem pragmatischen Gedanken, das Richtige zu tun und auf allen Fronten gegen das Böse zu kämpfen.

Wären da nicht die übernatürlichen Feinde, könnte man sich durchaus in die Zeit von „Sharpe“ zurückversetzt fühlen – oder die der Orientromane, die europäische Helden als Retter der Einheimischen zeigen. Allein die koloniale Überheblichkeit der Figuren gegenüber den Beduinen und meisten anderen Völkern des Orients fehlt, die frühere Werke auszeichnete.

Ansonsten erzählt Matt F. W. Curran eine sehr klassische Abenteuergeschichte, die immer wieder durch Konfrontationen und Kämpfe aufgelockert wird, sich aber auch sehr viel Zeit für die Beschreibungen nimmt. Die Handlung geht wie die Figuren nicht sonderlich in die Tiefe, Gedanken und Gefühle tauchen nur dann auf, wenn sie für die Weiterführung der Handlung wichtig sind.

Der Stil des Autors ist nüchtern und direkt. Er beschönigt nichts, übertreibt es aber auch nicht in der Dramatik. Er schreibt flüssig, schafft es auch Längen zu vermeiden, auch wenn er sehr wenig Handlung auf vielen Seiten verteilt.

Der phantastische Anteil ist zwar deutlich sichtbar, drängt sich aber auch nicht störend in den Vordergrund.

 

Alles in allem wendet sich „Die Dämonen des Feuers“ vor allem an die Fantasy-Fans, die auch ein Faible für klassische Abenteuerromane haben und ein wenig mit deren Prämissen vertraut sind.

 

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Cristina
Freitag, 09. Juli 2010 22:02 Uhr
Ich finde das Buch zimlich gut, wenn man ein begeisterter Fantasyleser ist hat man auf jeden Fall Spaß bei diesem Buch.
Es kann aber nicht schaden, wenn man sich vorher schon ein bischen mit dem 19. Jahrhundert beschäftigt hat, um einige Verhaltensweisen der Figuren besser zu verstehen.
Man muss nicht erst den ersten Teil um William Saxon gelesen haben, um dieses Buch zu verstehen. Wenn man sich richtig in das Geschehen eingelesen hat merkt man auch nicht, dass wenig Handlung auf vielen Seiten verteilt ist.

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Buch:

Die Dämonen des Feuers

Autor: Matt F.W. Curran

Paperback, 602 Seiten

Goldmann, erschienen Februar 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Joachim Körber

Titelbild von Krasny

ISBN-10: 3442471516

ISBN-13: 978-3442471515

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.06.2010, zuletzt aktualisiert: 31.05.2019 18:27