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Die Dämonen – Freiheit oder Finsternis von Tobias O. Meißner

Rezension von Christel Scheja

 

Vor fast zwei Jahren erschien mit „Die Dämonen“ ein Roman von Tobias O. Meißner, der erstmals wirklich böse Wesen in den Mittelpunkt rückte, die den Menschen nicht wohl gesonnen waren und zeigte, wie das Chaos entfesselt wurde. Nun folgt die Fortsetzung in „Die Dämonen – Freiheit oder Finsternis“, in dem er den Untergang einer ganzen Welt zelebriert.

 

Einst sperrte der göttergleiche König Orison die grausamen Wesen in den sogenannten „Dämonenschlund“, die den Kontinent bis dahin verheert hatten und versiegelte ihn, damit die Menschen in Zufriedenheit und Glück leben konnten. Das Land wurde in neun Baronien aufgeteilt, die von Herrschern regiert wurden, die eigentlich gerecht handeln sollten, was aber nun, viele Generationen später nicht mehr unbedingt der Fall ist.

Unbemerkt von den Sterblichen gelingt es zwei Dämonen, aus dem „Dämonenschlund“ auszubrechen und in zwei Herrscher zu schlüpfen. Sie entfesseln einen Krieg, der nun auch die mächtigen Siegel bersten und ihre Schicksalsgenossen freikommen lässt.

Abertausende von Dämonen fallen über das Land her und nun beginnt ein Überlebenskampf an allen Fronten. Denn die unsterblichen Wesen sind nicht nur stark, sondern auch zahlreich und haben keinerlei Skrupel.

Minten Liago, die Benesand-Schwestern und Königin Lae versuchen auf ihre Art zu überleben und die Dämonen zu besiegen, doch das erweist sich mehr als Schwierig. Es reicht nicht nur aus, sie zu erschlagen, denn dort wo einer fällt, stehen zehn weitere auf. Und vor allem die Anführer der Streitmacht der Finsternis haben es in sich. Der strategisch hochbegabte Hundedämon Culcah und König Orison, der eigentlich selbst ein Dämon war, schlagen die Menschen immer weiter zurück und alles scheint verloren ...

 

Anders als sein Vorgänger hat „Die Dämonen – Freiheit oder Finsternis“ eine eher dünne Handlung. Tobias O. Meissner gefällt es den Untergang an verschiedenen Fronen zu zelebrieren. Tatsächlich besteht ein Großteil der Geschichte aus kleinen Episoden, in denen er beschreibt, wie die Menschen langsam aber sicher an Boden verlieren, dahin gemetzelt werden oder mit letzter Kraft um ihr Leben und ihre Freiheit kämpfen. Die Dämonen leben sich gründlich aus, was den Roman recht blutig und auch ein wenig brutal wirken lässt. Er zeigt aber auch, dass nicht alle das Gleiche wollen, sondern auch gewisse Fraktionen unter ihnen um die Macht und Kontrolle kämpfen.

Dazu passt der knappe, fast ein wenig berichtartig erscheinende Stil, der auf ausführliche Beschreibungen verzichtet und stattdessen das Geschehen lieber in kurzen und knappen Worten in Szene setzt.

Das macht das ganze zwar ziemlich vorhersehbar, er bietet aber gerade zum Ende hin doch noch die ein oder andere Wendung, mit der man so nicht gerechnet hat und bewahrt sich eine ironische Distanz zu allen Geschehnissen. Wirklich in die Tiefe geht er aber weder mit der Handlung noch in anderem. Denn die Figuren bleiben wie im ersten Band eher oberflächlich und erhalten nur wenig Charakter, aber das passt auch besser zum Inhalt. Der Autor zelebriert genüsslich den Untergang einer Welt und bleibt auch zum Schluss hin sehr konsequent.

 

„Die Dämonen – Freiheit oder Finsternis“ dürfte allen Fans epischer, abenteuerlicher Fantasy gefallen, die auch einmal etwas anderes als die üblichen glücklichen Enden lesen wollen und es schätzen, wenn auch einmal die Sichtweise der „Bösen“ im Mittelpunkt steht. Das alles bietet ihnen der Roman, auch wenn er letztendlich sehr seicht bleibt und nicht mehr als lockere, wenn auch etwas makabere Unterhaltung bietet.

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Die Dämonen - Freiheit oder Finsternis

Autor: Tobias O. Meißner

Paperback, 479 Seiten

Piper, erschienen März 2010

Titelbild von Kendrick „Kukka“ Lim, Karte von Erhard Ringer

ISBN-10: 3492701841

ISBN-13: 978-3492701846

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 26.05.2010, zuletzt aktualisiert: 18.07.2019 19:45