Die anfängliche Prämisse erscheint merkwürdig: Sherlock Holmes als Unterhändler in Liebesdingen mag auf Fans unglaubwürdig wirken. Doch im weiteren Verlauf entpuppt sich der Fall als interessant und vor allem deswegen spannend, da hier Holmes forensisch vorgeht. Die Ermittlungen führen weg von der reinen Deduktion und hin zu Vor-Ort-Untersuchungen, was dem Hörspiel durchaus Anreize vermittelt.
So können die Audio-Spezialisten sich u. a. mit den vielfältigen akustischen Hintergründen eines Bahnhofs beschäftigen. Die Auflösung wirkt nicht völlig überzeugend und etwas sehr konstruiert, aber bis dahin ist alles gut entwickelt.
Auch die Chemie zwischen den Figuren stimmt. Besonders gefallen konnte diesmal der Gegenspieler von Holmes, Inspektor Lestrade. Lutz Reichert überzeugt mit seiner lakonischen Art und grummelt sich in die Herzen der Hörerschaft. Auch die anderen Sprecher und Sprecherinnen können gefallen.