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Die Drachen der Tinkerfarm von Tad Williams und Deborah Beale

Rezension von Christian Endres

 

Seine epische Osten Ard-Saga, die demnächst bei Klett-Cotta neu aufgelegt werden soll, und seine voluminöse Otherland-Reihe machten den Amerikaner Tad Williams endgültig zum auflagenstarken Superstar der modernen fantastischen Literatur. Zuletzt veröffentlichte Williams die ersten Bände seiner neuen Fantasy-Serie Shadowmarch – und »Die Drachen der Tinkerfarm« (orig.: »Dragons of Ordinary Farm«), den ersten von fünf geplanten All-Age-Contemporary-Fantasy-Bänden um die Ereignisse auf der Ordinary Farm, die Williams zusammen mit seiner Frau Deborah Beale schreibt. Klett-Cotta hat dem »neuen Williams« ein wie üblich ziemlich schick aufgemachtes Hardcover samt Lesebändchen und passendem Lesezeichen spendiert. Zwölf thematisch auf die Kapitel verteilte Bleistiftzeichnungen des deutschen Künstlers Jan Reiser schmücken außerdem die Kapitelanfänge des neuesten Fantasy-Streichs aus dem Hause Williams.

 

Bücher, die sich auch an eher jugendliche Leser richten, brauchen besonders viel Spannung, scheint es manchmal. Also erkundigen Williams und Beale mit den Geschwistern Tyler und Lucinda, was es für Geheimnisse und Intrigen auf der riesigen Tinkerfarm ihres verschrobenen Großonkels zu entdecken gibt. Und so bleiben auch nach ersten Begegnungen mit wilden Einhörnern, geflügelten Affen, garstigen Hörnchen, riesigen Drachen und anderem noch genügend Rätsel ungelüftet und übrig, um den Leser durch den Rest des ersten Bandes zu treiben. Spätestens als Tyler entdeckt, wie die fantastischen Wesen in unsere Welt und auf die Farm gelangen, eröffnen sich ganz neue Dimensionen...

 

Erstaunlich ist, wie ähnlich sich »Die Drachen der Tinkerfarm« und z. B. die »Fabelheim«-Bücher von Brandon Mull vom Setting her sind. Ganz klar: Hier haben wir es mit einem weiteren Trend der Urban Fantasy zu tun. Raus aus der Stadt, hinaus auf’s Land. Versuchen die Autoren, ihre jüngeren Leser daran zu erinnern, dass es auch außerhalb von Einkaufszentren und der digitalen World of Warcraft noch eine wenn nicht abenteuerliche, dann doch wenigstens faszinierende »Welt« gibt, die es zu erkunden und zu entdecken lohnt? Es scheint so.

 

Ein unterhaltsamer, gewohnt gefällig geschriebener Einstand für die Geheimnisse, Bewohner und Besucher der Tinkerfarm.

 

Allerdings würde es der Geschichte um die Drachenfarm nicht schaden, wenn das Ehepaar Williams/Beale im nächsten Band hier und da eine Schippe drauf legt und die Temposchraube etwas anzieht.

 

 

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Eure Meinung:

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Silberfee28
Samstag, 14. November 2009 20:43 Uhr
Zum Inhalt des Buches:
Die Kinder Lucinda und Tyler sollen die Ferien auf der Farm ihres ihnen unbekannten Onkels Gideon Goldring verbringen.
Schnell müssen sie feststellen das ihr Onkel keinen gewöhnlichen Bauernhof bewirtschaft und stellen Nachforschungen an. Leider erweißen sich diese Nachforschungen als nicht ganz ungefährlich, so dass die beiden mehr als einmal in brenzlige lebensbedrohliche Situationen geraten. Als sie schließlich den Geheimnissen auf die Spur kommen ist beinahe alles verloren …..

Meine Meinung zum Buch:
Das Buch beginnt meiner Meinung nach ziemlich absurd und gerade zu Beginn wird an vielen Stellen deutlich übertrieben so das man trotz das dieses Buch ein Fantasy Roman ist , die Dinge und Tatsachen gar nicht glauben will (Wer von Ihnen hat schon mal Feuer speiende Kühe erlebt?).
Hat man sich als Leser aber erstmal mit der Geschichte vertraut gemacht und lässt man sich von dem Buch inspirieren erwartet einen ein wundervoller Fantasy Roman.
Das Haus und die Farm selber werden liebevoll beschrieben, die schönen Zeichnungen innerhalb des Buches helfen dem Leser seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Bei den Beschreibungen innerhalb des Buches gehen die Autoren mit soviel Liebe zum Detail ans Werk das der Leser keine Probleme hat sich die Welt der Tinkerfarm und der dort lebenden Personen vorstellen. Interessant finde ich auch das Wortspiel mit dem Namen der Farm, welche auch Ordinary Farm genannt wird. Dem Leser fällt nämlich nach einigen Seiten des Buches sehr schnell auf das diese Farm alles andere als „Ordinary“ ist.
Der Rundgang durch und über die Farm von dem ich nicht zuviel verraten möchte hätte ich gerne mal selber erlebt , denn da bekommt der Begriff „Unsere kleine Farm“ gleich eine ganz neue Dimension.
Die schrulligen teilweise auch unheimlichen und mysteriösen Charaktere innerhalb des Buches unterstreichen den Charakter des Buchgenres perfekt und verleihen dem Buch unbewusst eine Eigendynamik.
Leider verfallen die Autoren in der Mitte des Buches in einen Plauderton, indem sie nur über die Ereignisse auf der Farm berichten. Das langweilt mitunter, auch wenn man sich als Leser immer wieder die Frage nach der Herkunft der Tiere stellt. Was sind das für Geheimnisse die dort mühsam gehütet werden und warum werden sie so strikt gehütet? Die Neugier auf die Antworten zu diesen Fragen treibt den Leser dazu immer weiter zu lesen.
Nach der wundersamen Entdeckung eines der Kinder erhält der Leser und natürlich auch die Kinder eine Menge Antworten auf die Fragen und Geheimnisse die diese Farm umgeben .Mehr als einmal war ich überrascht über die Antworten da diese doch ganz anders ausfielen als zunächst erwartet oder vermutet.
Als wäre das Buch plötzlich wieder in seinem „eigenen Rhythmus“ gewinnt die Story derart an Fahrt das man als Leser wirklich Mühe hat ruhig und beherrscht zu lesen.
Ein fulminantes wenn auch leider recht kurz gehaltenes Finale schließt dieses Buch und macht umso mehr Freude auf die Fortsetzung.

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Die Drachen der Tinkerfarm

Autor: Tad Williams & Deborah Beale

Hardcover, 379 Seiten

Klett Cotta, September 2009

Sprache: Deutsch

ISBN: 3608938214

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.09.2009, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35