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Die Dracheninsel

Rezension von Holger Hennig

 

Ein buntes großes Inselfeld, drei bis fünf Schatzjäger und zwei eher niedliche als gefährliche Drachen stehen im Zentrum des Brettspiels von Tom Schoeps. Sehr viel Interaktion, viele Gemeinheiten gegen die Mitspieler, ein Spiel für Schadenfreudige.

 

Jede Menge Landschaftsplättchen sechs verschiedener Farben liegen auf der Insel herum, an dessen Küsten die Spieler mit ihren Schatzsuchern in „Fang-den-Hut“-Figürchen landen. In der Mitte liegt ein Schatz, den man leider nicht allein heben kann, da braucht man die Hilfe eines Mitspielers. Fortbewegung funktioniert über Karten, mit denen man die verschiedenen Felder betreten darf. Aber es gibt fast genauso viele Sonderkarten, mit denen man vorzugsweise den Mitspielern böse mitspielen kann. Jeder Spieler hat immer sechs Karten auf der Hand, der jeweilige Zugspieler kann auch alle ausspielen und danach neue nachziehen.

 

Hat einer der Schatzsucher den Schatz erreicht, so muss er auf einen weiteren warten, der ihm hilft, den Schatz einzuholen. Dann marschieren beide gemeinsam auf eines ihrer Boote zu, und wenn sie dann in einem der Boote sitzen, dann entscheidet der Besitzer des Bootes, ob gerecht geteilt wird, oder ob er den Mitsucher betrügt. Hat der aber auch die dafür notwendige Untreue-Karte, so kann der Bootsbesitzer auch völlig leer ausgehen.

 

Das Spielprinzip ist einfach und fordert Spieler mit harten Ellenbogen, denn hier wird auf die Mitspieler eingewirkt, ständig werden Züge unterbrochen, Karten geklaut, äh, ausgeliehen, oder einfach Schatzsucher mit schaurigen Angst & Schrecken-Karten ins eigene Boot gejagt. Fast ist das Behindern der Anderen wichtiger, als der Weg der eigenen Figur. Dazu gehört auch eine fröhliche Landschaftsgestaltung, die gerne genutzt wird, den Gegnern einfache Wege zu verbauen. Insgesamt kein wirklich taktisches Spiel, da sehr viel auf die Karten ankommt, die man zieht, und fast noch mehr auf die Karten, die die Mitspieler ziehen.

 

Für Spielerrunden, die auch gern mal „Mensch-ärger-dich-nicht!“ spielen und es lieben, bei Mau-Mau die Siebenen zu ziehen, ist Dracheninsel eine hervorragende Alternative, viel Glück, ein bisschen Taktik und viel Skrupellosigkeit wird gebraucht. Es gibt aber auch einen großen Kritikpunkt, und der betrifft die ziemlich kindliche Aufmachung. Für ein Spiel ab zehn Jahren sieht das alles zu sehr nach schlechten Bilderbüchern aus, die durchaus funktionellen Fang-den-Hut-Figürchen machen das auch nicht besser. Lob gebührt dem Verlag, also AMGIO, für die Reichhaltigkeit der Ausstattung. Es gibt einen Ersatzdrachen, auch sonst gibt es Ersatzmaterial und da es eine Farbe mehr gibt, als die höchste Spielerzahl angibt, kann man sogar statt mit fünf mit sechs Spielern auf Schatzsuche gehen, muss nur eventuell ein bisschen ‚Wartezeit mehr in Kauf nehmen – und so steht es auch inder Anleitung, die sehr ausführlich und eindeutig ist. Der Titel ist aber ein bisschen irreführend, weil die Drachen doch bestenfalls ein nerviges Hindernis am Rande sind. Da sie niemanden fressen können, sondern nur Wege versperren, ist die Karte Drachenpatrouille, mit der man sie durch die Gegend schiebt, fast die unwichtigste. Ein ganz nettes Spiel für eine gesellige Runde, aber nichts für geübte Spieler.

 

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Die Dracheninsel

Verlag: Amigo Spiele

Autor: Tom Schoeps

Spieldauer: ca. 60 Min

Spielerzahl: 3 bis 5

Altersempfehlung: 10 bis 99 Jahre

ASIN: B00008LEOB

Erhältlich bei: Amazon

 

Inhalt:

 

  • 60 Geländeteile,
  • 54 Geländekarten,
  • 45 Aktionskarten,
  • 14 Drachengold-Münzen,
  • 6 Spielfiguren,
  • 3 Drachen,
  • 1 Spielplan,
  • 1 Spielanleitung

 

 


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Erstellt: 23.01.2006, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50