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Die dunkle Allee von Lemony Snicket

Reihe: Eine Reihe betrübliche Ereignisse Band 6

 

Rezension von Heike Rau

 

Im letzten Band ist Graf Olaf, der es auf das Erbe der Waisenkinder abgesehen hat, wieder ungeschoren davongekommen. Und er hat die Freunde von Violet, Klaus und Sunny entführt. Wo die Quagmeir-Drillinge sich jetzt aufhalten, weiß niemand so genau. Mr. Poe, der für die Baudelaire-Waisen und die Verwaltung ihres Erbes verantwortlich ist, ist beruflich zum Vize-Präsidenten der Bank aufgestiegen und nun auch für das Vermögen der Quagmeir-Drillinge zuständig. Er will einem Gerücht nachgehen und den Aufenthaltsort der Kinder finden. So stehen Violet, Klaus und Sunny allein vor dem riesigen Haus in der Dunklen Allee 667. Mr. Poe hat keine Zeit, sie die achtundvierzig oder vierundachtzig Stockwerke hinauf in das Penthaus von Mr. und Mrs. Elend zu bringen, bei denen sie von nun an leben sollen.

 

Mrs. Elend ist sehr modebewusst. Sie achtet über alle Maßen darauf, was gerade in ist und was out. Waisen sind gerade in, und so ist sie sehr erfreut, nun drei davon zu besitzen. Mr. Elend dagegen, scheint halbwegs in Ordnung zu sein. Nur Streit mag er überhaupt nicht. Aber er unternimmt viel mit den Kindern. Die Wohnung ist riesig. Violet, Sunny und Klaus dürfen zwischen 71 Schlafzimmern wählen. Nun ja, es ist nicht alles perfekt. Und die Treppen hoch zum Penthaus zu steigen und wieder herunter, ist sehr anstrengend. Aber was will man machen, wenn Fahrstühle gerade out sind. Hauptsache Graf Olaf findet die Kinder hier nicht.

 

Doch schon bald taucht er auf. Wieder in einer sehr seltsamen, aufwändigen, aber für die Kinder leicht durchschaubaren, Verkleidung. Er spielt diesmal einen Auktionator, der mit Mrs. Elend eine Auktion mit Dingen, die gerade in sind, vorbereiten will. Dass dieser nette Mensch Graf Olaf sein soll, glaubt den Kindern niemand. Es bleibt Violet, Klaus und Sunny nichts anderes übrig, als das Spiel mitzuspielen. Schließlich müssen sie herausfinden, was für einen grausigen Plan, Graf Olaf diesmal hat. Und vor allem wollen die Kinder wissen, wo er die Quagmeir-Drillinge versteckt hält.

 

Eine so gute Spannung wie in den anderen Bänden will diesmal einfach nicht aufkommen. Vielleicht liegt es daran, dass Mr. Poe und auch die Kinder einfach nichts dazu gelernt haben. Die Geschichte wirkt zu sehr an den Haaren herbeigezogen und kann inhaltlich nicht mit den ersten Bänden mithalten. Die Fantasie des Lesers wird so langsam überstrapaziert. Es passiert nichts Neues. Da schwingt dann doch etwas Enttäuschung mit. Interessant ist wieder der Stil des Autors, der neunmalklug Bedeutungen von Wörtern erklärt, die doppeldeutig sind. Er weist immer genau daraufhin, was er im entsprechenden Zusammenhang meint, obwohl das meist klar ist. Auch lässt er die wichtigen Dinge oft vorübergehen und kommentiert auf seine ganz eigene Weise, wo es eigentlich nichts zu kommentieren gibt. Das ist sehr unterhaltsam und tröstet ein klein wenig darüber hinweg, dass die Geschichte diesmal nicht so fesselnd ist.

 

Eure Meinung:

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Buch:

Die dunkle Allee

Reihe: Eine Reihe betrübliche Ereignisse Band 6

Original: The Ersatz Elevator, März 2001

Autor: Lemony Snicket

Übersetzerin: Brigitte Kollmann

Illustrationen: Brett Helquist

gebunden, 230 Seiten

Manhattan im Wilhelm Goldmann Verlag, 1. Februar 2005

 

ISBN-10: 3442545897

ISBN-13: 978-3442545896

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 20.01.2006, zuletzt aktualisiert: 06.04.2019 12:11