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Die dunkle Quelle von Tobias O. Meißner

Reihe: Im Zeichen des Mammuts Band 1

 

Rezension von Carmen Huber

 

Tobias O. Meißner hat bereits für viel Aufsehen gesorgt, was vor allem auf seinen von der Kritik hoch gelobten Fantasy-Roman „Das Paradies der Schwerter“ zurückzuführen ist. Mit „Die dunkle Quelle“ hat der Berliner Autor den Auftakt zu einem ungewöhnlichen Fantasy-Zyklus von bestechender Aktualität geschaffen, der sich mit der Problematik des Umweltschutzes beschäftigt. Eine Fortsetzung ist bereits geplant: Unter dem Titel „Die letzten Worte des Wolfes“ erscheint voraussichtlich im März 2006 der vielversprechend klingend zweite Band der Saga „Im Zeichen des Mammuts“, die voraussichtlich zwölf Bände umfassen soll. Für Nachschub wird also gesorgt sein.

 

Rodraeg Delbane führt als Schreiber im Rathaus einer kleinen Stadt ein beschauliches und einfaches Leben, bis er jäh aus seinem Alltagstrott aufgerüttelt wird: Eines Tages findet sich plötzlich eine bezaubernde junge Frau bei ihm ein. Die fremde Schönheit entpuppt sich als ein Schmetterlingsmädchen namens Naenn, das zudem glaubt, in ihm den Richtigen für einen höchst prekären Auftrag gefunden zu haben. Denn Naenn sucht im Namen der geheimen Organisation „Der Kreis“ – ein Zusammenschluss von Menschen und anderen, nichtmenschlichen Geschöpfen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Gleichgewicht des Landes zu erhalten – den Anführer für eine Einsatzgruppe. Rodraegs Aufgabe ist einfach: er soll eine Gruppe von Menschen bilden und anführen, um im Auftrag des Kreises das natürliche Gleichgewicht zu bewahren.

 

Betört von der zauberhaften Naenn und dem Gedanken an Abenteuer willigt Rodraeg ein, ohne wirklich zu wissen, was ihn erwartet. Doch schon bald stellt sich heraus, dass diese Aufgabe die Erfüllung seines Lebens ist. Als ihr Zeichen wählt sie das Mammut, basierend auf einen Traum von Rodraeg, und schon bald sammelt der ehemalige Schreiberling eine ungewöhnliche Gruppe um sich: Da wären außer Naenn und Cajin, ein junger Mann, der ihren Stützpunkt, „Das Haus des Mammuts“ verwaltet, die zwei hünenhafte Schwertkämpfer Bestar und Migal sowie der überragende Bogenschütze Hellas. Doch gleich ihr erster Auftrag wird zur Bewährungsprobe für das Mammut ...

 

 

Tobias O. Meißner hat für seinen neuen Fantasy-Zyklus ein interessantes und ungewöhnliches Thema gewählt: Umweltverschmutzung, die Probleme der Natur und der oft zerstörende Einfluss von Menschen auf ihre Umgebung. Auch wenn Meißners Welt von Zauberern und phantastischen Geschöpfen wie zB die Schmetterlingsmenschen bevölkert ist, so hat sie mitunter die selben Probleme wie unsere: Die Natur wird ausgebeutet und die Menschen sind meist nur auf einen größtmöglichen Profit aus, ohne das empfindliche natürliche Gleichgewicht beachten. Eine Problematik, die vor allem in unseren heutigen Zeit sehr aktuell ist, denn zwischen Meißners Welt und der unseren lassen sich viele Parallelen erkennen.

 

Der Autor hat seine Welt fantasievoll ausgestaltet und mit den unterschiedlichsten Geschöpfen bevölkert. Zwar bleiben diese oft im Dunkeln, doch existieren sie – auch wenn sie mitunter längst vergessen sind. Doch nicht nur die Verschmutzung der Natur steht im Mittelpunkt, und gegen Ende erkennt man erst die wahren Ausmaße der Geschehnisse und erfährt erst da viele Zusammenhänge. Einerseits ist „Die dunkle Quelle“ schon in sich abgeschlossen, doch andererseits machen bereits viele Andeutungen auf die Fortsetzung neugierig – für die bei zwölf geplanten Bänden ja gesorgt sein dürfte.

 

Auch die Charaktere sind gut gelungen, sie wirken lebendig und wachsen mitunter förmlich in die Geschichte hinein. Vor allem Rodraeg mausert sich vom unsicheren Schreiberling zu einem wortgewandten und selbstbewussten Anführer. Dass die Personen alle total unterschiedlich sind, macht einen großen Reiz der Geschichte aus, und dass so Konflikte untereinander kaum ausbleiben, versteht sich von selbst. So wird der erste Auftrag des Mammuts gleich zur zweifachen Bewährungsprobe: Einerseits müssen die Mitglieder sich erst aufeinander einstimmen und lernen, zusammen zu stehen, andererseits landen sie Hals über Kopf in einer Situation, die eigentlich zu groß für das noch unerfahrene Mammut erscheint.

 

Auch die Gestaltung ist gut gelungen: „Die dunkle Quelle“ ist ein Taschenbuch mit passendem Cover und umfangreichem Anhang. Von einem Glossar mit Erläuterungen zu den Göttern, der Zeitrechnung, Währung etc. über ein Namensregister bis hin zu einer kleinen Karte beinhaltet es alles, was man sich nur wünschen kann. So wird einem der Einstieg angenehm erleichtert.

 

Fazit:

Ein unterhaltsamer und gelungener Fantasy-Roman über ein sehr ungewöhnliches Thema.

 

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Eure Meinung:

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Die dunkle Quelle

Reihe: Im Zeichen des Mammuts Band1

Autor: Tobias O. Meißner

Taschenbuch, 375 Seiten

Piper, Juni 2005

ISBN: 3492265812

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 13.02.2006, zuletzt aktualisiert: 13.07.2019 19:34