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Die elfte Plage von John S. Marr

Rezension von Tanja Elskamp

 

Zuerst sind es Tausende von Bienen, die die Menschen von San Antonio aus unbekanntem Grund attackieren und Todesopfer fordern. Ein rätselhafter Fall. Kurze Zeit später wird ein sehr behütet aufwachsendes Kind in San Diego plötzlich schwer krank. Man zieht den virologischen Experten Jack Bryne hinzu, der persönlich anreist und den Jungen zu retten versucht. Dank der Organisation Promed, einem Netzwerk, das Medizin und verwandte Wissenschaften organisiert, um neue Erkrankungen und deren Erreger aufzuspüren und auszuschalten, versucht Jack Bryne alles, um den Jungen zu retten. Doch alle Bemühungen scheitern, denn zu spät kommt der richtige Verdacht auf, dass der Junge an einer Krankheit leidet, die keineswegs neu, sondern sehr alt, aber nicht mehr wirklich vorkommend ist.

 

Die Nachforschungen zu diesem Fall ergeben eine bewusste Infektion des Jungen, hervorgerufen durch einen bioterroristischen Akt.

 

Jack Bryne bedauert die Ereignisse sehr, und durch seine intensive Beschäftigung mit diesem Fall, verbunden durch die Suche nach weiteren seltsamen Fällen vergleichbarer Art, kommt er schließlich durch einen Zufall auf die Idee, dass der Täter - wer auch immer dies ist - die Plagen aus der Bibel nachstellen will. Was zunächst als fixe Idee klingt, erhärtet sich immer mehr zum begründeten Verdacht, doch Jack fehlen wichtige Informationen. Zu nennen wären hier natürlich Motiv des Täters und eine Vorstellung über den Täter selbst, doch Jack scheint vor allem Opfer falscher Fährten zu werden. Was er zunächst nicht weiß ist, dass ihn etwas Persönliches mit dem Mörder verbindet, und er ahnt zunächst ebenfalls nicht, dass das FBI ihm auf den Fersen ist und ihn der bioterroristischen Akte verdächtigt ...

 

Die Autoren John S. Marr und John Baldwin haben sich bei diesem Buch für einen Weg der Erzählung entschieden, der den Täter selbst praktisch schon von Anfang an klar macht. Tatsächlich verfügt das Buch zunehmend über Passagen aus Sicht des Täters, ohne dabei jedoch gleich seine Motive offen zu legen.

 

Bei "Die elfte Plage" treffen sich medizinische und religiös orientierte Thriller in der Mitte. Der Täter lässt die Plagen aus der Bibel wiederauferstehen, hierzu nutzt er jedoch höchst moderne Mittel: praktisch selbst kreierte biologische Waffen.

 

Die Motivation des Täters erschließt sich nicht vollends für den Leser. Obwohl der Killer selbst durch seine Aufzeichnungen im Rahmen des Romans zu Wort kommt, bleiben einige Fragen ungeklärt. Damit steht der Mörder allerdings nicht allein dar, denn auch die Umstände, durch die das FBI Jack Bryne als dringenden Verdächtigen ins Visier nimmt, sind nicht wirklich logisch und müssen demnach vom Leser schlicht hingenommen werden.

 

Trotz dieser Mängel weiß der Roman durchaus zu unterhalten. Er liest sich flüssig, wenn man mit dem auftretenden medizinischen Fachvokabular vertraut ist; ist man mit diesen Fachbegriffen nicht vertraut, sollte sich der Thriller dennoch einigermaßen schlüssig und flüssig lesen lassen.

 

Fazit:

"Die elfte Plage" ist ein unterhaltsamer Thriller, der medizinisch orientierte Morde mit eher am Rande religiösem Aufhänger in Einklang bringt. Das flüssige Lesen und die aufgebaute Spannung machen die Lektüre zu etwas Vergnüglichem, auch wenn der Leser einige logische und handwerkliche Abstriche machen muss

 

Eure Meinung:


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Die elfte Plage

Autor: John S. Marr

Broschiert: 526 Seiten

Verlag: Lübbe (Juli 2002)

ISBN: 3404257030

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 20.10.2006, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18