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Die Erben von Hammerfell von Marion Zimmer Bradley

Rezension von Holger Hennig

 

Der Planet Darkover ist nicht nur ein Produkt der Fantasie von Marion Zimmer Bradley, sondern einer der Plätze der Science Fiction, über den am meisten geschrieben wurde. Allerdings nicht in einer klassischen Serie, sondern hauptsächlich in Einzelromanen, die zumeist in der Zeit auf Darkover spielen, in der die terranische Föderation auf Darkover einen Raumhafen bei Thendara unterhält, während die Bevölkerung des Planeten in einer relativ mittelalterlichen Welt leben. Regieren tun die Comyn, die nicht nur die ererbte Macht im Lande haben, sondern auch noch zum größeren Teil über Laran verfügen – das ist der Name für Psi-Kräfte, die das Leben auf Darkover mitprägen. „Die Erben von Hammerfell“ spielen einige Jahrhunderte früher in der Spätzeit der legendären hundert Königreiche.

 

Die Königreiche Hammerfell und Storn sind tief verfeindet. Beide liegen hoch in den Bergen, eine raue Landschaft und ein raues Volk, das sich nur im Feuerfrieden nicht bekämpft, also dann, wenn die Wälder brennen und alle, auch Todfeinde, zusammen gegen das Feuer kämpfen. Fürst Rascard von Hammerfell verliert seinen Sohn Alaric an den Feind und damit den letzten der Linie. In allgemeiner Ratlosigkeit heiratet er seine Pflegetochter Erminie, die eigentlich der Sohn heiraten wollte. Ihr macht er Zwillinge, um kurz darauf bei einem vernichtenden Schlag gegen Hammerfell sein Leben auszuhauchen. Erminie entkommt und trägt Alastair, den älteren Zwilling mit sich. Ein getreuer Diener des Hauses Hammerfell, der alte Markos entkommt mit dem jüngeren Zwilling Conn.

 

Gut fünfzehn Jahre später lebt Alastair mit seiner Mutter in Thendara und bittet bei König Hastur um Truppen, um sein Erbe zu befreien. Conn lebt bei Markos, meist in Verstecken, und zwischendurch betätigen sich die beiden als brauchbare Rebellen gegen Lord Storn. Durch Conns Laran sind die beiden Zwillinge verbunden, so wirklich merken können sie es allerdings nicht, denn Alastair ist ohne Laran geboren, kopfblind, wie die Comyn sagen. Als er die Audienz seines Zwillings bei König Hastur miterlebt, meint Conn, eine Vision gehabt zu haben, und zieht nach Thendara. Seine Ankunft in der größten Stadt Darkovers sorgt für einige Aufregung – er hat Bruder und Mutter für tot gehalten, genauso, wie sie ihn.

 

In der bekannten Zeit Darkovers ist die Geschichte der Zwillinge von Hammerfell eine berühmte Sage und Marion Zimmer Bradley erzählt hier den Hintergrund der Sage. Das macht sie in gemächlichem Erzählton, durchaus auch spannend an einigen Stellen. Die Tiefe, die sie in anderen Darkover-Büchern hat, kommt hier allerdings nicht zu Stande. Das ist alles ganz nett, aber ziemlich vorhersehbar und ein bisschen arg harmonisch. Man sagt Zimmer Bradley ja nicht zu unrecht einen Hang zum Kitsch nach, hier wird es am Ende ein bisschen Dicke.

 

Dennoch liest sich das Buch gut, ist eine schöne Rückkehr auf einen absolut faszinierenden Planeten und für Fans eh ein Muss. Natürlich wie bei eigentlich allen Darkover-Romanen eher was für Freunde der Fantasy als der Science Fiction.

 

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Die Erben von Hammerfell

Autor: Marion Zimmer Bradley

Broschiert: 294 Seiten

Verlag: Droemer/Knaur (Juli 2007)

ISBN-10: 3426636816

ISBN-13: 978-3426636817

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 02.07.2007, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35