Arno Strobel ist einer der fleißigsten und beliebtesten Thriller-Autoren Deutschlands und scheint Lust darauf zu haben, wieder einmal eine neue Reihe mit unverbrauchten Charakteren zu starten, dem Kriminalhauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, die Karriereleiter hoch zu fallen und der Medizinstudentin Luisa Menkhoff, die neben einer besonderen Gabe auch ungewöhnliches Wissen mitbringt.
Als Luisa Menkhoff ein Flugblatt in die Hände fällt, erkennt sie gleich die Frau wieder, die eigentlich verschwunden werden soll, denn immerhin war sie einmal die Lebensgefährtin ihres verstorbenen Vaters. Deshalb meldet sie sich bei der Kriminalpolizei in München, nicht ahnend, was sie damit los tritt.
Denn ganz offensichtlich hängt ihre Beobachtung mit der eigenen Vergangenheit zusammen und der Tatsache, dass der Mann, der sie damals entführt hatte, wieder auf freiem Fuß ist, horcht Ramin Brunner auf, vor allem als auch wie damals auf einmal Kinder verschwinden. Luisas eidetisches Gedächtnis und ihr Wissen könnten nun von Vorteil sein.
Man merkt, dass Strobel ein erfahrener Autor ist, der genau weiß, welche Strippen er ziehen muss, um seine Leser zu fesseln. So nimmt er sich die Zeit, die wichtigen Figuren rund um Brunner und Menkhoff genau so ausführlich vorzustellen wie die Hauptfiguren selbst, die durch sehr menschliche Eigenschaften sehr sympathisch gestrickt sind.
Dann geht der Fall durch eine Verkettung von Umständen so richtig los und stellt auch noch die Weichen für Ramin Brunners neue Aufgabe, die am Ende des Buches auf ihn wartet. Geschickt spielt der Autor dabei mit den Erwartungen seiner Leser, wirft immer neue Hinweise und Andeutungen aus und neugierig zu machen.
Und kaum hat man eine Vermutung, passiert etwas, dass die ganzen bisherigen Entwicklungen wieder auf den Kopf stellen. Zumal es auch noch sehr persönlich für Luisa wird, die aber dank ihres Vaters auch nicht auf den Kopf gefallen ist, was auch Ramin Brunner imponiert.
Am Ende führt sich alles gelungen zusammen und rundet die ganze Sache ab. Die Geschichte selbst ist flott geschrieben und besitzt das richtige Timing in der Handlung, so dass nie Langeweile aufkommt. Manches mag vielleicht ein wenig zu glatt laufen, aber der Unterhaltung und Entspannung tut das keinen Abbruch. Das Kino im Kopf fängt jedenfalls an zu laufen.