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Die falsche Ophyde

Reihe: Die Schiffbrüchigen von Ythaq, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Durch einen Sturm havariert der Luxusraumer „Kometenstaub“ auf dem rückständigen Planeten Ythaq. Da er beim Eintritt in die Atmosphäre in kleinere Teile zerbricht, verstreuen sich die Wrackteile über den ganzen Planeten. Nur drei Personen überleben in einer der Zellen: die tatkräftige und eigenwillige Navigatorin Granit, der etwas tollpatschige Bordtechniker Narvarth und die zickige Passagierin Callista.

Da auch die Kommunikationssysteme zerstört sind, bleibt den drei Schicksalsgefährten letztendlich nichts anderes übrig, als sich selbst auf die beschwerliche Suche nach anderen Überlebenden zu machen.

Hilfe erhalten sie dabei durch den Gelehrten Tao, der sie auch schon vor dem Zorn der Banfoo gerettet hat. Er ist neugierig auf die Fremden und hilft ihnen ohne etwas dafür zu verlangen.

Doch schon bald müssen die drei Außenweltler erfahren, dass nicht alle Einheimischen ihnen wohl gesonnen sind. Die Markgräfin Ophyde und ihr Handlanger Dhokas haben ein großes Interesse an ihnen und versuchen Granit, Narvarth und Callista in ihre Hände zu bekommen. Doch es gelingt ihnen nur, die zickige Luxusgöre gefangen zu nehmen.

Callista wird in den Palast der Markgräfin gebracht und dieser gegenüber gestellt. Doch nun zeigt sich, dass sie nicht ganz so auf den Kopf gefallen ist, wie sie andere immer glauben lässt. Ihr gelingt es, Ophyde zu töten und selbst deren Stelle einzunehmen. Doch nun ist guter Rat teuer, denn Dhokas ist wachsam und misstrauisch, könnte das Spiel jederzeit durchschauen.

Callista setzt all ihren Witz und Verstand ein, um in dem ihr fremden Palast zu überleben und dessen Bewohner so lange zu täuschen wie möglich. Dabei stößt sie auf so manche wohl gehütete Geheimnisse.

Sie weiß allerdings auch, dass sie nicht so einfach aus dem gut bewachten Palast entkommen kann, weil Dhokas das nicht zulassen wird, und hofft auf Hilfe von Außen. Und sie wird nicht enttäuscht: Granit und Narvarth, die den Schergen der Markgräfin entkommen konnten, suchen bereits nach einem Weg, um ihre Schicksalsgefährtin zu befreien...

 

In „Die falsche Ophyde“ geht es in dem munteren Abenteuer, dass immer weniger Science Fiction Elemente enthält, und dafür mehr auf das exotisch-verspielte Fantasy-Setting setzt. Wo „Terra incognita“ aufhörte setzt die Handlung hier an. Einerseits erholen sich Granit und Narvarth von ihrer turbulenten Flucht vor Dhokas und seinen Handlangern, andererseits vergessen sie aber auch nicht darüber nachzudenken, wie sie Callista befreien können. Diese beweist inzwischen sehr deutlich, dass sie auch aktiv werden kann, wenn man sie in die Enge treibt und ihre herausragenden Talente manchmal durchaus nützlich sein kann. Mit Witz, Verstand und Dreistigkeit mogelt sie sich durch die Höhle des Löwen und hält sogar Dhokas eine Weile hin – bis die Retter nahen und turbulente Verwicklungen mit sich bringen.

Zwar wird das große Ziel aus den Augen verloren. „Die falsche Ophyde“ ist aber trotzdem kein verschenkter Band, denn man erfährt mehr über die Beweggründe und Motive der Gegenspieler unserer drei Helden. Ganz offensichtlich ist die „Kometenstaub“ nicht das einzige Schiff, das im Laufe der Jahre auf Ythaq gestrandet ist. Einen Vorgeschmack entdecken Granit, Narvarth und Callista im Palast der Markgräfin.

Und es geschieht noch mehr: Zwar ist Ophyde nicht mehr, aber neben Dhokas erwächst ihnen eine neue Feindin, die aus den Fehlern ihrer Schwester gelernt, hat.

Wie auch schon im ersten Band setzt das Abenteuer vor allem auf seine exotische Szenerie, eine Schar von abgedrehten Charaktere sowie eine gute Mischung aus Humor und Action.

Der lockere und humorvolle Erzählstil von Arleston setzt sich fort und treibt bestimmte Klischees wieder genüsslich auf die Spitze. Erneut r wird bei der rasanten Geschichte auf Tiefgang verzichtet, diesmal deuten jedoch bestimmte Hinweise an, dass Ythaq viel mehr für die drei Helden und den Leser bereit hält, als sie bisher dachten. Und das macht neugierig darauf, mehr zu erfahren.

Adrien Flochs feiner und sehr dynamisch-eleganter Zeichenstil kommt mit den leuchtenden, aber angenehm aufeinander abgestimmten Farben von Crazytoons diesmal besonders gut zum Tragen. Sie verstärken die augenzwinkernde Stimmung der Geschichte ungemein.

 

„Die Schiffbrüchigen von Ythaq“ setzt seine Linie fort und dürfte vor allem Leser begeistern, die es mit den phantastischen Genres nicht ganz so genau nehmen und vor allem farbenprächtige und unterhaltsame Abenteuer mit viel Humor bevorzugen.

Eure Meinung:


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Comic:

Die falsche Ophyde

Reihe: Die Schiffbrüchigen von Ythaq, Bd. 2

Autor: Christophe Arleston

Zeichner: Adrien Floch

Hardcover-Album, 62 Seiten

Splitter, Dezember 2006

ISBN: 978-3-939823-05-6

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 12.10.2007, zuletzt aktualisiert: 14.07.2019 13:58