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Die fantastische Reise der Vögel

Rezension von Christel Scheja

 

Vögel haben die Menschen von alters her fasziniert, können sie sich auf ihren Flügeln doch in den Himmel erheben und in ferne Länder reisen. Schon viele Dokumentationen haben sich mit ihnen beschäftigt, aber nur wenige tauchen so lebensnah in deren Leben ein wie „Die fantastische Reise der Vögel“.

 

Fünf Episoden begleiten die Zugvögel auf den verschiedenen Kontinenten. Sie begleiten die Tiere Nord- und Südamerikas über weite Ebenen und Wüsten, im Urwald und bei den Reisen von den Überwinterungs- zu den Brutplätzen. Man erlebt wie sie tagtäglich ums Überleben kämpfen und sich manchmal auch mit List ihre Nahrung erstreiten. Nicht alle Früchte, welche die roten Aras fressen, sind für sie gesund, dafür aber kennen sie ganz bestimmte Lehmerde, die unangenehme Nebenwirkungen und Gifte neutralisieren kann. Nur ist die leider auch bei anderen Tieren beliebt, was die schüchternen Vögel vor Schwierigkeiten stellt.

Wildgänse haben auch in New York einen Lebensraum gefunden und in Afrika lieben es die Geier manchmal, den Löwen ihre Beute streitig zu machen, auch wenn es ihnen nicht immer gut bekommt.

In Europa haben sich die Vögel mit den Städten als neuem Lebensraum arrangiert, Schwalben fangen Eintagsfliegen und sammeln manchmal auch die Federn anderer Vögeln aus der Luft, um ihre Nester damit zu bauen. An den Küsten des Nordens verbünden sich manchmal ganz unterschiedliche Vogelarten, um einen Eisbären zu vertreiben, der sich an die noch hilflosen Küken heranmacht.

In Asien bildet der Himalaya auf ihrer Reise von Sibirien nach Indien für viele Vögel kein unüberwindbares Hindernis. Allerdings schaffen es nur einige wenige, die höchsten Gipfel der Erde zu überfliegen, andere wieder wagen die Reise durch das Labyrinth der Täler, in denen nicht wenige Gefahren auf sie lauern. In Japan und Indien füttern Menschen die Vögel an, um sie zum Überwintern einzuladen, während sich in manch einem Tempel des Subkontinents die ansässigen Tauben mit Ratten um das Futter streiten.

Nicht zuletzt sind da auch die Wellensittiche Australiens, die auf der Nahrungs- und Wassersuche riesige Schwärme bilden, weil sie intensiv mit einander kommunizieren.

In einer letzten Aufnahme wird gezeigt, wie viele der spektakulären Aufnahmen entstanden. So haben Tierfilmer Küken per Hand aufgezogen, um mit ihnen zu fliegen oder ihnen Kameras anzuschnallen und damit eine Verantwortung übernommen, die auch nach Ende der Dreharbeiten noch andauert.

 

Man merkt, dass der sechsteiligen Dokumentation eine lange Vorbereitungszeit vorangegangen ist, deshalb ist es auch nur recht und billig, dass sich eine Folge ganz mit dem Making-of beschäftigt und verrät, wie viele Mühen die einzelnen Teams in aller Welt auf sich genommen haben, um Vögel in ihren natürlichen Lebensraum und hautnah zu filmen.

Sie berichtet von handzahmen Tieren, die aber auch manchmal ihren eigenen Kopf beweisen, wie die Wildgänse, die sich entschließen, einfach einmal in New York auszubüchsen und nur mittels eines Senders wieder aufgespürt werden können.

Sicherlich sind viele Informationen schon bekannt, wie der Überflug über den Himalaya, den gerade einmal eine Art wagt, nun aber kann der Zuschauer die Vögel dabei beobachten und auch andere auf der Reise durch weniger hohe Täler begleiten, in denen ihnen aber auch Raubvögel und Hunger zu schaffen machen können.

Wieder sind die Aufnahmen vom feinsten. Die Kameras bewegen sich mitten in den Schwärmen oder sind zumindest ganz nah am Rand dabei. Durch die an die Vögel geschnallten Kameras kann man die Welt auch ihrer Sicht erleben und staunen, wie anders sie dabei aussieht.

Die Szenen sind mit passender Musik unterlegt, so dass die Gefühle ebenfalls Achterbahn fahren dürfen. Kleine Geschichten um Einzelschicksale sorgen zudem für Spannung und verhindern, dass man zwischendurch umschaltet oder ausmacht.

Neben vielen bekannten Informationen gibt es auch neues Wissen, aktuelle Forschungsergebnisse sind ebenfalls mit eingebunden, so dass zu den spektakulären Bildern auch viele neue Erkenntnisse kommen, so wie die Entdeckung, dass Kolibris offensichtlich einen inneren Timer haben, der sie wissen lässt, wann bestimmte Blüten wieder Nektar tragen.

Das Making-of ist teilweise noch spannender und bewegender als die anderen Folgen, weil es zeigt, wie viel Arbeit manchmal hinter wenigen Sekunden stecken und wie oft es auch Fehlschläge gegeben hat, wenn Tiere abhanden kamen oder starben.

Alles in allem kann sich die sechsteilige Dokumentation sehen lassen. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings, wenn man erfährt, dass die deutsche Fassung wieder einmal gegenüber der Originalfassung zusammengeschnitten wurde und es leider keine Möglichkeit gibt, die fehlenden Szenen ebenfalls zu sehen.

 

„Die fantastische Reise der Vögel“ ist wieder einmal. eine bewegende und mitreißende Dokumentation der BBC, deren Folgen sofort in den Bann schlagen und nicht mehr loslassen, weil das Zusammenspiel von spektakulären Aufnahmen, Wissensschnipseln und Musik einfach nur stimmt.

 

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DVD

Die fantastische Reise der Vögel

Regisseur(e): John Downer

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 5. März 2013

Produktionsjahr: 2011

Spieldauer: 270 Minuten

ASIN: B009LT1P0A

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302051913545221769c
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Erstellt: 14.03.2013, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01