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Die Farben der Magie von Terry Pratchett

Ein Roman von der bizarren Scheibenwelt | Sonderausgabe

Rezension von Christian Endres

 

Die alten Hasen unter den Scheibenwahnsinnigen werden es bereits wissen: »Die Farben der Magie« ist nicht der beste und auch nicht der klügste oder hintersinnigste Scheibenwelt-Roman aus der Feder von Terry Pratchett. Aber die Saga beginnt eben genau hier, und so ist es nur recht und billig, dass ein Band der einmaligen Hardcover-Sonderausgabe zum 25. Scheibenwelt-Jubiläumsjahr bei Piper den ersten Teil der viel gelobten Fantasy-Satire aus dem Jahre 1983 beinhaltet.

 

Darin führt der schusselige Zau(b)berer Rincewind den ersten Scheibenwelt-Touristen Zweiblum (und seine mehr oder weniger liebenswerte Truhe) einmal rund um die flache Welt des britischen Ausnahmeschriftstellers, wo es allerhand Erstaunliches zu entdecken gibt - und man stets aufpassen muss, nicht über den Rand zu fallen. Das ist trotz aller Zoten, parodierender Seitenhiebe auf die Fantasy und einer Vielzahl verrückter Einfälle noch längst nicht immer so großartig oder trittsicher wie in den späteren Bänden, und das ist von der Kontinuität her auch noch alles sehr früh und experimentell. Aber es zeigt eben bereits, dass Pratchett ein göttlicher Humorist und Metaphoriker (und ein noch viel besserer Dialogschreiber) ist - und wie viel Potential wirklich auf dem Rücken der Sternschildkröte Groß A’Tuin durchs Roman-Universum getragen wird.

 

Ein besonderes Highlight dieser Sonderausgabe ist natürlich die Aufmachung im kompakten Hardcover: Pratchetts Scheibenwelt-Bücher sind leider niemals bei einem Verlag in einheitlicher Aufmachung erschienen. Goldmann, Heyne, Manhattan und Piper, Hardcover, Taschenbuch und Paperback - viele Köche verderben dem Sammler entsprechend den Brei. Nach Sichtung der vier handlichen Hardcover mit schicken Covern und Stickern von Ausnahme-Illustrator Paul Kidby wünscht man sich dann eigentlich auch nur eines: dass der gesamte Zyklus in dieser Aufmachung erscheint! Und dass das gerne mal etwas verschwommene Druckbild hie und da vielleicht etwas gleichmäßiger und sauberer wäre und man endlich auch mal die Handvoll Tippfehler bei der x-ten Neuauflage rausschmeißen würde ...

 

Wie gesagt: Die zum Ende hin stark schwächelnden »Die Farben der Magie« sind nur bedingt exemplarisch für PTerrys nachfolgende literarische Ausflüge auf seine flache Fantasy-Welt, und aus dem inhaltlichen Kontext tanzen sie obendrein auch noch heraus. Aber hier zeigt sich schon recht deutlich, wieso Terry Pratchetts ebenso humor- wie gehaltvolle Fantasy-Weltenschöpfung ein dermaßen großer Erfolg geworden ist und auch über Genre-Kreise hinaus unendlich viel Anerkennung genießt.

 

Ergo: Für Scheibenwelt-Nostalgiker in dieser wunderhübschen Aufmachung ein Pflichtkauf und ein schöner Anlass, mal wieder den ersten Band mit Rincewinds Abenteuern zu lesen.

 

 

PS.: Weiter geht’s in »Das Licht der Fantasie«, zuletzt von Piper als Taschenbuch (ISBN: 9783492285018, 2005) veröffentlicht.

 

 

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Die Farben der Magie

Reihe: Scheibenwelt

Autor: Terry Pratchett

Hardcover, 269 Seiten

Sonderausgabe mit Cover

von Paul Kidby

Piper, April 2008

ISBN: 3492286275

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.05.2008, zuletzt aktualisiert: 18.07.2019 19:45