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Die Feen von Maike Hallmann

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1979 geborene Maike Hallmann lebt auch heute noch mit Mann und Kind in Hamburg. Nach ihrem Germanistikstudium arbeitete sie gleich als freie Autorin und veröffentlichte mehrere Shadowrun-Romane und Kurzgeschichten. „Die Feen“ ist ihr erster großer Fantasy-Roman.

 

Der Tod seiner Mutter hat Benny völlig aus der Bahn geworfen. Weil der Vierzehnjährige zu unkontrollierten Wutausbrüchen neigt und sein Vater nicht mehr weiß, wie er mit ihm umgehen soll, bringt er den Jungen schließlich in ein abgelegenes schottisches Internat, das normalerweise keine so alten Schüler mehr aufnimmt.

Benny ist ganz und gar nicht begeistert und möchte eigentlich gleich wieder verschwinden, als er mit dem arroganten Alasdair McGregor aneinander gerät, aber er hat keine andere Wahl, als sich einzufügen. Sein Leben ist nun durch einen strengen Stundenplan geregelt, der kaum Freiräume lässt.

Trotzdem lässt Benny keinen der anderen Jungen an sich heran und bleibt weiter ein stiller und in sich gekehrter Sonderling, der Freundlichkeiten schroff abweist. Gelegentlich bricht er auch die Regeln, was ihm eine harte Strafarbeit einbringt.

Zwar hört er die ganze Zeit von den Mythen und Legenden, die das alte Gemäuer, in dem die Schule liegt, umranken, aber er nimmt diese nicht für bare Münze. Das ändert sich jedoch, als nach und nach Mitschüler Selbstmord begehen oder den Verstand verlieren und andere seltsame Dinge geschehen.

Erst nach und nach begreift der Junge, dass die alten Geschichten nicht nur Märchen sind und die Leiter der Schule – Leslie und Alasdair McGregor mehr verbergen, als sie den Schülern verraten wollen.

Er sieht Wesen, die er nicht mehr für Trugbilder halten kann, weil sie ihn attackieren und ahnt nun, dass er sich unwissentlich den Groll der Feen zugezogen hat und nun vielleicht den gleichen Weg wie andere gehen wird, wenn er sich nicht dagegen wehrt.

 

Wer sich auf das Buch einlässt, ohne ein wenig darin geblättert und gelesen zu haben, wird bald feststellen, das Titel und Cover nicht unbedingt etwas mit dem Inhalt zu tun haben. Ätherische und schöne Geistwesen tauchen nur am Rande auf, die Wesen mit denen es der junge Titelheld zu tun bekommt, sind eher garstig, hässlich und böse.

Die Autorin führt sehr stimmungsvoll in die Geschichte ein. Man hat das Gefühl, dass sie bereits mehrfach in Schottland war. Die Orte und Landschaften sind lebendig und glaubwürdig beschreiben, auch das Selbstverständnis der Internatsschüler wirkt relativ echt.

Das erste Drittel des Buches dient jedenfalls nicht nur dazu, um die Figuren und den Ort einzuführen, sondern auch auf die Legende aufmerksam zu machen, die später die Geschichte vorantreiben wird.

Das Grauen wird eher subtil eingeführt. Zunächst findet man noch eher realistische Erklärungen für die Ereignisse, erst nach und nach wird deutlich, mit was es Benny eigentlich zu tun bekommt. Das verlangt aber auch ein Umdenken in dem Jungen. Indem er sich auf das Geheimnis einlässt und den Fluch zu lösen versucht, der sonst auch ihn verschlingen könnte, stellt er sich ihnen und seiner Angst, erkennt dadurch die Werte, die ihm wirklich wichtig geworden sind. Interessant entwickelt sich dabei auch die Rolle der geheimnisvollen Leslie, die zusätzlich für Überraschungen sorgt.

Alles in allem ist „Die Feen“ aber eher ein ruhiger Roman, dessen Spannung nicht aus vordergründiger Action entsteht, sondern eher durch die vielen kleinen Hinweise, die nach und nach ein interessantes Gesamtbild ergeben.

Allerdings fordert das den Leser auch auf, sehr aufmerksam zu lesen, denn die Autorin macht es nicht immer einfach, die Andeutungen zu finden.

 

Letztendlich ist „Die Feen“ ein All-Age-Urban-Fantasy-Roman, der vor allem Leser ansprechen dürfte, die nichts gegen Internatsgeschichten, vermischt mit britischen Mythen um die Wesen der Anderswelt haben und auch stillere Töne in ihren Geschichten mögen.

 

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Hinweis:

Mit freundlicher Unterstützung von Fantasy Productions GmbH,

www.fanpro.com und www.f-shop.de

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Die Feen

Autorin: Maike Hallmann

broschiert, 592 Seiten

Heyne, erschienen November 2011

Titelbildgestaltung von Nele Schütz Design

Karte: Andreas Hancock

ISBN-10: 3453528514

ISBN-13: 978-3453528512

Erhältlich bei:

Amazon</a> Kindle-Edition ASIN: B005THTPMS Erhältlich bei: <link http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B005THTPMS/fantasyguided-21 _blank>Amazon</a>

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Erstellt: 04.01.2012, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 12:28