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Die Flammen der Dunkelheit von Evelyne Okonnek

Rezension von Carina Schöning

 

Rezension:

„Die Flammen der Dunkelheit“ ist der neueste Roman der deutschen Autorin Evelyne Okonnek, die mit ihrem Debüt „Die Tochter der Schlange“ 2006 den „Wolfgang Hohlbein Preis“ des Ueberreuter Verlages gewonnen hat.

 

Auf einer namenlosen Insel scheint aus unerklärlichen Gründen schon seit längerer Zeit die Sonne immer schwächer. Dunkelheit und Kälte legen sich über das Land und regelmäßige Regenfälle haben die geringe Ernte auf den Feldern verdorben. Das hungernde Volk macht sich Gedanken über die Veränderungen und ein Teil sucht auch neue Hoffnung bei der umstrittenen Priesterschaft des Jalluth. Ihr Anführer und Hohepriester schiebt die Schuld für das Wetter und die Missernten auf die Dämonen, die früher halbwegs friedlich zusammen mit den Menschen gelebt haben. Gerade Mischlingskinder zwischen den beiden Rassen sind ihm auch persönlich ein Dorn im Auge und er verfolgte sie gnadenlos. In den Kellergewölben der königlichen Burg werden sie brutal gefoltert und getötet, denn eine alte Prophezeiung sagt den schleichenden Untergang der Insel und seiner Herrschaft voraus.

Nun aber sind zwei vollkommen unterschiedliche Mischlingskinder geboren worden, die sich in Aussehen und Ansehen unterscheiden, aber durch die Prophezeiung für immer verbunden sind. Zusammen sollen sie letztendlich die Sonne aus ihrem unterirdischen Kerker befreien und die Dämonen vor der Verfolgung der Menschen retten.

 

„Die Flammen der Dunkelheit“ ist ein wenig anders als die gängigen High Fantasy Epen. Die Grundidee ist dabei zwar wohlbekannt und mutet auf den ersten Blick nicht besonders originell oder einfallsreich an, aber die Umsetzung der deutschen Autorin ist interessant gelungen. Der Roman fängt dabei erstmal etwas zäh und behäbig an. Erst nach und nach werden Hinweise zu den Hintergründen gelegt und man erkennt als Leser später die Zusammenhänge zwischen der Verfolgung der Dämonen (oder auch Götter) und den Krieg zwischen ihnen und den Menschen. Verschiedene Figuren werden dabei in den Mittelpunkt gestellt, deren tragisches Schicksal miteinander verbunden ist und stellenweise auch an einer altgriechischen Tragödie erinnert. Kapitelweise wird zwischen ihnen gewechselt und von ihren Gedanken und Motiven berichtet wie zum Beispiel der stolzen und doch einsamen Königinmutter Aurnia, der verhätschelte Prinz Dallachar oder auch der gutherzige Schreiberling Ardal. Erst auf den zweiten Blick präsentieren sich die anfangs stereotypen Figuren komplexer und die Trennlinie zwischen Opfer und Täter verwischt zunehmend. Wie der Rückentext schon verspricht ist der Roman eine spannende Erzählung über Freundschaft und Manipulation, die erst beim genaueren Hinsehen zu begeistern weiß und mit einem gelungen, aber auch bittersüßen Schluss aufwartet. Sprachlich gesehen ist der Roman dabei nicht ganz einfach und flüssig gehalten. Einige Szenen lesen sich leider etwas holprig und gerade der Zeitsprung mitten in der Handlung hätte ein wenig besser ausgearbeitet werden können.

 

Fazit:

Insgesamt ist „Die Flammen der Dunkelheit“ ein spannender Fantasy-Roman abseits der ausgetretenen Genre-Pfaden. Das schmale Epos überzeugt erst beim zweiten Blick und punktet dann mit interessanten und vielschichtigen Figuren.

 

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Roman:

Die Flammen der Dunkelheit

Autorin: Evelyne Okonnek

Umschlagillustrator: Geoff Taylor

Otherworld Verlag, 15. Januar 2010

Klappenbroschur, 352 Seiten

 

ISBN-10: 3800095092

ISBN-13: 978-3800095094

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 18.04.2010, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 12:28